Hoffenheim nach Pleite in Frankfurt: "Sind im grauen Mittelfeld"

Sinsheim - Fussball-Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim muss nach dem unglücklichen 2:3 bei Eintracht Frankfurt fürchten, im Rennen um einen Europacup-Platz abgehängt zu werden.

Die Last-Minute-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt traf Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft hart.
Die Last-Minute-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt traf Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann und seine Mannschaft hart.  © DPA

Ein Happy End zum Abschied des nach Leipzig wechselnden Trainer Nagelsmann wird schwer. Es droht ein großer Umbruch.

Die Niederlage bei Eintracht Frankfurt (TAG24 berichtete) verursachte bei der TSG 1899 Hoffenheim große Bitterkeit - und Sorgen um die Zukunft.

"Ich habe weinende Spieler in der Kabine, die sehr frustriert und sauer sind", sagte Chefcoach Julian Nagelsmann nach der Bundesligapartie mit einem furiosen Ende.

"Wir sind im grauen Mittelfeld angekommen. Jetzt können wir ein bisschen befreiter aufspielen."

Sportchef Alexander Rosen meinte: "Wir sind immer noch auf Schlagdistanz, auch wenn wir gerne zwei Punkte mehr gehabt hätten und näher dran wären". Er war sehr bemüht, den Wiedereinzug in den europäischen Wettbewerb nicht abzuschreiben.

"Die Situation mit der im vergangenen Jahr ist vergleichbar, die Punktausbeute ist sogar besser", erklärte er am Samstag und betonte: "Es gibt noch zehn Spiele."

In der Saison 2017/18 hatten die Hoffenheimer nach dem 24. Spieltag 32 Punkte und lagen auf Platz neun. Am Ende zogen sie als Tabellendritter in die Champions League ein. Aktuell haben sie sogar 34 Zähler auf dem Konto und sind fünf Punkte von Europacuprang sechs entfernt.

Katerstimmung nach K.O. in letzten Minuten

Spielt derzeit sehr stark auf und könnte im Falle einer Nicht-Qualifikation für den Europacup die Kraichgauer verlassen: Joelinton.
Spielt derzeit sehr stark auf und könnte im Falle einer Nicht-Qualifikation für den Europacup die Kraichgauer verlassen: Joelinton.  © DPA

Die Enttäuschung nach der Last-Minute-Niederlage war besonders groß, weil sich eine Notelf lange Zeit sehr gut gegen die Frankfurter behaupten konnte und sogar auf Siegkurs lag.

Nach dem 0:1 durch Ante Rebic (20. Minute) hatten Joelinton (43.) und Ishak Belfodil (60.) die Gäste mit 2:1 in Führung gebracht und das Spiel gut unter Kontrolle.

Erst durch die Gelb-Rote-Karte für Kasim Adams bekamen die Frankfurter wieder Aufwind und drehten die Partie durch die späten Treffer von Sebastian Haller (89.) und Gonçalo Paciência (90.+6) zum 3:2-Sieg.

"Das tut weh und ist dann bitter", sagte Nagelsmann. "Ich bin keiner, der jammert. Aber bei dem Spielverlauf und angesichts des Personals: Wir trainieren seit drei Wochen mit zwölf Feldspielern."

Auch unabhängig von der langen Verletztenliste läuft es in dieser Spielzeit nicht rund. "Die ganze Saison ist wie dieses Spiel", schimpfte Stürmer Andrej Kramaric. "Wir arbeiten hart und spielen gut, aber verlieren zu viele Punkte."

Angesichts der besonderen personellen Umstände und des Pechs im den letzten Minuten will Rosen das Duell am Main schnell abhaken. "Ein bisschen traurig sein und dann Mund abputzen", sagte der Manager.

Er weiß aber auch, was in den verbleibenden Partien auf dem Spiel steht. Ohne die Rückkehr ins internationale Geschäft muss Hoffenheim einEn noch größerer Umbruch fürchten, als er sich jetzt schon abzeichnet.

Noch-Trainer Nagelsmann wird seinen Videoanalysten Benjamin Glück und Teammanager Timmo Hardung mit nach Leipzig nehmen. Chefscout Michael Mutzel wechselt als Sportdirektor zum Hamburg SV, und Rosen gilt schon länger auf dem Manager-Markt als heißer Kandidat für andere Clubs.

Sollte der Europacup-Einzug nicht gelingen, droht zudem der Abgang von Stars wie Kerem Demirbay, Nadiem Amiri, Pavel Kaderabek, Joelinton, Nico Schulz oder Vizeweltmeister Kramaric, der vor den letzten Saisonspielen von einer "schwierigen Ausgangssituation" spricht.

Die lange Verletztenliste der TSG macht die Situation noch schwerer, als sie ohnehin schon ist. (Archivbild)
Die lange Verletztenliste der TSG macht die Situation noch schwerer, als sie ohnehin schon ist. (Archivbild)  © DPA

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