Droht Austrittswelle der CFC-Mitglieder nach Ausgliederung?

Chemnitz - Neues Jahr, neue Zeitrechnung beim Chemnitzer FC! Zum 1. Januar ist das Regionalliga-Spielrecht vom Chemnitzer FC e.V. auf die CFC Fußball GmbH übergegangen. Die von Insolvenzverwalter Klaus Siemon angestrebte Ausgliederung der Profiabteilung ist damit vollzogen.

Frank Neubert war jahrelang ein rühriges CFC-Mitglied, half auch bei den Versammlungen mit.
Frank Neubert war jahrelang ein rühriges CFC-Mitglied, half auch bei den Versammlungen mit.  © Harry Härtel / Härtelpress

Mit der Übertragung des Spielrechts auf die neue, solvente Kapitalgesellschaft (Stammkapital 1 Million Euro) soll die im Aufstiegsfall nötigte Drittliga-Lizenz vom DFB deutlich leichter erteilt werden.

Der nach wie vor in der Insolvenz befindliche CFC besteht zwar weiter fort und ist mit 51 Prozent Hauptanteilseigner der Spielbetriebs- GmbH, verliert aber sein Herzstück - die erste Mannschaft.

Genau dieser Umstand treibt viele (Noch-)Mitglieder um und aus dem Verein heraus. "Als Mitglied verfolgt man die weitere sportliche Entwicklung jetzt quasi ohnmächtig. Deswegen habe ich nach 18 Jahren meine Mitgliedschaft schweren Herzens beendet", bringt es Frank Neubert für sich auf den Punkt.

Das langjährige CFC-Mitglied steht stellvertretend für all jene, die viel himmelblaues Herzblut vergossen haben. "Als der CFC 2006 in die Oberliga abgestiegen war und die mediale Wahrnehmung gen Null ging, habe ich mit einem weiteren Mitglied auf dem Sachsenfernsehen eine himmelblaue Talkrunde initiiert", blickt Neubert auf sein erstes Großprojekt zurück. Weitere sollten folgen...

Die CFC-Mitglieder können künftig nicht mehr mitbestimmen, wenn es um die sportliche Entwicklung des Vereins geht.
Die CFC-Mitglieder können künftig nicht mehr mitbestimmen, wenn es um die sportliche Entwicklung des Vereins geht.  © Harry Härtel / Härtelpress

Für den Neubau des Gellertstadions rührte der glühende Fan kräftig die Werbetrommel und übergab Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig 2011 in Stellvertretung aller Stadionbefürworter über 20000 Unterschriften.

"Danach haben wir uns dafür eingesetzt, dass die Südtribüne ein reiner Stehplatzblock und im Ganzen als 'Block 6' bezeichnet wird", so Neubert. Block 6 ist für den CFCer, was für den Dynamo der K-Block ist.

Gleiches gilt für den Stadionnamen. Was dem Dresdner sein Rudolf-Harbig-Stadion, ist dem Chemnitzer das "Stadion an der Gellertstraße. Neubert: "Dafür habe ich mich in der Namensjury stark gemacht. Es vereint die jüngere Vergangenheit des CFC seit der Wende mit dem territorialen Bezug am traditionellen Standort."

Mit der Ausgliederung kann er sich dagegen nicht identifizieren: "Der Werdegang der ersten Mannschaft geht an den Mitgliedern völlig vorbei. Ich werde weiterhin ins Stadion gehen, zum CFC stehen und meine Hilfe anbieten, aber nicht mehr als Mitglied. Das Kapitel ist beendet."

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