Torhüter Kunz: "Wir müssen jetzt den Arsch hochkriegen"

Diesen Ball von Kevin Freiberger kann der 
Schlussmann sicher parieren.
Diesen Ball von Kevin Freiberger kann der Schlussmann sicher parieren.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Chemnitz - CFC-Torhüter Kevin Kunz ließ seinem Ärger nach der 0:1-Niederlage gegen Lotte freien Lauf. „Wir spielen vor heimischer Kulisse - da ist es mir scheißegal, ob es draußen warm ist. Ich will drei Punkte, und das muss auf dem Platz auch zu sehen sein“, wütete der 24-Jährige. 

Wie seine Worte ankamen, verriet er im MOPO24-Gespräch.

MOPO24: Ihre Kritik an den Teamkollegen fiel heftig aus - war das nur der erste Frust nach dem Abpfiff oder brannte das auf Ihrer Seele?

Kunz: „Zum einen war das Frust, zum anderen waren das Dinge, die ich einfach loswerden wollte. Ich weiß, dass die Mannschaft solche Worte gut aufnimmt. Wir haben einfach nicht genug für den Heimsieg getan.“

MOPO24: Der Kader war frühzeitig komplett - überrascht es Sie, dass sich der CFC im Drittliga-Alltag derzeit so schwer tut?

Kevin Kunz bekam im letzten Heimspiel gegen Lotte einiges zu tun. 
Kevin Kunz bekam im letzten Heimspiel gegen Lotte einiges zu tun.   © Picture Point/Kerstin Kummer

Kunz: „Sicher trainieren wir jetzt schon sehr lange zusammen. Doch der Start war nicht optimal. Das nagt an der Mannschaft, weil jeder Einzelne mit größeren Erwartungen und höheren Zielen in die Saison gegangen ist. Wir sind mit zwei Unentschieden gestartet, da wird man schnell etwas ungeduldig. Aber wir sind eine gute Truppe und können mit dieser Situation umgehen. Wir wissen, dass wir uns steigern und jetzt den Arsch hochkriegen müssen. Daran arbeiten wir im Training.“

MOPO24: Nach Lotte wurde der freie Tag gestrichen. Wie kam die Maßnahme bei den Spielern an?

Kunz: „Freie Tage sind immer schön, weil man dann auch mal zu Hause sein kann und der Fußball nicht an erster Stelle steht. Hätten wir gegen Lotte ordentlich gespielt, wäre es nicht dazu gekommen. Deshalb müssen wir die Pille schlucken und schauen, dass wir in Zukunft besser spielen und uns die freien Tage verdienen.“

MOPO24: Wo sehen Sie derzeit das größte Verbesserungspotenzial?

Kunz: „Ich glaube nicht, dass in den ersten fünf Spielen jemand nicht wollte. Es waren einfach viele Kleinigkeiten, die nicht funktioniert haben. Wir schaffen es zu selten, uns gute Tormöglichkeiten zu erspielen. Wir müssen aus einer kompakten und kontrollierten Defensive heraus gezielter Nadelstiche setzen und Chancen kreieren.“

MOPO24: Am Sonntag geht es im Landespokal nach Markranstädt. Welche Gefahr liegt in diesem Spiel?

Kunz: „Wir sind die Profimannschaft und der Favorit. Aber der Pokal hat seinen eigenen Reiz. In einem Spiel ist immer alles möglich. Für den Oberligisten ist es das Duell des Jahres. Ich gehe nicht davon aus, dass Markranstädt den Sieg herschenken wird. Sie werden kratzen, beißen, kämpfen, bis sie auf dem Zahnfleisch gehen. Darüber sollten wir uns im klaren sein. Jeder Einzelne muss wissen, dass wir nur mit einer Topleistung bestehen können.“


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