Ex-Chemnitzer Hansch kämpft mit Bankdrücker-Rolle

Chemnitz - Anfang Juni hing der Himmel voller Geigen! Das himmelblaue Eigengewächs Florian Hansch unterschrieb beim Zweitligisten SV Sandhausen einen Dreijahresvertrag (TAG24 berichtete). Nach 14 Jahren nahm er Abschied vom CFC, der in die Regionalliga abgestiegen war.

In Chemnitz war er noch oft am Ball. Bei Florian Hansch macht sich inzwischen Ernüchterung breit.
In Chemnitz war er noch oft am Ball. Bei Florian Hansch macht sich inzwischen Ernüchterung breit.  © Picture Point / Kerstin Dölitzsch

Ein halbes Jahr später macht sich beim 23-Jährigen Ernüchterung breit. Hansch drückt die Bank. Und oft nicht mal das: Seit Trainer Uwe Koschinat das Sagen hat, schaffte es der schnelle Rechtsaußen nur einmal in den Kader, vor einer Woche beim 0:0 gegen Greuther Fürth.

Alle anderen Spiele verfolgte Hansch von der Tribüne aus.

"Zu Beginn war ich positiv überrascht. Bis zum 6. Spieltag kam ich drei Mal zum Einsatz, beim 0:2 gegen Köln durfte ich sogar länger spielen", erklärt Hansch: "Danach lief es nicht mehr so gut. Ich kam ins Grübeln und bin in ein kleines Loch gefallen."

Plötzlich raus zu sein, dieses Gefühl kannte Hansch nach dem starken Jahr in Chemnitz nicht mehr. Alle 38 Spiele bestritt er in der Abstiegssaison, erzielte drei Tore, bereitete elf Treffer vor. Während es für den CFC steil nach unten ging, zündete er den Turbo und wurde von einigen Zweitligisten umgarnt.

Die Entscheidung fiel auf Sandhausen. Unter Trainer Kenan Kocak sah Hansch die besten Entwicklungsmöglichkeiten. Der Fußball-Lehrer musste nach einem Sieg aus neun Spielen Mitte Oktober seinen Hut nehmen, Koschinat übernahm. Mit ihm holte der SVS mehr Punkte, aus dem Tabellenkeller geklettert ist der Verein noch nicht. "Die Mannschaft ist absolut intakt, wir haben eine tolle Stimmung. Ich bin sofort gut aufgenommen worden. Es ist wichtig, dass man sich wohl fühlt", sagt Hansch.

Bei aller Unzufriedenheit über seine sportliche Entwicklung - er hat nicht vor, im Winter zu wechseln. "Nach der vergangenen Saison, wo ich durchweg gespielt habe, ist die Situation ungewohnt, aber nicht neu. Auch beim CFC war ich nach meiner Rückkehr aus Bautzen nicht auf Anhieb Stammspieler. Erst im zweiten Jahr lief es richtig gut für mich", meint Hansch.

Weihnachten hat er bei seinen Eltern in Erdmannsdorf gefeiert. Hier verbringt er auch den Jahreswechsel. "Ich fahre derzeit komplett runter. Am 3. Januar ist Trainingsauftakt. Dann nehme ich einen neuen Anlauf", betont Hansch. Ganz nach dem Motto: Neues Jahr, neues Glück!

Zwei Bankdrücker in Sandhausen: Florian Hansch (l.), Emanuel Taffertshofer.
Zwei Bankdrücker in Sandhausen: Florian Hansch (l.), Emanuel Taffertshofer.  © Imago

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