Es ist offiziell! Sportdirektor Rangnick verlängert bei RB Leipzig

Am Sonntagabend gibt RB Leipzig Entwarnung: Ralf Rangnick bleibt bis mindestens 2021 bei den Roten Bullen.
Am Sonntagabend gibt RB Leipzig Entwarnung: Ralf Rangnick bleibt bis mindestens 2021 bei den Roten Bullen.  © DPA

Leipzig - Auf diese Nachricht haben sämtliche RB Leipzig-Fans sehnlichst gewartet: Sportdirektor Ralf Rangnick bleibt langfristig beim Fußball-Bundesligisten!

Der Architekt und Chefvisionär bleibt RB Leipzig langfristig erhalten. Ralf Rangnick verlängerte einen Tag nach dem 2:0-Bundesligaheimsieg gegen Werder Bremen seinen ursprünglich noch bis Sommer 2019 laufenden Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2021. Das teilte der Verein am Sonntagabend mit.

"Ich bin froh darüber, dass meine Zukunft weiterhin in diesem tollen Club liegt, der eine fantastische Entwicklung genommen hat und dessen Weg aus meiner Sicht noch lange nicht zu Ende ist", sagte Rangnick.

Rangnick ist als Sportdirektor im Hintergrund der unumstrittene Strippenzieher. Mit seiner Philosophie, nur junge Spieler zu verpflichten, die perfekt in den Leipziger Tempo- und Pressing-Fußball passen, setzt Rangnick in Deutschland Maßstäbe. Im Scouting, bei der Verpflichtung von Talenten und der Nachwuchsentwicklung mit eigener Fußball-Akademie sind die Sachen sogar schon am deutschen Rekordmeister FC Bayern München vorbei gezogen.

Die Fußball-Philosophie von RB Leipzig wird noch mindestens bis 2021 fortgeführt und weiterentwickelt.
Die Fußball-Philosophie von RB Leipzig wird noch mindestens bis 2021 fortgeführt und weiterentwickelt.  © DPA

Rangnick sieht sich als Architekt des Konstruktes RB Leipzig - und ist es.

Er hat maßgeblichen Anteil am steilen Aufstieg des erst 2009 gegründeten Leipziger Clubs, den er von der Regionalliga bis in die Champions League in dieser Saison führte. "Er ist der sportliche Motor unseres Vereins und daher auch elementar für unsere zukünftige Entwicklung", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff.

Im Juli 2012 kam der 59 Jahre alte Schwabe als Sportdirektor zum ehemaligen Schwesterverein FC Red Bull Salzburg und war da auch schon für die Entwicklung von Leipzig zuständig. In der Saison 2015/2016 wechselte er dann als Chefcoach der Sachsen auf die Trainerbank und führte den von vielen deutschen Fußball-Fans immer noch als Retorten-Club verhassten Club ins deutsche Oberhaus.

Nach dem Aufstieg hat er mit Coach Ralph Hasenhüttl ein symbiotisches Duo gebildet und Leipzig in kürzestes Zeit in der Bundesliga-Spitze etabliert. "Ich möchte gemeinsam mit Oliver Mintzlaff und unserem Team den Verein auch in den nächsten Jahren weiterentwickeln", erklärte Rangnick.

Er ist akribisch, in vielen Dingen fast schon pedantisch. Im September 2011 musste er wegen eines Burnout-Syndroms beim FC Schalke 04 als Coach aufgeben. Seitdem achtet er auf sich. Er lebt und ernährt sich bewusster, sagt, die seelische und energetische Balance müsse eingehalten werden. Sport und gelegentliche - wenn auch nur kurze - Auszeiten auch bei seiner Familie in Backnang gehören dazu. Heimisch fühlt er sich mittlerweile aber auch in Leipzig. "Meinen Vertrag vorzeitig zu verlängern, ist auch ein Bekenntnis zu dieser wunderschönen Stadt, in der ich mich sehr wohlfühle", sagte er.

Der einst als "Fußball-Professor" betitelte Rangnick hat Visionen wie nur wenige. Wie die aussehen und wie es geht, zeigte er schon von 2006 an, als er den Provinzverein 1899 Hoffenheim aus der Regionalliga zur Herbstmeisterschaft in der Bundesliga führte.

Seine Engagements in Hoffenheim und Leipzig nennt Rangnick mutig und visionär. Entgegen kommen ihm dabei auch die fast uneingeschränkte Finanzkraft - in Hoffenheim mit SAP-Milliardär Dietmar Hopp als Mäzen und in Leipzig mit Red-Bull-Milliardär Dietrich Mateschitz - und die Vereinsstrukturen mit nur wenigen Mitgliedern. So kann Rangnick ohne große Widerstände erfolgreich agieren.

Er gab einst aber zu, dass er ohne die finanziellen Möglichkeiten weder in Hoffenheim in der 3. Liga noch in Leipzig in Liga vier angefangen hätte.


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