"Müssen ein wenig klüger sein": Eintracht mit gutem Vorsatz fürs neue Jahr

Lukas Hradecky (rechts) und seine Teamkollegen hindern Guido Burgstaller daran, ein Tor zu erzielen.
Lukas Hradecky (rechts) und seine Teamkollegen hindern Guido Burgstaller daran, ein Tor zu erzielen.  © DPA

Frankfurt - Nur wenige Sekunden fehlten der Eintracht, um auf einem Europapokal-Platz zu überwintern. Doch so oft die Frankfurter in dieser Saison das Quäntchen Glück auf ihrer Seite hatten - diesmal gelang den Gästen aus Schalke der Lucky Punch. Und dieser war mehr als verdient, da waren sich alle einig.

"Es ist bitter, aber ich muss sagen, dass es verdient ist für Schalke. Wir hätten die langen Bälle verhindern müssen, wenn wir wissen, dass sie da vorne mit di Santo und Naldo große Spieler haben. Wir waren am Ende zu passiv", sagte Torhüter Lukas Hradecky nach dem Spiel - und er hatte Recht.

Denn eben dieser Naldo war es, der am Ende den Punkt für Schalke rettete, nachdem ihm der Ball in der 95. Minute an der Sechszehnerkante vor die Füße gefallen war. Die angezeigte Nachspielzeit hatte allerdings nur vier Minuten betragen, was Sportvorstand Fredi Bobic unzufrieden zurückließ.

"Das Gegentor fiel nach den angezeigten vier Minuten Nachspielzeit", sagte ein aufgebrachte Bobic und hatte noch etwas Kritik für den Schiedsrichter übrig: "Dann gab es noch die Frage, ob es Abseits oder Nicht-Abseits war. Der Pass ging zu dem Spieler, der im Abseits stand." Referee Dr. Robert Kampka stand daher nach dem späten Gegentor in langem Kontakt mit dem Videoschiedsrichter in Köln - an der Entscheidung änderte dies letztendlich nichts.

Trotz der frühen Führung durch Luka Jovic nach zwei Minuten kam die Eintracht nicht richtig ins Spiel, hatte "keinen Zugriff", wie Trainer Niko Kovac Durchgang Numero Eins mit nur zwei Worten treffend wie realistisch zusammenfasste.

Eiskalt: Sebastien Haller (links) traf mit seiner ersten großen Gelegenheit zum 2:0.
Eiskalt: Sebastien Haller (links) traf mit seiner ersten großen Gelegenheit zum 2:0.  © DPA

"Im zweiten Durchgang hatten wir dann mehr Griffigkeit, haben höher angegriffen und verteidigt", lobte Kovac sein Team, das mit deutlich mehr Spirit aus der Spielpause gekommen war.

"Trotzdem muss ich sagen: Uns stand ein sehr schwerer Gegner gegenüber. Das wir hier heute 2:2 gespielt haben, ist zwar ärgerlich, weil das Gegentor in der 94. Minute fiel, aber es war ein glücklicher Punkt, wenn man die 90 Minuten sieht. Ich bin trotzdem stolz auf meine Jungs. Das hat uns kaum einer zugetraut", schloss der Trainer die Hinrunde mit guten Gefühlen ab.

Etwas enttäuschter über das Resultat war Mijat Gacinovic, der mit zwei Assists - darunter ein sehenswertes Kabinettstückchen vor dem 2:0, als er Gegenspieler Max Meyer ganz alt aussehen ließ - auf dem Rasen der Commerzbank Arena glänzte und vergangene, schwache Auftritte vergessen ließ.

"Wir haben gut gespielt und hätten drei Punkte verdient gehabt. Am Ende kassieren wir dann noch so ein Tor. Aber das passiert: Wir sind sehr intensiv gelaufen und zum Schluss war es schwer, schließlich haben wir schon viele Spiele in dieser Saison bestritten", sagte der 22-jährige Serbe.

Was am Ende bleibt, ist ein Punkt gegen Schalke, und ein einstelliger Tabellenplatz nach der Hinserie - aber auch ein guter Vorsatz für die Rückrunde: "Wenn wir in Führung gehen, müssen wir einfach ein wenig klüger sein", forderte Hradecky seine Kollegen zu mehr Cleverness auf.


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