Last-Minute kann auch wehtun: Eintracht hadert mit Ausgleich

Simon Falette hätte lieber drei Punkte mit nach Frankfurt entführt.
Simon Falette hätte lieber drei Punkte mit nach Frankfurt entführt.  © DPA

Sinsheim - Niko Kovac flüchtete sich nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim in eine Plattitüde.

"So ist der Fußball", sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt über den in letzter Minute verpassten Sieg bei 1899 Hoffenheim. Bis zur Nachspielzeit durften die Hessen am Samstag von drei Punkten träumen, dann kam Mark Uth. "In den letzten Wochen hatten wir das Quäntchen Glück, Spiele spät zu entscheiden. Heute war es anders herum", stellte Kovac fest.

Der späte Ausgleich wurmte ihn, gehöre aber zum eingeleiteten Lernprozess. "Zum Schluss darf nichts mehr passieren. Ganz ehrlich, da darf der Ball gar nicht mehr im Spielfeld sein. Da liege ich auf dem Boden oder der Ball ist in der Luft oder außerhalb des Spielfeldes. Da wird nicht mehr Fußball gespielt. Das ist internationale Qualität", monierte Kovac.

Eine unglückliche Entscheidung, eine kleine Unaufmerksamkeit - und schon war es geschehen. Stein des Anstoßes war das geahndete Foul von Luka Jovic an Nico Schulz weit in der Hoffenheimer Hälfte. "Den Freistoß hat leider nur der Schiedsrichter gesehen, sonst keiner. Das war Wahnsinn", sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic.

Auch für Kovac reichte der Kontakt nicht aus, um ein Foul zu pfeifen. Die Schuld beim Referee suchte er dennoch nicht. "Wir haben es nicht gut verteidigt. Punkt. Ausrufezeichen", sagte der 46-Jährige. Danach ging es ganz schnell: Nach einem weiten Ball tankte sich Serge Gnabry auf dem Flügel durch, seine Hereingabe versenkte Uth im Netz.

Niko Kovac war nach dem späten Ausgleichstreffer enttäuscht.
Niko Kovac war nach dem späten Ausgleichstreffer enttäuscht.  © DPA

Dadurch brachte sich die Eintracht selbst um den Lohn aller Mühen. 45 Minuten bot Frankfurt eine starke Leistung, verteidigte geschickt, stellte immer wieder die Lücken zu. Hoffenheim konnte sich keine Chancen herausspielen.

Der starke Kevin-Prince Boateng nutzte zudem einen kapitalen Fehlpass von Lukas Rupp und brachte die Gäste mit einer Bogenlampe aus 20 Metern in Führung (13.). Marc Stendera und Mijat Gacinovic verpassten es, noch vor der Pause nachzulegen.

"Ich glaube, wir hätten heute hier als Sieger vom Platz gehen müssen - aufgrund der Torchancen, nicht aufgrund des Ballbesitzes. Das ist es, was wir besser machen müssen. Beim 2:0 ist der Drops gelutscht", resümierte Kovac. "Aber ich bin bescheiden und demütig. Deswegen nehmen wir den einen Punkt gerne mit."

Denn gegen den im zweiten Durchgang vehement anrennenden Gastgeber schaffte es die Eintracht kaum noch, für Entlastung zu sorgen. Entsprechend hielt sich der Ärger auch bei Sportdirektor Bruno Hübner in Grenzen. "Hoffenheim hat unwahrscheinliche Qualität eingewechselt. Aufgrund der zweiten Halbzeit geht das Ergebnis in Ordnung", erklärte er.

Dass die Eintracht dadurch den möglichen Sprung auf den dritten Tabellenplatz verpasste, interessierte ihn nicht. "Wir schauen nicht auf die Tabelle. Ärgerlich ist, dass man die Punkte liegen lässt, weil es unnötig war", sagte Hübner.

Daran wird Kovac weiter arbeiten. "Wir machen das gut in der Defensive, können es aber noch besser. Es ist Struktur drin, nicht nur eklig. Wir sind aggressiv, verschieben gut und doppeln", sagte der Eintracht-Coach und stellte zufrieden fest: "Es ist ein stetiger Prozess ist im Gange."


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