RB Leipzig ist nach dem 4:5-Wahnsinn gegen den FC Bayern "ziemlich angepisst"

Stefan Ilsanker hat sich nach der Last-Minute-Pleite buchstäblich in den Allerwertesten gebissen. Sein Trikot überlebte den Wutausbruch nicht.
Stefan Ilsanker hat sich nach der Last-Minute-Pleite buchstäblich in den Allerwertesten gebissen. Sein Trikot überlebte den Wutausbruch nicht.  © Picture Point

Leipzig - Einen Tag nach dem nahezu unfassbaren 4:5 von RB gegen den FC Bayern (TAG24 berichtete) sitzt der Stachel trotz der erreichten Vizemeisterschaft noch tief.

"Am Ende ist das Ergebnis bitter", sagten Mittelfeld-Regisseur Diego Demme und Stürmer Yussuf Poulsen nach dem Abpfiff. Innenverteidiger Marvin Compper war sogar "richtig angepisst und leer."

Obwohl die Leipziger eine eigentlich komfortable 4:2-Führung ab der 84. Minute noch aus der Hand gaben, können sie dennoch stolz auf eine herausragende Saison mit vielen Höhen und wenigen Tiefen sein.

Hochs und Tiefs hatte auch das Neun-Tore-Spektakel gegen den 27-maligen Deutschen Meister. "Vier Tore hätten eigentlich reichen müssen", resümierte Compper kopfschüttelnd.

Auf der Pressekonferenz zeigte sich Bayern-Coach Carlo Ancelotti begeistert von einem "verrückten Spiel mit einem verrückten Ergebnis." Er prophezeite Leipzig in Zukunft obendrein keinen Einbruch. "RB war eine Überraschung. Sie werden aber auch nächste Saison gut abschneiden", sagte der 57-Jährige.

Bei seinem Gegenüber überragte eher die Freude über die erbrachte Leistung als die Trauer über den vergebenen Sieg. "Es war ein unglaublicher Nachmittag", sagte Hasenhüttl. Er habe so ein Spiel "noch nicht gesehen."

Der 49-Jährige ist sich sicher: "Wir haben zwar heute keine Punkte, dafür aber viele Sympathien gewonnen. Ich bin stolz, was wir den Fans anbieten konnten."

Gefeiert wurde trotz des Bayern-Schocks dann doch noch. Die Schützenhilfe von Dortmund (nur 1:1 in Augsburg) verhalf RB zur Vizemeisterschaft.
Gefeiert wurde trotz des Bayern-Schocks dann doch noch. Die Schützenhilfe von Dortmund (nur 1:1 in Augsburg) verhalf RB zur Vizemeisterschaft.  © Huebner/Voigt

Eine kleine Kritik äußerte der Cheftrainer dann doch noch. "Dass wir eine Zwei-Tore-Führung eine viertel Stunde vor Schluss mit einem Punktgewinn gleichsetzen", sagte Hasenhüttl, "da sind wir noch zu naiv."

Den Grund für die Niederlage sieht Demme derweil in der letzten Situation vor dem Abpfiff, die Arjen Robben in der 5. Minute der Nachspielzeit zum Siegtreffer für den FCB nutzte: "Wir hätten den letzten Konter unterbinden müssen."

Entweder Compper oder Stefan Ilsanker hätten kurz vor dem Strafraum ein taktisches Foul gegen Robben in Kauf nehmen müssen, um das 4:5 zu verhindern. Taten sie nicht. Schwamm drüber.

Mit der Schiedsrichterleistung von Tobias Stieler (Hamburg) war der ein oder andere Akteur in den Leipziger Reihen nicht einverstanden. "Es waren einige unglückliche Aktionen dabei", meinte zum Beispiel Diego Demme.

Und auch für Marcel Sabitzer, der nach 65 Sekunden zur Führung traf, gab es "einige fragwürdige Entscheidungen rund um den Strafraum." Compper wollte hingegen "keinen anderen Schuldigen für die Niederlage finden."

Frust über die Niederlage gegen die Über-Bayern, die diese Eigenschaft erst ab der 84. Minute zeigten, herrschte am Ende aber nicht. "Wir feiern jetzt ein bisschen - alles gut", sagte Sabitzer und verabschiedete sich unter die Dusche. Anschließend ließen er und der Rest der Mannschaft die Saison auf der Bühne der Festwiese vor Tausenden Fans ausklingen.

Ein Spiel gibt's dann aber doch noch: Kommenden Samstag (15.30 Uhr) gastiert der frischgebackene Vizemeister bei Pokalfinalist Eintracht Frankfurt. Die Hessen sind im Tabellenmittelfeld, haben mit der Euro League und dem Abstieg nichts mehr zu tun. Dennoch wollen sich beide mit einem Sieg in die Sommerpause verabschieden.


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