RB Leipzig hat "Scheißgefühl": "Sprachlos, wieso wir so etwas zulassen"

Das Tor, das den FC Bayern vorzeitig zum Herbstmeister machte: Emil Berggreen steigt am höchsten, kein Leipziger kann ihn am 2:2-Ausgleich hindern.
Das Tor, das den FC Bayern vorzeitig zum Herbstmeister machte: Emil Berggreen steigt am höchsten, kein Leipziger kann ihn am 2:2-Ausgleich hindern.  © DPA

Leipzig - Die Köpfe der Spieler von RB Leipzig hingen, nachdem sie nach dem späten 2:2-Ausgleichstreffer von Mainz das Spielfeld verließen. Wieder einmal waren es Standardtore, die die Roten Bullen vor einer fast Mini-Kulisse nicht verteidigen konnten.

"Wir haben es gefühlte 20 Mal reingerufen. Sinn und Zweck ist die Manndeckung und nicht ein oder zwei Meter weit weg zu stehen", zeigte sich Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl bedient, "wir haben einfach nicht gut verteidigt".

Zwei Standard-Gegentore brachten den Vizemeister am Samstag gegen Mainz um den Sieg. Nach einem Freistoß traf Robin Quaison zum zwischenzeitlichen 1:1 (39.). Das späten 2:2 in der 87. Minute erzielte Emil Berggreen nach einer Ecke per Kopf.

"Wir sprechen das immer wieder an vor den Spielen. Ich bin sprachlos, wieso wir wieder so etwas zulassen", tobte Kapitän Willi Orban. Das sah auch Torhüter Peter Gulacsi, der eine Top-Leistung ablieferte und bei den Gegentreffern ohne Abwehrchance war, so. "Es kann nicht sein, dass wir so ein Spiel herschenken", sagte der Ungar.

Nach dem Spiel waren die Tore von Kevin Kampl in der 28. und Timo Werner in der 45.+3 Minute Nebensache. Es überwog der Ärger über die Gegentreffer und über einen kurz vor Schluss nicht gegebenen Elfmeter nach vermeintlichem Foul an Timo Werner.

Kevin Kampl und Yussuf Poulsen traben nach dem Abpfiff vom Platz. RB Leipzig ist nun seit drei Spielen ohne Sieg.
Kevin Kampl und Yussuf Poulsen traben nach dem Abpfiff vom Platz. RB Leipzig ist nun seit drei Spielen ohne Sieg.  © Picture Point/G. Krieg

"Leider hat der Schiri da nicht auf den Monitor geschaut", sagte Hasenhüttl. "Es wäre aber vielleicht noch mal notwendig gewesen. Anscheinend kam die Ansage aus Köln, dass es kein Foul gewesen ist", so der 50-Jährige.

In der Wiederholung konnte man erahnen, dass Jean-Philippe Gbamin Werner auf den Fuß trat und nicht an den Ball kam.

Aus eben dieser Situation resultierte sogar ein Loch in Werners Schuh, das offensichtlich durch Gbamins Stollen hineingebohrt wurde. "Wie man am Schuh sieht, trifft er mich ganz klar mit dem vollen Fuß", sagte Werner am Sky-Mikrofon, "ich habe den Ball zuerst gespielt, es ist ein klarer Elfmeter für mich."

Ebenso strittig war die Szene vor dem 1:1. Stefan Ilsanker brachte Gerrit Holtmann klar vor dem Strafraum zu Fall. Ittrich ließ weiterlaufen, doch wenige Augenblicke später kam der Hinweis vom Videoassistenten aus Köln.

Der Unparteiische ging zur Seitenlinie, schaute sich den Vorfall selbst an einem Bildschirm an. Entgegen des Reglements entschied er auf Freistoß, obwohl er eigentlich Einwurf hätte geben müssen. Obendrein hätte der Video-Assistent bei einer derartigen Szene auch gar nicht eingreifen dürfen.

Wurde in der 75. Minute auf die Tribüne geschickt: Mainz-Trainer Sandro Schwarz (l.).
Wurde in der 75. Minute auf die Tribüne geschickt: Mainz-Trainer Sandro Schwarz (l.).  © DPA

Neben dem Standard-Zoff darf nicht unterschlagen werden, dass Ex-Kapitän, Publikumsliebling und RBL-Rekordspieler Dominik Kaiser das erste Mal in dieser Saison in der Startelf stand - und eine tolle Partie ablieferte. "Domme war sehr ordentlich, es war eine fehlerfreie und engagierte Leistung", lobte Hasenhüttl den 29-Jährigen.

Amüsant wurde es auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. 05-Coach Sandro Schwarz wurde nach 75 Minuten von Schiri Ittrich auf die Tribüne geschickt, verfolgte den Rest des Spiels vom VIP-Bereich aus. "Ich habe seine Leistung wohl etwas lautstark kritisiert", gab der 39-Jährige zu. "Beim 2:2 habe ich dann die Frau neben mir ausversehen auf die Stirn geküsst", lachte Schwarz.

Die Spieler von RB, die laut Kapitän Orban nun ein "Scheißgefühl" haben, bereiten sich ab Sonntag schon auf die Begegnung in der Englischen Woche beim VfL Wolfsburg vor. Am Dienstag steigt dort der 16. und somit vorletzte Spieltag der Hinrunde. Anpfiff in der Volkswagen-Arena ist 18.30 Uhr.

Am Montag blicken die RB-Bosse derweil erst mal ins schweizerische Nyon, wo die Auslosung zur Euro League ab 13 Uhr stattfindet. Auf welche Teams die Leipziger dort treffen können, lest ihr >>>hier.


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