Darum wird das Finale der Champions League für Mo Salah so besonders

Kiew - Für zwei Leistungsträger des FC Liverpool steht das Champions-League-Finale am Samstagabend (20.45 Uhr) unter einem besonderen Stern! Mohamed Salah und Sadio Mané müssen im Olympiastadion der ukrainischen Hauptstadt Kiew besonders mit ihren Kräften haushalten.

Versprüht trotz der Probleme gute Laune vor dem Champions-League-Finale: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.
Versprüht trotz der Probleme gute Laune vor dem Champions-League-Finale: Liverpool-Trainer Jürgen Klopp.  © DPA

Der Grund: Top-Scorer Salah und auch sein Sturmpartner Mané sind beide gläubige Muslime - und das Finale findet mitten im Fastenmonat Ramadan statt, der dieses Jahr am 16. Mai begann.

Die strengen Fastenregeln besagen, dass Gläubige von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang weder Essen, noch Trinken zu sich nehmen dürfen. In Kiew geht die Sonne momentan gegen 5 Uhr auf und gegen 21 Uhr unter. Nur vorher und nachher dürfen sich Salah und Mané stärken. Das ist bei dem Trainingsprogramm ihres deutschen Coaches Jürgen Klopp extrem kräfteraubend.

Dabei hätte Salah einen Ausweg. Spätestens, seit er Ägypten zur WM 2018 in Russland schoss, wird er in seiner Heimat wie ein Held verehrt - und hat deshalb sogar vom Großmufti von Kairo eine Sondererlaubnis erhalten, auch am Tag essen und trinken zu dürfen. Der bodenständige 25-Jährige soll dem ägyptischen Magazin El-Ahly aber gesagt haben, dass er trotzdem fastet, meldet der Schweizer Rundfunk.

Entsprechend kraftlos ist der Körper - und gerade in einem Spiel auf Weltklasse-Niveau kann jede Kleinigkeit, jede noch so kleine Kraftreserve entscheidend sein.

Ein ausgeruhter Salah, ein ausgeruhter Mané und dazu noch der frühere Hoffenheimer Roberto Firmino in Top-Form - nur wenn dieses kongeniale Trio eine gute Tagesform- und Kraft für bis zu 120 Minuten hat, hat Liverpool gegen den Favoriten aus Madrid eine echte Chance.

Gebet auf dem Spielfeld: Mohamed Salah (l.) und Sadio Mané (l.)
Gebet auf dem Spielfeld: Mohamed Salah (l.) und Sadio Mané (l.)  © DPA

Schließlich bilden die drei den erfolgreichsten Dreiersturm in der Champions-League-Geschichte. Sie erzielten zusammen 29 Tore (!) in dieser Saison und legten einander zudem viele Treffer auf.

Gerade sie könnten Real deshalb in Verlegenheit bringen, weil die Abwehr doch als Madrids Achillesferse gilt.

Aber vielleicht überträgt sich ja die kraftstrotzende Art ihres Trainers auf sie. Dass "Kloppo" ein exzellenter Motivator ist, der Mannschaften mitreißen- und motivieren kann, hat er schon oft genug bewiesen. Auch seine aktuellen Spieler gehen für ihn durchs Feuer und wachsen über sich hinaus.

Wie auch Liverpools deutscher Torwart Loris Karius, der von der englischen Boulevardzeitung The Sun zum modischsten Profi der Premier League gekürt wurde. Der 24-Jährige wird gegen niemand Geringeren, als den fünffachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo und seine Sturmpartner wie Karim Benzema gefordert sein wird.

Apropros Benzema. Der 30-Jährige Mittelstürmer ist auch ein gläubiger Muslim, der sich schon vor Jahren gegen das Fasten und damit für seinen Beruf entschieden hat, weil der Brauch für ihn damit nicht vereinbar ist. Er wird also ausgeruht in das Spiel gehen.

Der frühere französische Nationalspieler wird auf Vorlagen seines deutschen Teamkollegen Toni Kroos hoffen, der bei Real die Fäden im Mittelfeld zieht und mit seiner Qualität nur schwer auszuschalten sein wird.

Gleiches gilt allerdings für Liverpools Offensivpower. Selbst, wenn Salah und Mané nicht in Bestform sind, ist eine rasante Partie zu erwarten, in der es vermutlich viele Tore, technische Kabinettstückchen und viel Tempo zu bestaunen gibt.


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