Matthäus: "Habe Leipzig als RB-Standort empfohlen!"

Lothar Matthäus. Haben ihn die RB-Verantwortlichen erhört und sich auf sein Empfehlen hin für Leipzig entschieden?
Lothar Matthäus. Haben ihn die RB-Verantwortlichen erhört und sich auf sein Empfehlen hin für Leipzig entschieden?  © DPA

Leipzig - Bereits vor der RB-Gründung 2009 in Leipzig hat Weltmeister Lothar Matthäus den Red-Bull-Verantwortlichen den sächsischen Standort schmackhaft gemacht.

Dies hat der 56-Jährige in der aktuellen Ausgabe des KLUB-Magazins der Roten Bullen verraten. Aber wie kam es zu den Gesprächen mit dem Brause-Giganten?

"In der Saison 2006/07 habe ich als Co-Trainer beim FC Red Bull Salzburg gearbeitet. Ich war beeindruckt von der Infrastruktur und dem Leistungszentrum, das seinesgleichen gesucht hat", sagte Matthäus.

"Als dann die Entscheidung fiel, dass sich Red Bull auch im deutschen Fußball engagiert, war ich sofort überzeugt, dass ein tolles, nachhaltiges Projekt entsteht. Den Standort Leipzig hatte ich vorher sogar mal in den Raum geworfen", gab der 56-Jährige zu.

"Als ich mich 2006 mit Verantwortlichen getroffen hatte (...) haben wir uns allgemein über den deutschen Fußball ausgetauscht. Schon damals gab es die Idee bei Red Bull, einen Klub in Deutschland zu unterstützen. Und da wurde ich gefragt, welchen Standort ich als sinnvoll einschätzen würde. Ich sagte: 'Es gibt zwei Möglichkeiten: die eine ist Düsseldorf, die andere Leipzig.'“ Die Bosse hörten aber nicht von Anfang an auf den Rekord-Nationalspieler (150 Spiele).

Lothar Matthäus (r.) gewann gemeinsam mit Andreas Brehme (l.) und Pierre Littbarski 1990 in Italien die Weltmeisterschaft.
Lothar Matthäus (r.) gewann gemeinsam mit Andreas Brehme (l.) und Pierre Littbarski 1990 in Italien die Weltmeisterschaft.  © DPA

Mittlerweile kein Geheimnis mehr: Zuerst nahm Red Bull Kontakt zum FC St. Pauli, 1860 München und eben Fortuna Düsseldorf auf. Da das Unternehmen aber neben der Änderung des Vereinsnamens auch das Wappen und die Vereinsfarben ändern wollte, stellten sich die drei Klubs quer.

Erst dann fiel die Entscheidung, in der brachliegenden mitteldeutschen Fußballlandschaft einzusteigen. Der Verein "RB Leipzig e.V." wurde gegründet und das Startrecht des Oberligisten SSV Markranstädt übernommen. Vorher gab es sogar den Plan, den FC Sachsen Leipzig zu übernehmen. Dies scheiterte letztendlich aber an der Zustimmung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Auch Fanproteste ließen die Verantwortlichen Abstand vom später insolvent gegangenen Klub nehmen.

„Ich habe nur gesagt, dass in Düsseldorf und in Leipzig die Rahmenbedingungen passen würden. Besser aber noch in Leipzig, weil es in Düsseldorf viele Fußball-Konkurrenten im Umkreis gibt. Dagegen sind in der Region rund um Leipzig alle Leute hungrig nach Fußball“, sagte der Weltmeister von 1990.

Matthäus ist sich sicher, dass es kaum einen besseren Standort für die Pläne von Red Bull gegeben hätte. „Wenn man heute die Freude und Begeisterung in der Red Bull Arena sieht, finde ich das großartig. Der Plan, in Leipzig etwas aufzubauen, ist zu einhundert Prozent aufgegangen.“

Ob tatsächlich erst Lothar Matthäus auf die Messestadt aufmerksam gemacht hat, ist unklar. Die Entscheidung, das Projekt in Leipzig zu starten, haben die RB-Bosse aber sicher nicht bereut.


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