Fußball-Star Boateng will Frau im Supermarkt helfen! Was dann passiert, ist einfach unfassbar

Kevin-Prince Boateng sieht sich im Fußball-Geschäft oft mit Rassismus konfrontiert.
Kevin-Prince Boateng sieht sich im Fußball-Geschäft oft mit Rassismus konfrontiert.  © DPA

Frankfurt - Kevin-Prince Boateng von Eintracht Frankfurt hat in seiner Karriere schon viele Interviews über Rassismus im Fußball gegeben. Im Gespräch mit jetzt ging er dabei noch einen Schritt weiter.

Was Boateng im Austausch mit dem Jugendmagazin der Süddeutschen Zeitung wiedergab, ist für Normaldenkende kaum nachzuvollziehen. Das Ausmaß der Beleidigungen, die sich der Neuzugang der Eintracht in seiner Karriere bislang anhören musste, scheint erst jetzt deutlich zu werden - und ist an Widerwärtigkeit kaum zu überbieten.

Bereits in seiner Jugend wurde der Nationalspieler Ghanas rassistisch angegangen. "Da war ein Hallenturnier, als ich schon U-Nationalspieler war", erinnerte sich Boateng: "Dort hat mir jemand zugerufen: 'Für jedes Tor kriegst du eine Banane.'" Nach diesem Vorfall habe er seine Kindheit hinterfragt und sich vorerst nicht mehr als Deutscher gefühlt.

Aber auch abseits des Platzes wurde der 30-jährige Deutsch-Ghanaer schon häufig Opfer von Diskriminierung. "Ich war mal im Supermarkt und stand neben einer Frau, die nicht an den Reis oben im Regal gekommen ist. Also hab ich ihr eine Packung runter gehoben und sie ihr gegeben", erzählte Boateng und fügte an: "Sie hat sie genommen, zurück ins Regal gestellt und einen Angestellten geholt, der ihr eine neue Packung geben sollte. Wie fühlt man sich da wohl?"

Aus diesen Vorfällen schöpfte Boateng aber Kraft, engagiert sich bis zum heutigen Tag mit verschiedenen Aktionen gegen Rassismus. Die Versuche der Fußball-Verbände, selbiges zu tun, kann Boateng nicht wirklich ernst nehmen.

"Es reicht nicht, vor Champions-League-Spielen ein 'No to racism'-Video zu zeigen. Der fünfjährige Eintracht-Frankfurt-Fan sieht dieses Video vielleicht gar nicht. Es reicht auch nicht, ab und an ein T-Shirt anzuziehen, auf dem 'Kein Rassismus' steht, oder 'Wir zeigen Rassismus die rote Karte', sagte Boateng. Für ihn müsse von den Verantwortlichen der Vereine deutlich mehr kommen.

Boateng gilt als Vorreiter in Sachen Rassismus-Bekämpfung: Schon als Spieler des italienischen Top-Klubs AC Mailand sorgte er mit einem Verlassen des Platzes nach rassistischen Beschimpfungen für Furore. Später sprach er vor dem UN-Sitz in Genf.


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