CFC-Insolvenzverwalter Siemon sieht Infront-Vertrag als Grundübel

Chemnitz - Wie geht es beim insolventen CFC weiter? Klaus Siemon (59) stand Dienstagnachmittag Rede und Antwort. Der erfahrene Insolvenzverwalter arbeitet derzeit an einem tragfähigen Konzept um den Chemnitzer FC zu sanieren und fit für die Regionalliga-Saison 2018/19 zu machen.

Was passiert nun beim Chemnitzer FC? Geschäftsführer Thomas Uhlig (l), Insolvenzverwalter Klaus Siemon und der Vorstandsvorsitzende Andreas Georgi sind gefragt.
Was passiert nun beim Chemnitzer FC? Geschäftsführer Thomas Uhlig (l), Insolvenzverwalter Klaus Siemon und der Vorstandsvorsitzende Andreas Georgi sind gefragt.  © Picture Point / Kerstin Kummer

"Ziel ist es die Insolvenz bis Anfang Dezember 2018 aufzuheben und ab dann dauerhaft einen positiven Jahresertrag zu erzielen", so Siemon. Zuvor geht es jedoch ans Eingemachte! Eröffnet werden soll das Insolvenzverfahren am 2. Juli.

"Die Verwaltungs- und Verfügungsbefugnis geht ab diesem Zeitpunkt an den Insolvenzverwalter über", erklärte Siemon.

Der Jurist muss danach bis Ende August eine Gläubigerversammlung anberaumen, auf der es um nichts Geringeres als die Fortsetzung des Geschäftsbetriebes geht. Die ist nämlich in Gefahr, wenn keine Einigung mit den Gläubigern erzielt wird.

Angestrebt wird eine Insolvenzquote von fünf Prozent. Bei kolportierten Verbindlichkeiten in Höhe von 2,5 Millionen Euro wären das nur 125.000 Euro.

Die Verbindlichkeiten sind zum derzeitigen Zeitpunkt aber noch nicht abschließend ermittelt.

Klaus Siemon musste auf der PK Rede und Antwort stehen.
Klaus Siemon musste auf der PK Rede und Antwort stehen.  © Picture Point / Kerstin Kummer

Denn seit 1. April hat die Agentur für Arbeit die Zahlung des Insolvenzgeldes u.a für die Spieler und das Trainer-Team übernommen.

Sie zahlt nun bis einschließlich 30. Juni die Löhne und Gehälter von Daniel Frahn &. Co. (max. 5800 Euro monatlich) und wird damit ebenfalls zum Gläubiger. Gleiches gilt für die Spieler selbst, sollte ihnen der CFC die März-Gehälter schuldig bleiben.

Als Hauptgläubiger gilt jedoch Vermarkter Infront, mit dem sich der Verein seit Wochen im Clinch befindet. Wie unterkühlt das Verhältnis ist, zeigte sich zu Beginn der Infoveranstaltung, als Mitarbeiter von Infront aus dem Raum verwiesen wurden.

"Die Insolvenzursache ist im Kern im Vertragsverhältnis mit Infront begründet", erläuterte Siemon. Er kritisierte die "ungewöhnlich"lange Vertragslaufzeit bis 2032 und die Provision in Höhe von 18 Prozent aller Werbeeinnahmen, selbst beim VIP-Ticket-Verkauf.

Sein Rezept: Den Vertrag mit dem Vermarkter im Zuge der Insolvenz auflösen und zur Eigenvermarktung zurückkehren.


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