Marc Hensel will endlich wieder Fußball spielen

Marc Hensel unter Anleitung von Physiotherapeut Sven Hubald bei Stabilitätsübungen.
Marc Hensel unter Anleitung von Physiotherapeut Sven Hubald bei Stabilitätsübungen.

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Wenn Marc Hensel um Mitternacht im Kreis seiner Familie auf den Jahreswechsel anstößt, dann ist der CFC-Kicker froh darüber, dass „ein sehr unglückliches Fußballjahr“ zu Ende geht.

Am 20. Dezember 2014, beim Chemnitzer 0:2 in Bielefeld, stand der Mittelfeldmann das letzte Mal auf dem Platz.

„Ich hatte in meiner Karriere nie größere Verletzungspausen. Dass ich jetzt ein Jahr lang keinen Fußball spielen konnte, ist sehr bitter und natürlich auch sehr belastend.“

Bei einem Zusammenprall im Training verletzte sich Hensel Ende November 2014. Zwischen Schien- und Wadenbein bildete sich ein Bluterguss.

Der Ex-Dynamo spielte noch in Osnabrück und in Bielefeld, flog im Januar auch mit ins CFC-Trainingscamp in die Türkei. Die Schmerzen wurden immer größer.

Auch im Wasser muss Marc Hensel Kräftigungsübungen machen.
Auch im Wasser muss Marc Hensel Kräftigungsübungen machen.

Die Ärzte fanden den Grund: Das Blut wurde nicht abtransportiert. Es trat eine Verkalkung auf. Hensel: „Aus dem Bluterguss war ein Riesenbatzen geworden.“

Im Juni ließ er sich operieren, der Fremdkörper wird entfernt. „Es war ein schwieriger Eingriff.“ Doch Hensel machte das, wofür er auch auf dem Rasen bekannt war: Er kämpfte!

Vier bis fünf Stunden verbrachte er täglich in der Reha. „Laufband geht nicht, weil ich den Fuß noch nicht heben kann“, berichtete der 29-Jährige: „Die meiste Zeit verbringe ich auf dem Cross-Trainer, im Bewegungsbad, mit Stabilisierungs-Übungen.“

An den Wochenenden saß er auf der Tribüne und drückte seinen himmelblauen Team-Kollegen die Daumen. Auch Hensel, der beim CFC bis zum 30. Juni 2016 unter Vertrag steht, will so schnell wie möglich wieder dem runden Leder nachjagen.

„Mein ursprüngliches Ziel, bereits im Januar wieder mit dem fußballspezifischen Training zu beginnen, werde ich nicht schaffen. Aber ich bin auf einem guten Weg. Es wird deutlich besser.“

Hensel muss noch etwas Geduld aufbringen. Ein weiteres fußballfreies Jahr will er aber nicht erleben. „Ich bin ein Fußball-Romantiker und ziehe positive Motivation aus 2015. Ich habe mein Leben lang Fußball gespielt. Es ist der schönste Job der Welt.“

Fünf, sechs Jahre will Hensel noch aktiv sein. Für die Zeit nach seiner Profi-Karriere hat er bereits vorgesorgt und in Dresden Lehramt für Deutsch und Geschichte studiert. „Mir fehlen aber noch ein paar Praktika, das Referendariat und die Masters-Arbeit.“

Helfende Hände! Physiotherapeut Sven Hubald massiert das verletzte linke Bein von Marc Hensel.
Helfende Hände! Physiotherapeut Sven Hubald massiert das verletzte linke Bein von Marc Hensel.
Marc Hensel an der Beinpresse.
Marc Hensel an der Beinpresse.

Fotos: Picture Point/Sven Sonntag


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