Wieder Zweiter! RB Leipzig zittert sich zum Sieg in der Kältekammer

Naby Keita (M.) erzielte in der 34. Minute per Weitschuss das 1:0 für RB Leipzig - sein zweites Saisontor.
Naby Keita (M.) erzielte in der 34. Minute per Weitschuss das 1:0 für RB Leipzig - sein zweites Saisontor.  © DPA

Leipzig - RB Leipzig hat sich vom 4:1-Erfolg in Monaco tragen lassen. Gegen Werder Bremen feierten die Roten Bullen vor 40.172 Zuschauern einen 2:0 (1:0)-Erfolg und verkürzten dank Keita und Bernardo den Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern auf drei Punkte.

Vier Remis in sechs Auswärtsspielen - RB war vor dem Duell vor Bremens Bilanz gewarnt. Auch, weil man das letzte Aufeinandertreffen gegen Werder mit 0:3 verlor.

Die Gäste aus dem hohen Norden brachten nicht nur das nasskalte Wetter mit, sondern auch ordentlich Selbstbewusstsein vom jüngsten Sieg gegen Hannover (4:0).

Hasenhüttl erwartete gegen den SVW einen offenen Schlagabtausch, den es im ersten Durchgang tatsächlich auch gab. Ein Tor für Leipzig zählte nach 20 Minuten zurecht nicht, da der angeschossene Orban klar im Abseits stand.

Keita brachte die Gastgeber mit einem Weitschuss dann in Führung (34.). RB bestimmte fortan das Spiel, kam aber zu selten zu klaren Möglichkeit. Der Torschütze sorgte nach 65 Minuten für eine Schrecksekunde, nachdem er nach einem Bodycheck behandelt werden musste. Für ihn ging es aber weiter.

RB hatte bei einem Bartels-Versuch Glück (74.), ehe Poulsen nach toller Einzelleistung die Vorentscheidung verpasste (78.). Bernardo machte für die Bullen kurz vor Schluss mit einer tollen Direktabnahme alles klar (87.).

Guckguck, wen haben wir denn da? Stürmer Jean-Kevin Augustin war es wohl trotz Aufwärmen zu kalt.
Guckguck, wen haben wir denn da? Stürmer Jean-Kevin Augustin war es wohl trotz Aufwärmen zu kalt.  © DPA

Die große Rotation nach dem Sieg bei der AS Monaco blieb aus. RB-Trainer Ralph Hasenhüttl musste lediglich auf Marcel Sabitzer (ausgekugelte Schulter) verzichten. Für ihn spielte Diego Demme.

Beide Teams tasteten sich auf dem nassen Rasen erst mal ab. Nach fünf Minuten hätte es aber schon klingeln können: Klostermann mit einer scharfen Hereingabe in die Mitte, Veljkovic konnte aber vor Werner klären.

Über die Flügel ließ RB den Gästen immer wieder zu viel Platz. Doch der letzte Pass vor Gulacsis Kasten fehlte den Bremern, sodass sie zu keiner nennenswerten Chance kamen. Zudem rettete das Duo Orban/Upamecano mehrmals in höchster Not.

Kuriose Szene nach 20 Minuten: Werner ließ auf Rechtsaußen seinen Gegenspieler alt aussehen, legte zurück auf Halstenberg. Der hämmerte den Ball aufs Tor, traf aber noch den im Abseits stehenden Orban am Kopf. Der Ball ging zwar ins Netz, doch der Treffer zählte zurecht nicht.

Doch es klingelte noch mal! Nach einer verunglückten Abwehraktion von Bremens Delaney nahm Keita aus 16 Metern allen Mut zusammen und schoss direkt auf Pavlenkas Tor. Der Schuss war zwar nicht hart, aber so platziert, dass der Ball vom Innenpfosten hinter die Linie kullerte - die Führung für RB (34.).

Bremen - sichtlich geschockt vom Rückstand - schwamm plötzlich gehörig hinten drin, hatte bei einer erneuten Abseitsstellung (diesmal Werner) Glück. Die Angriffe der Gäste konnte Leipzig klären, mit einer insgesamt verdienten Führung ging es in die Halbzeitpause.

Vorentscheidung verpasst: Poulsen schießt am Tor vorbei, später sorgt Bernardo für die Entscheidung.
Vorentscheidung verpasst: Poulsen schießt am Tor vorbei, später sorgt Bernardo für die Entscheidung.  © Picture Point/R. Petzsche

Mit Bernardo für Halstenberg wechselte Hasenhüttl zur zweiten Halbzeit auf der Linksverteidigerposition.

Die Partie blieb auch nach Wiederanpfiff offen, Fehler und Ausrutscher aufgrund des nassen Rasens passierten zur Genüge.

Bremen sorgte in der 58. Minute mit einem sehenswerten Angriff für Staunen: Delaney mit feiner Ballmitnahme und der Flanke vors Tor. Dort versuchte sich Bartels mit einem Fallrückzieher, der allerdings keinen Bums hatte - Gulacsi ohne Probleme.

Schrecksekunde für RB: Naby Keita blieb nach einem Bodycheck mit Bargfrede liegen, musste am Knöchel behandelt werden, konnte jedoch weiterspielen (65.).

Bremens Toptorjäger Max Kruse prüfte sieben Minuten später mit einem unplatzierten Schuss RB-Keeper Gulacsi (72.).

Vom Vizemeister kam in der Folge zu wenig. Immer wieder machten Fehlpässe den Spielaufbau zunichte. So wurde es schwer, einen zweiten Treffer nachzulegen und das Spiel blieb damit offen. Bartels scheiterte anschließend freistehend (74.).

Poulsen tankte sich danach mal im Strafraum herrlich durch, schoss jedoch am doch so breiten Kasten vorbei und vergab das 2:0 (78.). RB sehnte zwar den Abpfiff herbei, doch Bernardo machte dann doch noch den Deckel mit einem schönen Direktschuss drauf (87.)

Durch den Sieg und Schalkes verrücktes 4:4 in Dortmund klettert RB auf Rang zwei und verkürzt den Rückstand auf Tabellenführer Bayern (spielen 18.30 Uhr in Gladbach) vorerst auf drei Punkte. Am kommenden Samstag ist RB zu Gast bei der TSG 1899 Hoffenheim. Anstoß ist wieder 15.30 Uhr.


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