Beutel: „Wir wollen nicht perspektivlos durch die Liga eiern!“

Im Drittliga-Derby kein seltenes Bild: Veilchen-Stürmer Max Wegner ist dem Chemnitzer Abwehrspieler Alexander Nandzik (l.) entwischt.
Im Drittliga-Derby kein seltenes Bild: Veilchen-Stürmer Max Wegner ist dem Chemnitzer Abwehrspieler Alexander Nandzik (l.) entwischt.

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - 48 Stunden nach der Derby-Niederlage sprach MORGENPOST mit CFC-Sportdirektor Stephan Beutel (49).

MOPO24: Liegt das 1:2 gegen Aue noch schwer im Magen?

Beutel: „Ja sehr, und es wird einige Zeit brauchen, dieses Spiel zu verarbeiten. Das gilt nicht nur für uns, sondern für das gesamte Umfeld und insbesondere für unsere Fans. Letztlich lässt sich diese für uns alle sehr enttäuschende Niederlage erst in der Rückrunde wieder gerade rücken.“

MOPO24: Wie wichtig war das Signal des Präsidenten, der dem Trainer umgehend den Rücken gestärkt hat?

Beutel: „Es war sehr wichtig, und es ist auch meine Überzeugung. Ich bin tagtäglich mit dem Trainer und seinem Team zusammen. Ich sehe, wie Karsten Heine sich Tag und Nacht der Aufgabe stellt. Es gehört mehr Mut dazu, die vorhandenen Probleme gemeinsam zu lösen. Dem Druck einiger Fans nachzugeben und einen Wechsel zu forcieren, wäre die einfachste Lösung. Dann würde der Trainer ausgetauscht, die Probleme aber nicht gelöst.“

Sportdirektor Stephan Beutel hat das Gesicht in Sorgen falten gelegt. Dem CFC droht ein grauer Herbst. Den Sprung in die oberen Tabellenränge hat die Mannschaft leichtfertig verspielt.
Sportdirektor Stephan Beutel hat das Gesicht in Sorgen falten gelegt. Dem CFC droht ein grauer Herbst. Den Sprung in die oberen Tabellenränge hat die Mannschaft leichtfertig verspielt.

MOPO24: Präsident Hänel und Sie haben sich nach dem Derby vor die Spieler gestellt. Was haben Sie ihnen mit auf den Weg gegeben?

Beutel: „Es sind sehr deutliche und kritische Worte gefallen. Den Spielern ist die aktuelle Situation schonungslos aufgezeigt worden. Wir hatten in den vergangenen Spielen die Riesenchance, uns oben festzusetzen und mit positiver Grundstimmung in Ruhe arbeiten zu können. Jetzt liegt ein langer Weg vor uns, um Vertrauen wieder aufzubauen und eine vernünftige Perspektive zu haben. Das Heimspiel gegen Köln ist sehr wichtig für den Turnaround, es wird aber nicht reichen, um die Scharte, die am Sonnabend entstanden ist, auszuwetzen.“

MOPO24: Wird die Qualität des Kaders derzeit überschätzt?

Beutel:„Wir gehen mit der Situation sehr selbstkritisch um. Fakt ist, dass die Mannschaft insgesamt und damit auch einige Neuzugänge die Erwartungen bisher nicht erfüllt haben und viel Luft nach oben haben. Wir haben uns von dem einen oder anderen deutlich mehr versprochen.“

MOPO24: Auffällig ist die Anfälligkeit auf den Außenpositionen. Hat man die Ausfälle von Scheffel und Poggenberg unterschätzt?

Beutel:„Das glaube ich nicht. Auf der rechten Abwehrseite können Stenzel oder Kehl-Gomez, notfalls auch Dem spielen. Für links haben wir mit Nandzik und Cincotta zwei Abwehrspieler. Mit Conrad haben wir noch einen Mann, der defensiv alle Positionen besetzen kann. Uns haben in den vergangenen Partien ganz krasse individuelle Fehler zurückgeworfen. Die sind brutal bestraft worden. Das gilt es schnellstens abzustellen.“

MOPO24: Noch fünf Spiele bis zur Winterpause - droht ein grauer Herbst?

Beutel: „Wir wollen nicht perspektivlos durch die Liga eiern, sondern uns bis Weihnachten eine ambitionierte Ausgangssituation erarbeiten. Um nichts anderes geht es. Dass wir uns von den unteren Rängen fern halten wollen, versteht sich von selbst.“

Fotos: Picture Point/Kerstin Kummer


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