Wolfsburg hält dem Kieler Druck stand und bleibt in der Bundesliga

Kiel - Der VfL Wolfsburg bleibt der 1. Bundesliga erhalten! Der 1:0-Erfolg in Kiel löste großen Jubel bei den über 2.000 mitgereisten Anhängern aus.

Intensive Zweikämpfe: Wolfsburgs Joshua Guilavogui im Duell mit Kiels Kapitän Rafael Czichos.
Intensive Zweikämpfe: Wolfsburgs Joshua Guilavogui im Duell mit Kiels Kapitän Rafael Czichos.  © DPA

Nach dem 3:1-Sieg des VfL Wolfsburg im Hinspiel haben die "Wölfe" auch das Rückspiel bei Holstein Kiel vor 11.874 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion mit 1:0 dank eines Tores von Eigengewächs Robin Knoche in der 75. Minute gewonnen.

In der Partie war von Beginn an Feuer drin, Holstein fand deutlich besser in die Zweikämpfe, als noch in der Anfangsphase des Hinspiels. Die Duelle wurden auf beiden Seiten sehr intensiv geführt. Die offensive Ausrichtung beider Mannschaften sorgte in der ersten Halbzeit für ein mitreißendes und spannendes Spiel.

Die Wolfsburger hatten die erste Chance des Spiels. Einen scharf getretenen Freistoß von "Wölfe"-Kapitän Maximilian Arnold köpfte Felix Uduokhai knapp vorbei (2.).

Doch auch Kiel versteckte sich nicht. Patrick Herrmann und Tom Weilandt kombinierten sich auf der rechten Seite durch, Weilandt flankte auf Marvin Ducksch, der den Ball aber nicht voll traf (9.). Nur fünf Minuten später hatte die KSV die erste große Möglichkeit. Aaron Seydel setzte sich mit einer starken Einzelaktion am linken Strafraumeck durch und zog ab - doch die Kunstlederkugel strich um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei!

Dann war der VfL wieder an der Reihe. Kiels Keeper Kenneth Kronholm musste einen tückischen Aufsetzer-Freistoß von Arnold parieren und tat das in Klassemanier (16.).

Eine Minute später schien es für die Kieler noch bitterer zu kommen. Yunus Malli verlud Kronholm und netzte ein - der Treffer zählte aber nicht!

Videoschiedsrichter Robert Hartmann machte Schiedsrichter Daniel Siebert darauf aufmerksam, dass VfL-Stürmer Divock Origi im Sichtfeld von Kronholm und im Abseits gestanden hatte. Korrekte Entscheidung!

Wer streckt sein Bein höher? Kiels Kingsley Schindler oder Wolfsburgs William?
Wer streckt sein Bein höher? Kiels Kingsley Schindler oder Wolfsburgs William?  © DPA

Wolfsburg hatte vor der Pause noch drei weitere Gelegenheiten zur Führung. Knoche grätschte den Ball knapp neben das Tor (23.), Origi scheiterte mit einem Distanzschuss an Kronholm (41.) und Josip Brekalo jagte die Kugel über den Kieler Kasten (42.).

Die KSV hatte deutlich mehr Ballbesitz, kam aber nur selten in die gefährliche Zone. Hier machte sich das Fehlen von Kiels Spielgestalter Dominick Drexler (Oberschenkelprobleme) bemerkbar, dessen Kreativität und individuelle Qualität Holstein abging.

In der Nachspielzeit kam David Kinsombi nach einer weiteren guten Kieler Kombination nur noch mit der Hacke an den Ball - kein Problem für VfL-Torwart Koen Casteels (45+1.).

Nach der Pause machte Kiel weiter Druck. Nach einer scharfen Flanke von Herrmann schoss Seydel den Ball mit der Hacke aufs Tor, doch Wolfsburgs Schlussmann Casteels lenkte die Kugel mit einem erstklassigen Reflex zur Ecke (47.).

Wolfsburg obenauf: VfL-Verteidiger John Anthony Brooks steht in der Luft, während Kiels Kingsley Schindler staunend zuguckt.
Wolfsburg obenauf: VfL-Verteidiger John Anthony Brooks steht in der Luft, während Kiels Kingsley Schindler staunend zuguckt.  © DPA

Kiel - vom euphorisierten Publikum angestachelt - hielt das Tempo hoch und schnürte Wolfsburg teilweise in der eigenen Hälfte ein. Abschlüsse gab es aber weiterhin nur wenige, weil der letzte Pass oft nicht präzise genug gespielt wurde und die kompakte VfL-Deckung sich keine Blöße gab.

Nach einigen Unterbrechungen gab es erst in der 74. Minute den nächsten Abschluss. Wieder scheiterte Arnold mit einem strammen Schuss am Kieler Keeper, der die Kugel zur Ecke lenkte. Diese wurde von Arnold mit Schnitt an den Fünf-Meter-Raum gespielt, wo Knoche freigeblockt wurde und wuchtig einköpfte - 0:1 (75.)!

Die Vorentscheidung. Nun öffnete Kiel und wechselte offensiv. Origi vergab eine große Konterchance kläglich (82.).

Doch Kiel gab nicht auf und traf nach einer Ecke von Ducksch. Der eingewechselte Dominic Peitz verlängerte, Rafael Czichos machte eine aktive Bewegung mit der Hand - wieder wurde der Treffer nach Intervenieren des Videoschiedsrichters nicht gegeben (87.)!

So konnte Wolfsburg den Klassenverbleib feiern.

Wolfsburg setzte sich insgesamt verdient gegen Kiel durch und spielte so, wie man es von den "Wölfen" in der Bundesliga-Saison nur selten gesehen hatte: mannschaftlich geschlossen. Gepaart mit der hohen individuellen Klasse des VfL war das zu viel für naive und abschlussschwache Kieler, um sich in den beiden Spielen durchzusetzen.


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