RB Leipzig hat nach dem 1:1 gegen Monaco ein "mulmiges Gefühl"

Punkt mitgenommen und dennoch hängen die Köpfe bei RB Leipzig ein wenig.
Punkt mitgenommen und dennoch hängen die Köpfe bei RB Leipzig ein wenig.  © DPA

Leipzig - Es war ein historischer Moment, als die Spieler des deutschen Vizemeisters RB und des französischen Champions und Vorjahres-Halbfinalisten AS Monaco aus dem Spielertunnel ins Innere der Red Bull Arena liefen.

Historisch, weil Lok Leipzig am 26. Oktober 1988 - also vor fast 29 Jahren - das letzte internationale Spiel auf Leipziger Boden austrug. Der 1. FCL spielte 1:1 gegen den SSC Neapel um Weltstar Diego Maradona. Lange musste eine ganze Region darauf warten, am Mittwoch war es endlich wieder soweit.

1:1 lautete auch das Endergebnis zwischen RB Leipzig und AS Monaco (TAG24 berichtete). Die Spieler waren zwar nach dem Spiel erleichtert über den Punktgewinn. Ein mulmiges Gefühl blieb den Bullen dennoch.

"Wenn man den Spielverlauf sieht, haben wir den Sieg vielleicht aus der Hand gegeben", sagte der diesmal torlose Timo Werner. "Ein bisschen enttäuscht sind wir."

Monacos Superstar Radamel Falcao (M.) konnte die Abwehr (hier Orban und Klostermann) komplett aus dem Spiel nehmen.
Monacos Superstar Radamel Falcao (M.) konnte die Abwehr (hier Orban und Klostermann) komplett aus dem Spiel nehmen.  © Picture Point/K. Kummer

Die sonst bärenstarke Innenverteidigung um Kapitän Willi Orban und den erst 18-jährigen Dayot Upamecano leistete sich nur einen großen Fehler.

Der wurde direkt in Persona von Youri Tielemans bestraft - keine zwei Minuten nach dem befreienden 1:0 durch Emil Forsberg. "Ich habe noch versucht, mich breit zu machen", sagte RB-Keeper Peter Gulacsi. Verhindern konnte er den Gegentreffer jedoch nicht.

Forsberg hätte beim Führungstreffer zwar uneigennützig zu Werner passen können, entschied sich aber (glücklicherweise) zum Egoismus.

"Mein erster Gedanke war quer zu spielen", gab Forsberg zu. "Aber dann habe ich mich entschieden, das Tor zu schießen." Das Tor, es war Leipzigs erstes in der Champions-League-Geschichte. Mit dem allerersten Schuss auf den monegassischen Kasten lies der Schwede die mit 40.068 (in den Heimbereichen) ausverkaufte Red Bull Arena beben.

Trotz der tollen Stimmung fallen die Spieler-Resümees nicht super euphorisch aus. Kapitän Willi Orban gibt zu: "Unterm Strich ist es ein mulmiges Gefühl." Der 24-Jährige weiß, dass "wir besser spielen können und ein bisschen mehr drin gewesen wäre." Einigen Spielern sei die Nervosität anzumerken gewesen. "Im Spiel nach vorn haben wir den ein oder anderen Ballverlust zu viel gehabt", resümierte der Innenverteidiger.

Timo Werner konnte der monegassischen Abwehr (hier gegen Jorge) nur selten entwischen, stand mehrmals im Abseits.
Timo Werner konnte der monegassischen Abwehr (hier gegen Jorge) nur selten entwischen, stand mehrmals im Abseits.  © Picture Point/S. Sonntag

Auch Trainer Ralph Hasenhüttl war nicht gänzlich zufrieden mit dem 1:1. "Wir wollten heute punkten und den Punkt nehmen wir mit. Allerdings wäre heute sicher auch mehr möglich gewesen", sagte der 50-Jährige.

RB-Stadionsprecher Tim Thoelke verkündete während des Aufrufens der Mannschaftsaufstellung bei Yussuf Poulsen übrigens eine frohe Nachricht: Denn der Däne hatte seinen Vertrag am Mittwochmorgen vorzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert. "Ich musste nicht lang überlegen", sagte Poulsen nach dem Spiel. Hat er eine Ausstiegsklausel und wenn ja, liegt sie bei 50 Millionen Euro? "Das wäre sogar zu wenig", scherzte der 23-Jährige.

Und was wird nun aus dem umworbenen Timo Werner? Der hält sich zu den Wechselgerüchten um Real Madrid zwar bedeckt, sagte aber ganz klar: "RB Leipzig ist mein Wunschziel, das ich gerade habe. Ich denke nicht an Real Madrid."

Dass es der Kindheitstraum eines jeden Kickers ist, bei einem Top-Verein zu spielen, ist natürlich klar. Vielleicht ist RB ja bald ein solcher? "Jeder will bei einem großen Klub spielen. Wenn ich RB helfen kann, ein großer Klub werden zu können, natürlich", sagte Werner.

Vor dem Match gab es noch eine tolle Geste seitens des Vereins: Alle ehemaligen RB-Spieler, die mindestens 50 Partien für den Vizemeister absolvierten, wurden auf dem Rasen begrüßt. Mit dabei waren unter anderem Daniel Frahn (jetzt Chemnitz), Tim Sebastian (Karriereende), Henrik Ernst (Hannover II) und Ex-Dynamo Timo Röttger (Großaspach).

Im zweiten Gruppenspiel trifft RB Leipzig schon in zwei Wochen (Dienstag, 26. September) auswärts auf den neuen Tabellenführer Besiktas Istanbul um Ex-Spieler Atinc Nukan. Die Türken gewannen ihren Auftakt beim portugiesischen Vizemeister FC Porto 3:1 und sind damit gegen die Sachsen leicht favorisiert.


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