Videoschiri-Ärger und Zuschauer-Negativwert! RB Leipzig spielt nur Remis

Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) schaute sich gleich zwei Szenen auf dem Monitor an und zog damit den Unmut der Zuschauer auf sich.
Schiedsrichter Patrick Ittrich (Hamburg) schaute sich gleich zwei Szenen auf dem Monitor an und zog damit den Unmut der Zuschauer auf sich.  © DPA

Leipzig - Beim ersten Startelf-Einsatz von Dominik Kaiser in dieser Saison ist RB Leipzig gegen den FSV Mainz 05 nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus gekommen. Kampl und Werner trafen für die Bullen, der Unmut der gerade einmal 32.817 Zuschauer gehörte dem Schiedsrichter.

Nach zwei Pleiten in Folge wollte RB gegen Mainz wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Aber auch die Gäste verloren zuletzt doppelt, traten anfangs sehr forsch auf. Das Aufbauspiel der Bullen hingegen hinkte in der ersten viertel Stunde gewaltig, lediglich einen Torschuss brachte der Vizemeister zustande. Ab der 17. Minute fand RB dann aber zu seinem Spiel.

Kampl konnte nach traumhafter Stafette inklusive Poulsen-Hacke nach 28 Minuten das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 erzielen (28.). Nach einer umstrittenen Szene gab Schiedsrichter Ittrich nach Blick auf den Bildschirm Freistoß an der Strafraumkante für Mainz, aus dem das 1:1 durch Quaison resultierte (39).

Ein Elfmetertor von Werner in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit besiegelte den 2:1-Halbzeitstand. Kaiser, der RB wohl im Sommer verlässt, spulte starke erste 45 Minuten ab und wurde erst wenige Minuten vor dem Ende ausgewechselt.

Das rot-weiße Spiel fror im zweiten Durchgang deutlich ein, Mainz kam zu mehreren Gelegenheiten und nutzte eine davon kurz vor Schluss auch noch zum 2:2-Endstand.

Negativrekord: Die 39.265 Zuschauer beim ersten Heimspiel gegen Freiburg wurden am Samstag um knapp 6500 unterboten.

Die ist sie, die Jubelfaust! Timo Werner konnte kurz vor der Halbzeit das 2:1 per Elfmeter erzielen. Das reichte am Ende aber nicht.
Die ist sie, die Jubelfaust! Timo Werner konnte kurz vor der Halbzeit das 2:1 per Elfmeter erzielen. Das reichte am Ende aber nicht.  © DPA

Vier Spieler schonte RB-Coach Ralph Hasenhüttl im Vergleich zum Besiktas-Spiel am Mittwoch. Halstenberg, Keita, Augustin und Bruma nahmen auf der Bank Platz. Ex-Kapitän Kaiser kam zu seinem Startelf-Debüt in dieser Saison.

Das Spiel begann behäbig, die Gäste hatten in der Anfangsphase leichte Feldvorteile, das Aufbauspiel der Leipziger lief nicht flüssig, RB war regelrecht ungefährlich.

Kaiser spielte dann einen genialen Pass in die Spitze zu Werner, dessen Abschluss aber in 05-Torhüter Zentner seinen Meister fand (19.). Laimer tänzelte nach einer Gelben Karte gegen sich auf Messers beziehungsweise Schiedsrichter Ittrichs Schneide, leistete sich immer wieder kleine Tacklings.

Nach 28 Minuten war es dann abermals Werner, der mit einem schönen Schuss aus der Drehung den Abschluss suchte. Zentner konnte wieder abwehren. Eine wunderschöne Kombination führte dann zur Führung für RB. Einen Pass von Laimer spitzelte Poulsen mit der Hacke weiter zu Demme. Der passte direkt auf Kampl, der mit einem schönen Heberschuss das 1:0 markierte (28.).

Videoschiri-Verwirrung nach 35 Minuten: Ganze zwei Minuten musste sich Ittrich eine Szene am Sechzehner zwischen Ilsanker und Holtmann auf dem Bildschirm anschauen, ehe er (zurecht) auf Gelb für den Österreicher und Freistoß gegen RB entschied. Kurios: Den konnte Gulacsi erst Weltklasse abwehren, doch Quaison staubte zum 1:1 ab (39.).

Man hatte schon gedacht, der Unmut der RB-Fans läge mal wieder beim Unparteiischen. Dann entschied der aber nach einem Foul auf Elfmeter - sicherte sich dies aber erneut auf dem Bildschirm ab. Er zeigte auf den Punkt, den fälligen Strafstoß verwandelte Werner zum 2:1-Halbzeitstand.

Das Spiel von RB Leipzig war in der zweiten Halbzeit sehr holprig.
Das Spiel von RB Leipzig war in der zweiten Halbzeit sehr holprig.  © DPA

Hasenhüttl ließ die Gelb vorbelasteten Ilsanker und Laimer auf der Bank, brachte Bruma und Compper rein. Für Letzteren war es der zweite Bundesliga-Einsatz in dieser Saison.

Eine schöne Kombination von Bruma und Bernardo bescherte RB die erste Gelegenheit im zweiten Durchgang, die Zentner jedoch zur Ecke abwehren konnte (50.).

Einen Angriff von Mainz wehrte Bernardo in der 56. Minute per Kopf nach vorn ab. Dort stand Holtmann, schoss direkt und sehr platziert auf den Kasten. Doch Krake Gulacsi rettete zum Eckball.

Den Außentemperaturen entsprechend fror das Angriffsspiel der Leipziger in den zweiten 45 Minuten ein. Stattdessen konnte Mainz die ein oder andere Möglichkeit verbuchen.

15 Minuten vor dem Spielende mussten die 05er auf die Anweisungen ihres Trainers Sandro Schwarz verzichten, der wegen Meckerns auf die Tribüne geschickt wurde.

Und die schwache zweite Halbzeit wurde am Ende noch bestraft. Emil Berggreen traf nach einer Ecke per Kopf zum 2:2 (86.). Dabei blieb es auch.

Mit dem Remis gegen Mainz bleiben die Roten Bullen zwar Zweiter hinter dem FC Bayern (parallel 1:0 in Frankfurt). Schalke kann mit einem Sieg im Abendspiel in Mönchengladbach aber noch vorbeiziehen.

Nach der Auslosung des Sechzehntelfinals der Euro League am Montag (13 Uhr) wartet einen Tag später für RB Leipzig auswärts der VfL Wolfsburg in der Englischen Woche. Anpfiff in der Volkswagen-Arena ist 18.30 Uhr.


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