Nach RB Leipzigs 2:5-Debakel: Keine Vertrags-Gespräche mit Hasenhüttl

Leipzig - Vizemeister RB Leipzig ist nach einer grandiosen ersten Bundesligasaison und einer soliden ersten Hälfte der aktuellen Spielzeit jetzt auf den harten Boden der Tatsachen angekommen. Nach dem 2:5 gegen Europa-Konkurrent 1899 Hoffenheim kündigte Sportdirektor Ralf Rangnick an: "Wir werden bis zum Saisonende keine Vertragsgespräche führen!"

Kündigte an, dass Vertragsgespräche auf das Saisonende verschoben werden: RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick (59).
Kündigte an, dass Vertragsgespräche auf das Saisonende verschoben werden: RB Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick (59).  © DPA

Puuuh, die Pleite muss erst mal verdaut werden. Im direkten Duell um einen europäischen Startplatz für die kommende Saison mussten sich die Sachsen Hoffenheim klar geschlagen geben und wurden von der TSG auch überholt (TAG24 berichtete).

Nach wie vor ungewiss ist die Zukunft von Chefcoach Ralph Hasenhüttl. Bislang hatte sich der 50-Jährige zwar schon mit Sportdirektor Rangnick und Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (42) zusammengesetzt, um über eine weitere Zusammenarbeit über 2019 hinaus zu sprechen. Passiert ist seitdem nichts. Und das bleibt vorerst auch so.

Denn Rangnick kündigte an: "Wir haben Ralph gesagt, dass wir in den nächsten Wochen die volle Konzentration auf die letzten drei Spiele brauchen. Wir werden bis zum Saisonende keine Vertragsgespräche führen." Dies gelte übrigens auch für Topstürmer Timo Werner (22, Vertrag bis 2020) sowie für "alle anderen".

Hasenhüttl will bleiben, aber wird er das auch?

Ob er seinen Vertrag bei den Roten Bullen verlängert, hängt wohl auch vom Abschneiden in der Bundesliga ab.
Ob er seinen Vertrag bei den Roten Bullen verlängert, hängt wohl auch vom Abschneiden in der Bundesliga ab.  © DPA

Der Trainer hatte zuletzt betont, dass er sich mit dem Verein in "sehr guten" Gesprächen befinde und sich beide Seiten auch "sehr gut vorstellen können, über 2019 hinaus weiter zusammen zu arbeiten" (TAG24 berichtete).

Vor wenigen Tagen zog der Österreicher selbst aber die Handbremse: "Es gab kein weiteres Treffen oder Gespräch. Wir haben andere Sorgen."

Der Sportdirektor wurde nach dem Debakel gegen seinen Ex-Klub am Samstag deutlich und schoss mit den Aussagen auch gegen den Coach: "Was mir und den Spielern am meisten Sorgen macht, ist die Gegentorflut. Da brauchst du kein Fußballfachmann zu sein um zu sehen, wo der Hebel anzusetzen ist."

Aber wo liegen die Gründe in der derzeitigen Talfahrt? "Wir verteidigen als Mannschaft nicht mehr so wie vorher. Wenn wir in den letzten drei Spielen so auftreten, werden wir auch diese nicht gewinnen." Mit Mainz, Wolfsburg und Hertha BSC warten da drei Teams, die allesamt (teils weit) hinter RB in der Tabelle stehen.

Ob die Sachsen am Ende doch noch die Champions League, nur die Europa League oder gar nichts von beiden erreichen, hat hinsichtlich der Planungen für 2018/19 keinen Einfluss. "Dass ein Nichterreichen der Euro League finanzielle Auswirkungen hat, ist klar", sagte Rangnick, stellte jedoch gleichzeitig klar: "Es ändert grundsätzlich aber nichts daran, was wir vorhaben zu machen", sagte der 59-Jährige.

Natürlich sei dann der Handlungsspielraum eingeschränkt. Aber das gehe jedem Verein in der Bundesliga so, "ausgenommen Bayern München", so Rangnick.


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