CFC-Notvorstand erhebt schwere Vorwürfe gegen Insolvenzverwalter Siemon

Chemnitz - Neue Wende im CFC-Skandal um die Trauerfeier für den toten HooNaRa-Gründer Thomas Haller zum Heimspiel gegen die VSG Altglienicke am 9. März 2019 (TAG24 berichtete)!

Die Geschehnisse rund um die "Trauerfeier" im Spiel gegen Altglienicke wurden vom NOFV ausgewertet.
Die Geschehnisse rund um die "Trauerfeier" im Spiel gegen Altglienicke wurden vom NOFV ausgewertet.  © Harry Härtel/Haertelpress

Am Montagabend erhob der Notvorstand des Chemnitzer FC schwere Vorwürfe gegen Insolvenzverwalter Klaus Siemon und stützt sich dabei auf die Ermittlungsakte zum Naziskandal.

"Der Insolvenzverwalter des Chemnitzer FC e.V.i.I. wurde entgegen seiner bisherigen Darstellungen in die Entscheidung über die Durchführung und den Inhalt der Trauerbekundung bereits am Morgen des Spieltages am 9. März eingebunden", werfen die CFC-Notvorstände Andreas Georgi, Annette Neuerburg und Frank Sorge dem Insolvenzverwalter vor.

Siemon selbst hatte mehrfach betont, erst nachträglich durch eine Anfrage des MDR (erstmals 23.45 Uhr am Abend des 9. März) von den Geschehnissen im Gellertstadion erfahren zu haben.

"Herr Siemon wurde vom Veranstaltungsleiter der für den Spieltag zuständigen Chemnitzer FC Fußball GmbH, Herrn Uhlig, bereits vor dem Spiel, nämlich am Morgen des 9. März, per Mail und Telefonat unterrichtet", ergäbe sich aus der Ermittlungsakte bei der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

 Insolvenzverwalter Klaus Siemon.
Insolvenzverwalter Klaus Siemon.

Der Vorwurf wiegt schwer! Auf einer am 14. März eilig einberufenen Pressekonferenz hatte Siemon jede Verantwortung von sich gewiesen. Über genaue Details zur Organisation der Trauerfeier schwieg er sich mit dem Verweis auf ein laufendes Verfahren aus.

Aus einem internen Chat-Protokoll, dass TAG24 exklusiv vorliegt, ging aber schon damals hervor, dass mit dem Sicherheitsbeauftragten, der Fanbeauftragten, Mitarbeitern der Presseabteilung sowie dem Marketing und dem Stadionsprecher wichtige Personen beim CFC in den Ablauf der Trauerfeierlichkeiten involviert waren. Vorstand und Aufsichtsrat des eingetragenen Vereins waren hingegen nicht konsultiert worden.

"Aus der Ermittlungsakte ergibt sich, dass Herrn Siemon der zur Verlesung vorgesehene Trauertext vorab übersandt wurde, er ihn selbst redaktionell bearbeitet und zurückgeschickt hat", ist der Stellungnahme zu entnehmen. Nach bisherigem Ermittlungsstand habe zum damaligen Zeitpunkt auch keine konkrete Bedrohungslage vorgelegen.

Der amtierende Notvorstand nimmt in der aktuellen Stellungnahme zudem ausführlich zur aktuellen Situation des Vereins Stellung und fordert eindringlich alle Beteiligten zu einem Dialog auf.

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