Kritik an Bayerns Asienreise: Rummenigge schießt gegen Hasenhüttl

RB Leipzigs Cheftrainer Ralph Hasenhüttl hatte die Asienreise des FC Bayern aufgrund der Belastungen für die Spieler in Frage gestellt.
RB Leipzigs Cheftrainer Ralph Hasenhüttl hatte die Asienreise des FC Bayern aufgrund der Belastungen für die Spieler in Frage gestellt.  © DPA

Leipzig/Singapur - Am Ende der Bayern-Asienreise übernahm Karl-Heinz Rummenigge die klassische Uli-Hoeneß-Rolle als Abteilung Attacke. In seinem euphorischen Fazit des Zwölf-Tage-Trips griff der Münchner Vorstandschef Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl an. Dieser hatte die strapaziösen Werbetouren der Topclubs FC Bayern und Borussia Dortmund in diesem Sommer kritisiert.

"Ich finde diese Aussage ein Stück zynisch und auch unsolidarisch", lautete der Vorwurf, den Rummenigge (61) am Donnerstag aus Singapur ins Trainingslager von RB Leipzig nach Seefeld übermittelte.

Hasenhüttl (49) hatte es als "krass" bezeichnet, was den Münchner Profis sowie denen des BVB in der Vorbereitung zugemutet werde. Er sei "sehr dankbar" dafür, von derartigen Reisen noch verschont zu bleiben.

Aus Rummenigges Sicht sind Trips in die neuen Märkte Pflicht, wenn die Bundesliga mit anderen Topligen Europas konkurrieren wolle. "Dann muss man auch eine gewisse Strapaze auf sich nehmen. Bayern München, Schalke, Borussia Dortmund müssen hier als Lokomotive voranfahren", sagte der Münchner Boss.

Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (r., neben Uli Hoeneß) konterte die Kritik nun als "zynisch und auch unsolidarisch".
Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge (r., neben Uli Hoeneß) konterte die Kritik nun als "zynisch und auch unsolidarisch".  © DPA

"Die Clubs, die in Asien und Amerika waren, haben etwas pro Bundesliga-TV-Vermarktung geleistet. Bei denen, die nach wie vor den einfachen Weg wählen und sich in Österreich und der Schweiz vorbereiten, bin ich sehr skeptisch, ob sie damit einen großen Beitrag zum Wohle der Bundesliga damit leisten."

Hasenhüttl hält es dagegen für problematisch, Spieler während der Saisonvorbereitung "in komplett andere klimatische Verhältnisse zu jagen". Der 49-Jährige reagierte im RB-Camp erstaunt auf Rummenigges Verbalattacke.

"Was an meiner Aussage zynisch sein soll, verstehe ich nicht. Ich wurde als Trainer zu den Belastungen einer Asienreise gefragt. Und ich habe als Trainer geantwortet, dass ich die Belastungen für die Spieler extrem finde." Er stehe zu der Aussage.

Immerhin hatte auch Hoeneß (65) die Münchner Zwölf-Tage-Tour in Teilen als "grenzwertig" kritisiert. Rummenigge war bemüht, diese Aussage zu relativieren. "Alle kennen Uli Hoeneß: Wenn man 0:4 gegen Milan verloren hat, dann ist das bei ihm der emotionale Knopf."

Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick (59) stellte sich voll hinter seinen Trainer, sagte: "Ich bin überzeugt, dass, wenn man alle 18 Bundesligatrainer fragt, dann hätte alle 18 geantwortet wie unser Trainer", sagte der 59-Jährige am Donnerstag nach dem Abschluss des Trainingslagers im österreichischen Seefeld.

Der FC Bayern hat in China und Singapur an die zehn Millionen Euro verdient. Für nächstes Jahr wird wieder eine USA-Tour ins Auge gefasst.


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