CFC-Trainer Bergner redet sich in Rage: "Stimmung wie auf einem Friedhof"

Chemnitz - So bedient wie am Freitagabend hat man CFC-Trainer David Bergner selten gesehen. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen 1860 München teilte der Fußball-Lehrer kräftig aus.

Tarsis Bonga (l.) wurde von Phillipp Steinhart rot-reif gefoult.
Tarsis Bonga (l.) wurde von Phillipp Steinhart rot-reif gefoult.  © Frank Kruczynski

Nicht gegen seine Mannschaft. "Die hat alles das umgesetzt, was wir vorgegeben haben. Sie stand tief, hat Konter gesetzt, hatte einige richtig gute Umschaltmöglichkeiten."

Das Fett bekam zunächst Schiedsrichter Franz Bokop weg. Der Referee aus Vechta zeigte Phillipp Steinhart in der ersten Halbzeit nach einem Foul gegen Taris Bonga nur Gelb. Der CFC-Stürmer wäre frei durch gewesen.

"Da faselt der Schiedsrichter, Bonga wäre noch nicht am Ball gewesen. Geht ja auch nicht, wenn er gefoult wird. Wenn das keine Rote Karte ist, dann können wir aufhören", schimpfte Bergner in der Spielanalyse von "Magenta Sport" wie ein Rohrspatz. Sein Gegenüber Daniel Bierofka gab ihm Recht: "Ganz klar eine Rote Karte. Da hatten wir Glück."

75 Minuten mit einem Mann mehr auf dem Platz - das hätte die Möglichkeit auf den ersten Saisonsieg sicher erhöht. Letztlich reichte es nicht mal zu einem Punkt. Den perfekt vorgetragenen Angriff der "Löwen" schloss Leon Klassen mit dem Siegtreffer ab (77.). Bergner: "Wir haben einen Abwehrfehler gemacht - der führte zum Tor."

Der CFC warf danach alles nach vorn. Rafael Garcia (84.) und Erik Tallig (89.) hatten den Ausgleich auf dem Fuß. Beide scheiterten an Schlussmann Hendrik Bonmann. Wie beim 0:0 gegen Magdeburg brachten die Gastgeber den Ball nicht über die Linie. Bergner: "Den Jungs fehlt die Leichtigkeit."

Schlechte Außendarstellung macht Transfers für den CFC schwierig

Zumindest CFC-Trainer David Bergner (M.) brachte Emotionen ins Spiel.
Zumindest CFC-Trainer David Bergner (M.) brachte Emotionen ins Spiel.  © imago images/Frank Kruczynski

Verwundert nicht wirklich, wenn die Südkurve die Gefolgschaft verweigert. "Es ist nicht einfach, in dieser Stadt Fußball zu spielen. Zum Anfang habe ich gedacht, das ist hier ein Friedhof", sagte Bergner zur traurigen Stimmung im weiten Rund: "Das geht an den Spielern nicht spurlos vorbei. Wenn du in den entscheidenden Momenten die Kurve nicht hinter dir hast, fehlen ein paar Prozentpunkte."

Die katastrophale Außendarstellung des Vereins macht es zudem immens schwer, kurzfristige Verstärkungen nach Chemnitz zu holen. Bis morgen ist das noch möglich. Dann schließt der Transfermarkt. "Mit dem Umfeld, das wir haben, will nicht jeder zu uns. Wir haben mehrere Absagen bekommen", verriet Bergner: "Wir kämpfen trotzdem weiter. Vielleicht verpflichten wir auch noch einen Spieler. Aber es ist schwer, hier zu arbeiten."

Er wäre aktuell mehr Psychologe als Trainer, so Bergner: "Da müssen sich einige Leute hinterfragen, ob sie in Chemnitz wirklich Profifußball haben wollen oder ob wir in diesem Stadion in zwei Jahren die Kühe weiden lassen!"

Der Chefcoach wünscht sich in diesen extrem schwierigen Zeiten zudem mehr Unterstützung aus der Lokalpolitik. "Man sollte sich vielleicht mal Gedanken machen und sagen: Wir stehen hinter diesem Verein mit allem was wir haben. Wir lassen den CFC nicht einfach verrecken!

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