CFC-Sportvorstand Sobotzik: "Die Jungs sind am Boden!"

Chemnitz - Am Tag danach interessierte das 1:2 beim BFC Dynamo, die dritte Saisonniederlage des CFC, keinen mehr! Die Himmelblauen hatten Donnerstagvormittag zur Pressekonferenz geladen. Neben Insolvenzverwalter Klaus Siemon erschien Sportvorstand Thomas Sobotzik.

Tim Campulka, Kostadin Velkov und Timo Mauer (vorn, v .l.) konnten die dritte Niederlage nicht verhindern. Enttäuscht verließen sie nach Spielende das Feld.
Tim Campulka, Kostadin Velkov und Timo Mauer (vorn, v .l.) konnten die dritte Niederlage nicht verhindern. Enttäuscht verließen sie nach Spielende das Feld.

"Die Stimmung ist schlecht, die Jungs sind am Boden", lauteten die ersten Worte von Sobotzik, der in den kommenden Tagen Vater wird. Statt sich auf die Geburt des Kindes freuen zu können, kehrt der 44-Jährige beim CFC die Scherben vom vergangenen Wochenende zusammen.

"Als ich im April 2018 in Chemnitz angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass wir elf Monate später mit großem Abstand Spitzenreiter sind", erklärt Sobotzik: "Wir haben trotz des Frontalcrashs mit bescheidenen Mitteln die Mannschaft komplett neu aufgebaut. Sie spielt die Saison ihres Lebens. Doch sie bekommt seit dem ersten Tag keinerlei Anerkennung. Statt dessen hören die Spieler: "Wo bist du denn gelandet? Bei einem Nazi-Verein!"

Ob Insolvenzverfahren oder die tragischen Geschehnisse am Rande des Chemnitzer Stadtfestes im August - vieles habe er in den vergangenen Monaten von der Mannschaft fern halten können.

CFC schaltet Sportrechtsexperte Horst Kletke ein

Nachdenkliche Gesichter in Berlin: Trainer David Bergner (l.) und Sportvorstand Thomas Sobotzik sahen eine verunsicherte Chemnitzer Mannschaft.
Nachdenkliche Gesichter in Berlin: Trainer David Bergner (l.) und Sportvorstand Thomas Sobotzik sahen eine verunsicherte Chemnitzer Mannschaft.  © Picture Point/Kerstin Dölitzsch

"Jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich nicht mehr viel sagen kann. Momentan fehlen mir die Argumente, wie ich die Jungs begeistern kann", betont Sobotzik: "Die Vertragsverhandlungen liegen auf Eis." Wer will in diesen Tagen schon nach Chemnitz?

Sobotzik nutzt die Bühne und ruft zur Hilfe auf: "Wir haben kein CFC- und kein Chemnitz-Problem, sondern ein gesellschaftliches. Das können wir nur lösen, wenn alle mit anpacken: Politiker, Sponsoren, Fans. Alleine können wir diesen Kampf nicht gewinnen!"

Nach Berlin wurde der Spitzenreiter am Mittwochabend von rund 100 Fans begleitet. Sie schwiegen. Die Mannschaft stand in der ersten Halbzeit nicht wirklich auf dem Platz, lag nach 35 Minuten 0:2 zurück.

Nach dem Seitenwechsel wehrten sich die Chemnitzer, doch ihnen fehlte im Angriff ohne den gesperrten 18-Tore-Mann Daniel Frahn die Durchschlagskraft.

Der CFC hat den renommierten Frankfurter Sportrechtsexperten Horst Kletke eingeschaltet und hofft, dass Frahn um eine längere Spielsperre herumkommt.

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