RB Leipzigs Kapitän Orban: "Erst wurden wir gejagt, jetzt sind wir die Jäger!"

Leipzig - Sie machten es nicht noch spannender, als es im Kampf um die Champions League ohnehin schon ist. Vizemeister RB Leipzig hat sich im Topspiel gegen Borussia Dortmund zwar ein 1:1 erkämpft, aber erneut eine Führung nicht über die Zeit retten können.

Kampf um jeden Zentimeter: Leipzigs Lukas Klostermann (vorn) gegen BVB-Stürmer Michy Batshuayi.
Kampf um jeden Zentimeter: Leipzigs Lukas Klostermann (vorn) gegen BVB-Stürmer Michy Batshuayi.  © Picture Point/R. Petzsche

Am Samstagabend kam der elfte von insgesamt 24 in der Rückrunde möglich gewesenen Punkte gegen den BVB dazu. Das 1:1 (TAG24 berichtete) war aus Leipziger Sicht unter dem Strich zu wenig, auch wenn es der Trainer anders sieht.

"Es war ein gerechtes Unentschieden", zog Ralph Hasenhüttl nach dem Spiel sein Fazit, "aber man hat beiden Mannschaften in manchen Phasen angemerkt, dass die letzte Entscheidung vor dem Tor nicht immer die richtige war."

11:4 Torschüsse offenbarte die Statistik am Ende. Sieben Chancen mehr als der Tabellenzweite aus Westfalen, aber kein einziges Tor mehr. Und schon wieder konnte RB nach Führung nicht gewinnen. 13 Punkte ließen sie so schon liegen - nur in der Rückrunde!

"Wir waren ein paar Mal aussichtsreich in der Box aber haben viele Aktionen zu überhastet abgeschlossen", so Hasenhüttl. Es war wieder einmal auch Timo Werner, der schon in der 9. Minute zum 1:0 hätte treffen müssen. So wartet er das sechste Spiel in Folge auf ein Tor. "Er war sehr fleißig", sagte sein Trainer, "die Riesenchance hätte ein Brustlöser sein können." Hätte. Könnte. Er war es aber nicht.

RB: Vom Bayern-Verfolger zum Jäger von Schalke, Dortmund, Frankfurt und Leverkusen

Hängender Kopf beim Torschützen: Jean-Kevin Augustin (vorn) konnte die Führung erzielen, doch Dortmund kam durch Marco Reus zurück.
Hängender Kopf beim Torschützen: Jean-Kevin Augustin (vorn) konnte die Führung erzielen, doch Dortmund kam durch Marco Reus zurück.  © Picture Point/K. Kummer

Da die Konkurrenz aus Gelsenkirchen, Frankfurt und Leverkusen am Nachmittag zuvor durchweg gewonnen hatte, wäre auch ein Leipziger Sieg so wichtig gewesen. Immerhin sind es weiterhin nur drei Punkte, die RB von einem direkten Champions-League-Platz trennen.

Der Vorsprung auf den nichteuropäischen Platz sieben (aktuell Hoffenheim) ist auf vier Zähler ausgebaut worden. Zwar ist Platz sechs für Hasenhüttl aktuell kein Drama, aber er hätte auch "nichts dagegen, wenn wir noch ein, zwei Plätze gutmachen würden."

Kapitän Willi Orban sprach zudem nach dem Schlusspfiff die veränderte Rollenverteilung in der Bundesliga an. "Erst wurden wir gejagt, jetzt sind wir die Jäger", sagte der 25-Jährige. Zwischen dem zweiten und sechsten Platz liegen gerade einmal vier Zähler. Der Kampf um die vier Königsklasse-Plätze machen nach derzeitigem Stand sechs Teams unter sich aus.

Im vierten Heimspiel in Folge soll es am Donnerstag endlich mit einem Sieg klappen. Im Hinspiel des Achtelfinals in der Europa League ist der aktuelle Tabellenvierte aus der russischen Premier Liga, Zenit St. Petersburg, zu Gast in Leipzig. Die kamen gegen Abstiegskandidat Amkar Perm am Samstag nicht über ein 0:0 hinaus. Mit einer guten Ausgangsposition soll es eine Woche später an die Ostsee gehen und das Viertelfinalticket gebucht werden.

Torhüter Peter Gulacsi, Kapitän Willi Orban und Verteidiger Konrad Laimer (v.l.n.r.) holten sich Applaus bei den Fans ab.
Torhüter Peter Gulacsi, Kapitän Willi Orban und Verteidiger Konrad Laimer (v.l.n.r.) holten sich Applaus bei den Fans ab.  © Picture Point/R. Petzsche

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