Verabschiedet sich der CFC vom Offensivspektakel?

Horst Steffen, Trainer des Chemnitzer FC
Horst Steffen, Trainer des Chemnitzer FC  © Picture Point/Kerstin Kummer

Chemnitz - Dreierkette, Viererkette, Fahrradkette - entscheidend ist die Einstellung der Spieler, die auf dem Platz stehen!" Mit diesen Worten reagierte Kult-Trainer Gerd Schädlich (64) vor vielen Jahren auf die Diskussionen über die taktische Ausrichtung seiner Mannschaft.

Auch in diesen Tagen wird in Chemnitz hitzig diskutiert. Trainer Horst Steffen hat dem CFC mit seinem Amtsantritt ein neues, offensiv ausgerichtetes Spielsystem verpasst.

Das funktioniert erwartungsgemäß nicht von heute auf morgen. Die Anlaufschwierigkeiten waren in den ersten Pflichtspielen deutlich zu erkennen.

Beim 1:1 in Jena und 0:0 gegen Osnabrück lahmte das himmelblaue Offensivspiel. Dafür stand die Defensive wieder sicherer. Hat sich Steffen vom Offensiv-Spektakel schon wieder verabschiedet? "Ich muss mich an das anpassen, was aktuell möglich ist", antwortet der Chefcoach.

Voller Einsatz von Laurin von Piechowski (r., hier gegen den Meuselwitzer Sebastian Albert). Darf er morgen ran?
Voller Einsatz von Laurin von Piechowski (r., hier gegen den Meuselwitzer Sebastian Albert). Darf er morgen ran?  © Picture Point/Kerstin Kummer

"Meine Spielidee ist grundsätzlich weiter da. Und wenn wir diese Idee konsequent umsetzen, wird es auch mehr Aktionen vor dem gegnerischen Tor geben", erläutert der Fußballlehrer: "Wir müssen daran arbeiten, dass wir das System und die Art und Weise, wie wir auftreten wollen, festigen.

Dafür brauchen wir mehr Mut und eine höhere Ballsicherheit als zuletzt gegen Osnabrück."

Morgen beim Aufsteiger in Unterhaching könnte ein Neuzugang für mehr Mut und Ballsicherheit sorgen: der 1,93 Meter große Laurin von Piechowski. "Er ist eine Option, falls Julius Reinhardt nicht fit werden sollte", verrät Steffen, der den 23-Jährigen in den ersten vier Punktspielen als rechter Innenverteidiger eingesetzt hatte.

"Laurin im zentralen Mittelfeld - diese Variante hatte ich bereits in der Vorbereitung im Kopf und damals auch getestet", sagt der Chefcoach:

"Ich traue ihm diese Rolle zu. Ich sehe, wie er Fußball spielt. Laurin hat nach seiner Einwechslung gegen Osnabrück sofort Bälle gefordert und mit seiner Kopfballstärke die Offensivaktionen des Gegners entscheidend gestört."


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