Tennisball-Attacke und 90-Minuten-Protest: RB Leipzig verliert 6-Punkte-Spiel

Hunderte Eintracht-Fans betraten kurz vor dem Anpfiff aus der Nordwestkurve kommend das Stadioninnere und positionierten sich hinter den Werbebanden.
Hunderte Eintracht-Fans betraten kurz vor dem Anpfiff aus der Nordwestkurve kommend das Stadioninnere und positionierten sich hinter den Werbebanden.  © Picture Point/R. Petzsche

Frankfurt - Pleite bei der Montag-Premiere! RB Leipzig hat am Abend bei Verfolger Eintracht Frankfurt eine bittere 1:2 (1:2)-Niederlage einstecken müssen. Im direkten Duell müssen die Bullen die SGE ziehen lassen und beenden als Fünfter den 23. Spieltag. Doch das Sportliche rückte in den Hintergrund: Die Frankfurter Anhänger stürmten zu Spielbeginn den Innenbereich und sorgten für einen verspäteten Anpfiff. Auch eine dreifache Tennisball-Attacke war dabei (TAG24 berichtete).

Im Vorfeld machten beide Fanlager mit Protestaktionen gegen die Ausdehnung der Bundesliga-Spieltage auf sich aufmerksam: Die SGE-Anhänger planten ein 90-minütiges Schweigen, die Leipziger wollten trotz Bus-Spende gar nicht erst anreisen. Beides bewahrheitete sich nicht.

Sportlich bot vor allem Durchgang eins einiges. Beide Mannschaften ließen sich von den ohrenbetäubenden Pfeifgeräuschen nicht irritieren und spulten Angriff für Angriff ab. Augustins Führungstreffer (13.) glich zuerst Chandler (22.) aus. Boateng drehte das Spiel sogar (26.), ehe es nach einer halben Stunde Aufregung im Strafraum gab: Sabitzer fiel, der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, wurde aber noch vom Video-Assitenten umgestimmt (33.).

Rebic hatte kurz vor der Pause nach einem Konter noch eine dicke Chance, scheiterte aber an Gulacsi (43.). Mit Abpfiff der ersten 45 Minuten gerieten die Kicker beider Mannschaften vor 45.100 Zuschauern noch ordentlich aneinander - ohne Konsequenzen.

Sportlich ging in der zweiten Halbzeit wenig zusammen. Hallers Verstolperer verhinderte das wahrscheinlich vorentscheidende 3:1 (67.). Die Bullen kamen nicht mehr zurück und fliegen durch die Pleite von den Champions-League-Plätzen.

Nach dem frühen Leipziger Führungstreffer konnten Timothy Chandler (Bild) und Kevin-Prince Boateng das Spiel in der ersten Halbzeit drehen.
Nach dem frühen Leipziger Führungstreffer konnten Timothy Chandler (Bild) und Kevin-Prince Boateng das Spiel in der ersten Halbzeit drehen.  © DPA

Nach dem 3:1-Sieg beim SSC Neapel stellte Hasenhüttl sein Team auf vier Positionen um: Im ungewohnten 4-3-2-1 ersetzten Ilsanker, Lookman und Augustin Kampl, Bruma und Werner. Zudem rückte Demme als zusätzlicher Sechser für Poulsen in die Startelf.

Aufgrund des Innenraums-Sturms pfiff Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) die Partie fünf Minuten später an, obwohl sich Hunderte SGE-Fans noch hinter den Werbebanden befanden.

Beide Teams ließen sich von der außergewöhnlichen Atmosphäre wenig beeindrucken, spielten munter auf - mit dem besseren Start für die Gäste. Nach einem schönen Doppelpass mit Demme passte Laimer auf Augustin, der den Ball aus wenigen Metern ins Tor beförderte - 0:1 (13.).

Doch nur elf Minuten später traf Chandler nach einem Leipziger Abwehr-Wirrwarr am zweiten Pfosten zum Ausgleich (22.). Und es kam gleich knüppeldick: Rebic spielte den zentralen Boateng wunderbar an und der konnte das Spiel sogar drehen - 2:1 (26.).

Die Partie fand keine Ruhe: Nachdem Sabitzer im Sechzehner fiel, zeigte Zwayer auf den Punkt. Doch der Videoassistent stimmte ihn um, es gab keinen Elfmeter (33.). Kurz vor der Halbzeitpause klingelte es dann fast noch einmal für die Eintracht: Rebic scheiterte nach einem Konter aber an Gulacsi (43.).

Mit einer heftigen Rangelei wurde die erste Halbzeit beim Stand von 2:1 für Frankfurt abgepfiffen. Zeit, die Gemüter auf und neben dem Platz herunter zu kühlen.

Hunderte Tennisbälle verzögerten den Wiederanpfiff. RB-Torhüter Peter Gulacsi half beim Aufräumen.
Hunderte Tennisbälle verzögerten den Wiederanpfiff. RB-Torhüter Peter Gulacsi half beim Aufräumen.  © DPA

Aufgrund des Rückstands kam zum zweiten Durchgang Stürmer Poulsen für Defensivkraft Demme. Fortan spielte RB wieder im 4-4-2.

Doch bevor überhaupt wieder angepfiffen werden konnte, flogen aus dem Eintracht-Block gleich dreimal dutzende Tennisbälle aufs Spielfeld und verzögerten den Anpfiff.

Einer Ecke von RB folgte ein Konter der SGE: Rebic spielt quer auf Haller, der den Schuss allerdings verstolperte und eine dicke Chance zum 3:1 ausließ (67.).

Viel passierte nicht mehr. Nicht unverdient reist RB mit einer Niederlage zurück nach Leipzig. Bitter: Anstatt wieder Zweiter zu werden, beenden sie den Spieltag als Fünfter. Die Eintracht klettert auf drei.

Zwei Tage haben die Roten Bullen jetzt Zeit, sich nach diesem wahrhaftigen Chaos-Match auf das Europa-League-Rückspiel gegen den SSC Neapel (Donnerstag, 19 Uhr/Sky live) vorzubereiten. Das nächste Punktspiel steigt am kommenden Sonntag daheim gegen Schlusslicht Köln (18 Uhr).


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