Strenge Regeln: Darauf müssen die RB-Spieler verzichten

Strenge Miene, strenge Regeln: Bei RB Leipzig wird Professionalität groß geschrieben.
Strenge Miene, strenge Regeln: Bei RB Leipzig wird Professionalität groß geschrieben.  © Picture Point

Leipzig - Dass bei Aufsteiger RB hoher Wert auf absolute Professionalität gelegt wird, ist kein Geheimnis. Was die Spieler wirklich dürfen und worauf sie verzichten müssen, zeigt eine TV-Doku.

Im 2. Teil der Dokumentation "Generation Power-Fußball - die Idee RB Leipzig" des Pay-TV-Senders Sky, die erstmals am Dienstagabend ausgestrahlt wurde, bekommen die Fans weitere interessante und auch intime Einblicke hinter die Kulissen.

Der sächsische Emporkömmling - vor vier Jahren noch in der viertklassigen Regionalliga daheim - steht kurz vor der vorzeitigen Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League.

Die Spieler haben im Gleichschritt mit ihrem Verein einen fulminanten Aufstieg hingelegt. Um dies aufrecht zu erhalten, gibt es bei den Roten Bullen strenge Regeln neben dem Platz.

Unter anderem müssen die Profikicker ihre Führerscheine in regelmäßigen Abständen vorzeitigen. Diese Vorschrift gab es übrigens schon vor dem Führerschein-Gate um Nationalspieler Marco Reus (27).

Um beim Thema Fahren zu bleiben: Die Spieler werden zwar von Volkswagen mit Autos ausgestattet. Jedoch stehen keine PS-Monster auf der Shoppingliste. Umso älter die Fußballer sind, je mehr PS dürfen ihre Boliden haben.

Athletiktrainer Nicklas Dietrich (r.) hält die RB-Spieler fit. Links: Mittelfeldspieler Diego Demme.
Athletiktrainer Nicklas Dietrich (r.) hält die RB-Spieler fit. Links: Mittelfeldspieler Diego Demme.  © Picture Point

Nach den Trainingseinheiten auf dem Platz geht's meist zur Athletik über. Athletiktrainer Nicklas Dietrich (34), der auch die Nationalmannschaft fit hält, weiß allerdings, dass die RB-Spieler nicht immer große Lust auf seine Übungen haben.

Einer schätzt diese aber. "Viele Mannschaften, die schon gegen uns gespielt haben, haben gemerkt, dass je länger das Spiel gedauert hat, es schwerer wurde mit uns mitzuhalten", sagte Stürmer Timo Werner (21).

Neben dem Athletiktraining und natürlich den Einheiten auf dem Rasen, spielt die Ernährung eine überdurchschnittlich große Rolle im 40-Millionen-Trainingszentrum am Cottaweg.

Die Verantwortlichen um Sterne-Chefkoch Thomas Linke haben ein ausgeklügeltes Ernährungskonzept für die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl (49) entwickelt. So werden die Mahlzeiten, die die Spieler gemeinsam am Cottaweg einnehmen, ohne Schweinefleisch und Zucker zubereitet. Weiterhin stehen Weizenprodukte auf der No-Go-Liste. Und auch Kohlenhydrate tauchen größtenteils nicht auf dem Speiseplan auf.

Nach dem Trainingstag dürfen sich die Spieler ein Abendessen mit nach Hause nehmen. Dadurch soll verhindert werden, dass Werner, Poulsen & Co. erst gar nicht in die Versuchung kommen, sich einen Döner zu holen oder eine Pizza zu bestellen.

Davie Selke hat einen schweren Stand unter Trainer Hasenhüttl. "Ich nehm auch Sachen mit aus dem Jahr. Aber es sind nicht allzu viele."
Davie Selke hat einen schweren Stand unter Trainer Hasenhüttl. "Ich nehm auch Sachen mit aus dem Jahr. Aber es sind nicht allzu viele."  © Fotostand

In der Sky-Doku äußerte sich Sportdirektor Ralf Rangnick (58) auch noch einmal zur Attacke auf RB-Fans im Vorfeld des Spiels bei Borussia Dortmund (TAG24 berichtete).

"Ich war überrascht", sagte Rangnick, "in meiner Wahrnehmung war vollkommen klar, dass ein Verein wie Borussia Dortmund über der Sache steht. Auch über der Entwicklung eines Vereins wie wir es sind." Der 58-Jährige sehe RB Leipzig "überhaupt noch nicht auf Augenhöhe mit Dortmund, auch wenn wir ein paar Punkte mehr auf dem Konto haben."

Auch zum viel diskutierten Thema Spielertransfers bezog der Sportdirektor Stellung. "Sollten wir uns tatsächlich für die Champions League qualifizieren, haben wir die gesamte Sommerpause Zeit, einen Champions-League-tauglichen Kader zusammenzustellen", sagte Rangnick.

Es solle auch bei einer Quali für die Champions League keine Transfers von Topstars geben, versicherte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (41) erneut. "Wir haben uns Leitplanken [Gehaltsobergrenze, Anm. d. Red.] gesetzt, die dazu geführt haben, dass wir einige Spieler nicht unter Vertrag nehmen konnten", sagte Mintzlaff: "Wir werden nach wie vor junge, hochtalentierte und entwicklungsfähige Spieler verpflichten", verteidigte der Geschäftsführer die Strategie des Red-Bull-Klubs. Nur so sei die Nachhaltigkeit des Vereins gewährleistet.

Zudem fand der abwanderungswillige Davie Selke (22), der mit einer Rückkehr zu Werder Bremen liebäugelt (TAG24 berichtete), deutliche Worte für seine aktuelle Reservistenrolle: "Ich nehm auch Sachen mit aus dem Jahr. Aber es sind nicht allzu viele." Unter dem neuen Trainer Hasenhüttl kam Selke kaum zum Einsatz.

Am Samstag (18.30 Uhr) kann RB Leipzig im Berliner Olympiastadion gegen Hertha BSC den Direkteinzug in die Champions League perfekt machen. Den Spielbericht findet Ihr wie immer kurz nach dem Abpfiff auf TAG24.de.


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