RB-Pleite gegen Hertha: "So viel Kopflosigkeit hab' ich lang nicht mehr gesehen!"

Ist froh, dass jetzt Winterpause ist: RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl.
Ist froh, dass jetzt Winterpause ist: RB Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl.  © Picture Point

Leipzig - "So viel Kopflosigkeit hab' ich von meiner Mannschaft schon lang nicht mehr gesehen." RB-Trainer Ralph Hasenhüttl (50) war nach der unnötigen ersten Heimpleite gegen Hertha BSC (2:3, TAG24 berichtete) so richtig bedient. Besonders ein Ex-Leipziger machte den Bullen das Leben zur Hölle, die auf dem fünften Platz überwintern.

Nicht besonders herzlich fiel Davie Selkes (22) Abschied aus Leipzig im Sommer 2017 aus. Nach einem guten ersten, aber einem maximal durchschnittlichen zweiten Jahr bei RB entschied er sich zum Wechsel zur Hertha.

Dort scheint er angekommen zu sein. Das demonstrierte er am Sonntag eindrucksvoll. Ausgerechnet gegen RB. Ausgerechnet in Leipzig: Zwei Tore steuerte der 22-Jährige bei Herthas Dreier dazu.

Die Zahl 3 war auch Stunden nach dem Spiel Thema beim Vizemeister. Denn Marcel Halstenberg (26) prallte nach seinem Kopfballtor zum 2:3-Endstand in der Nachspielzeit gegen den Pfosten. Diagnose: Dreifacher Mittelhandbruch, Operation am Montag (TAG24 berichtete).

Zurück zum Spiel. Das war äußerst durchwachsen. Und trotz 83-minütiger Überzahl nach einer Roten Karte gegen Herthas Jordan Torunarigha konnte RB einen 0:1-Rückstand nicht mehr drehen. Im Gegenteil. Sie fingen sich sogar noch zwei Treffer.

War am Sonntag nicht zu stoppen: Der ehemalige Leipziger Davie Selke (r.) knockte RB Leipzig mit zwei Toren fast im Alleingang aus.
War am Sonntag nicht zu stoppen: Der ehemalige Leipziger Davie Selke (r.) knockte RB Leipzig mit zwei Toren fast im Alleingang aus.  © Picture Point

"Leider Gottes waren wir erst viel zu spät auf dem Platz", sagte Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Spiel. "Wir haben die letzte Entschlossenheit nicht gehabt und waren nicht cool und clever, die Überzahl auszuspielen", so der Österreicher.

Mickrige 16 Prozent Ballbesitz hatten die Gäste im zweiten Durchgang, konnten dennoch noch ein drittes Tor nachlegen. "Heute ist alles schief gelaufen", gab ein sichtlich geknickter Torhüter Peter Gulacsi (27), dessen vorzeitige Vertragsverlängerung vor dem Spiel bekannt gegeben wurde, zu. "Nach der Roten Karte war klar, dass sie verteidigen werden und wir das Spiel machen müssen."

Das taten sie auch. Aber echte Torgefahr war Mangelware. "Wenn man so lang in Überzahl spielt, müssen wir es besser machen", sagte Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (21), "nach vorn ist uns zu wenig eingefallen."

Schwachstelle auch am Sonntag: Standards. Nach zwei Ecken trafen Salomon Kalou und Selke zum 2:0 und 3:0 für BSC. Dieses Thema sollten die Roten Bullen in der Winterpause angehen. Apropos Winterpause.

"Die haben wir uns verdient", freute sich Hasenhüttl auf die bevorstehenden zwei freien Wochen. "Wir haben die großen Mannschaften zu Hause, da müssen wir dann anders auftreten als heute", so der 50-Jährige. Mit Schalke, Augsburg, Dortmund, Bayern, Leverkusen und Hoffenheim empfängt der Vizemeister gleich sechs Teams aus der ersten Tabellenhälfte daheim. Lediglich gegen Gladbach müssen die Sachsen auswärts ran. Könnte ein Vorteil für die heimstarken Bullen sein.

15 Tage frei nun also, ehe es am 2. Januar mit der Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Schalke 04 weitergeht (13. Januar, 18.30 Uhr). Mal schauen, ob RB voller Energie aus der Pause kommt oder aus dem Winterschlaf nicht mehr aufwacht.

Hängende Köpfe, unnötige Niederlage, Fassungslosigkeit: Bruma (l.) und Willi Orban verstanden nach dem Abpfiff die Welt nicht mehr.
Hängende Köpfe, unnötige Niederlage, Fassungslosigkeit: Bruma (l.) und Willi Orban verstanden nach dem Abpfiff die Welt nicht mehr.  © Picture Point

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