Die Eintracht und Boateng: No risk, no fun

Ballakrobat: Kevin-Prince Boateng mit seinen ersten Kunststücken bei seiner Vorstellung in Frankfurt.
Ballakrobat: Kevin-Prince Boateng mit seinen ersten Kunststücken bei seiner Vorstellung in Frankfurt.  © DPA

Frankfurt - Er ist wieder da. Zurück in der Bundesliga. Kevin-Prince Boateng hat sich -zugegebenermaßen etwas überraschend - Eintracht Frankfurt angeschlossen. Doch geht der Plan des Klubs auf?

Launisch ist sie, die Diva vom Main. Und durch den polarisierenden Weltenbummler Boateng sind weitere Bewegungen auf dem Stimmungsbarometer bereits vorprogrammiert. Unklar ist allerdings, ob diese im grünen oder roten Bereich ihre höchsten Ausschläge finden.

Turbulent waren die Tage nach der Verpflichtung des Nationalspieler Ghanas im Stadtwald. Denn Boateng ist eine Marke, ein Aushängeschild, eine Identifikationsfigur.

Er hebt den Verein auf eine neue Marketing-Stufe, wird den Haufen aus Unbekannten in dieser Saison in ganz neuem Glanze erstrahlen lassen.

Fußballspielen kann er. Bekannt für seine harte Gangart, brachte er Michael Ballack 2010 um die WM. Doch sein linkes Knie machte ihm oftmals einen Strich durch die Rechnung. Operationen, starke Schmerzen - sogar ein Medizincheck bei Sporting Lissabon während seiner Zeit auf Schalke zerschlug sich angeblich aufgrund dieser Problematik. Boateng kam für den verletzten Marco Fabian. Ein sicherer Ersatz ohne Anfälligkeit auszufallen sieht anders aus. 28 Einsätze bei Las Palmas in der Vorsaison stimmten die Klubbosse aber offenbar positiv.

Neben dem Feld galt er lange als Rüpel: Alkoholeskapaden, eine Vorliebe für edle Schlitten und Affären en masse in England. Diese Zeit liegt hinter ihm. Nun ist er froh, seine Liebsten in der selbsternannten Heimat Mailand in 50 Minuten Flugzeit erreichen zu können. Mit 30 Jahren wirkt er gezähmt, fast schon auffällig ruhig.

Beim Überfliegen seiner Stationen lässt sich keine Konstanz erkennen: Nach Hertha, Dortmund, Tottenham, Portsmouth, Genua, Schalke, Milan und Las Palmas jetzt bei Kumpel Niko Kovac in Frankfurt. Kann das alles gutgehen, bei einem Verein, der in jeder Saison um Ruhe und Demut bemüht ist? Der aufgrund von Aussetzern der eigenen Fans schon genug im Rampenlicht steht?

Konzentriert er sich nicht auf's Kicken, könnte es eine kurze Liaison werden, zwischen Boateng und der Eintracht. In Frankfurt hat man mit dem Deal hoch gepokert. Der Ausgang ist ungewiss: No risk, no fun eben.

Update, 14.30 Uhr:

Mit Boateng bestreitet Eintracht Frankfurt sein erstes Saisonspiel in der Bundesliga beim SC Freiburg. Der Mittelfeldspieler habe rechtzeitig die Spielgenehmigung bekommen und werde im Kader stehen, teilten die Hessen knapp zwei Stunden vor Beginn der Partie an diesem Sonntag mit. In der Startelf steht er allerdings nicht: er muss zunächst auf der Bank Platz nehmen.


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