Historisches Aufatmen bei der Eintracht dank Mister Cool und Video-Chaos

Eintracht-Coach Niko Kovac hebt beschwörend die Arme.
Eintracht-Coach Niko Kovac hebt beschwörend die Arme.

Frankfurt - Mister Cool Der neue Torjäger Sébastien Haller sorgte mit seinem historischen Siegtreffer für immense Erleichterung bei Eintracht Frankfurt.

"Das ist gut für mich und den Klub", lautete der treffende Kommentar des 23-jährigen Franzosen nach dem glücklichen 1:0 (1:0)-Erfolg beim 1. FC Köln am Mittwochabend. Mit dem von ihm verwandelten, höchst umstrittenen Foulelfmeter (22. Minute) gelang Haller sein erstes Bundesligator für die Eintracht und zugleich etwas Besonderes: Es war der erste Sieg der Hessen in Köln seit dem 7. Mai 1994.

"Du musst mit der Drucksituation beim Elfmeter umgehen können. Das ist nicht einfach, aber das ist mein Job", sagte Haller. Er war für rund sieben Millionen Euro vom FC Utrecht als teuerster Einkauf der Klubgeschichte - und mit entsprechend hohen Erwartungen - zur Eintracht gekommen. "Ich habe dieses Tor gebraucht", bekannte er deshalb ehrlich.

Hallers Elfmetertreffer verlängerte zudem die gute Auswärtsbilanz der Frankfurter, die auf fremden Plätzen nicht nur schon sieben Punkte holten, sondern auch dreimal ohne Gegentor blieben. So eine Serie gelang ihnen zuletzt in der Saison 1992/93.

Sébastian Haller überspringt die Kölner Abwehrspieler.
Sébastian Haller überspringt die Kölner Abwehrspieler.  © DPA

Die Erfolgsbilanz in der Fremde kontrastiert mit der bisherigen Erfolglosigkeit in der Heimat mit bisher zwei Niederlagen.

"Zuhause hätten wir sicherlich schon punkten müssen, dafür hätten wir vielleicht heute nur einen Punkt verdient gehabt", räumte Trainer Niko Kovac ein. "Sicherlich war es aufgrund des Elfmeters etwas glücklich, zu gewinnen. Wir hatten nur zwei, drei Halbchancen."

Möglicherweise ist er angesichts der Flaute in der Commerzbank-Arena froh, am Samstag bei RB Leipzig wieder auswärts antreten zu können. "Zuhause ist es natürlich mit den eigenen Fans im Rücken noch schöner zu gewinnen. Letztlich ist es aber egal, wo wir die Punkte holen", sagte Mittelfeldakteur Marius Wolf.

"Wir sind mit den drei Punkten sehr zufrieden und nehmen sie gerne mit", meinte Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. Als einen Grund für die bessere Auswärtsbilanz sieht er die größere offensive Zurückhaltung auf gegnerischem Platz: "Viele Mannschaften tun sich einfacher, aus einer starken Defensive zu spielen - wir auch."

Nach dem 0:1 vor heimischer Kulisse gegen den FC Augsburg standen die Hessen schon unter erhöhtem Druck. Mit nun sieben Punkten aus fünf Partien und Tabellenplatz zehn sind sie dagegen im Soll, aber längst nicht aus dem Schneider. "Ich hoffe, dass noch mehr Selbstvertrauen durch noch mehr Siege kommt", meinte Mittelfeldspieler Gelson Fernandes. "Wir dürfen nicht vergessen, dass viele Spieler noch nie Bundesliga gespielt haben."


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