CFC-Löning: Wir reden nicht von Spitze oder Aufstieg

Frank Löning rettete mit diesem verwandelten Elfer noch einen Punkt gegen Erfurt.
Frank Löning rettete mit diesem verwandelten Elfer noch einen Punkt gegen Erfurt.

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Erstmals seit dem 5. Spieltag stand Frank Löning gegen Erfurt (1:1) wieder auf dem Platz. Seine Rückkehr machte sich sofort bezahlt.

Spielerisch präsentierte sich der CFC deutlich besser als in den Wochen davor. Zufrieden war Löning aber nicht. Der 34- Jährige im MOPO24-Interview.

MOPO24: Wirkt das Remis gegen Erfurt nach?

Löning: „Es ist noch immer eine gefühlte Niederlage, denn es war mehr für uns drin. Wir haben uns enorm gesteigert und sehr ansehnlich gespielt. Wir haben viel Druck aufgebaut. Das lässt uns hoffen und macht Mut für die kommenden Partien.“

MOPO24: Zum sechsten Mal in Folge lag die Mannschaft 0:1 zurück - verzweifelt man da nicht langsam?

Löning: „Was heißt verzweifeln? Wenn man jedes Mal wieder zurückkommt, spricht das auch für die Moral und Qualität der Mannschaft. Natürlich wollen wir jetzt auch mal wieder zu null spielen und selbst in Führung gehen. Beides fällt uns im Moment ziemlich schwer. Das müssen wir abstellen, dann kommen auch wieder bessere Ergebnisse.“

MOPO24: Sie haben sich vor dem Foulelfmeter zum 1:1 sofort den Ball geschnappt. Wollte Anton Fink nicht antreten?

Löning: „Ich habe mal zu Toni gesagt, wenn er gefoult wird, schieße ich auf jeden Fall. Wir hatten nach dem Elfmeterpfiff sofort Blickkontakt. Ich war mir auch sicher, dass ich den Ball rein mache. Das war eine schöne Geste von ihm. Eigentlich schießt er alle Strafstöße. Aber das war eine Regel, die ich ihm als alter Hase auferlegt habe.“

Die Rückkehr des CFC-Routiniers tat den Himmelblauen gut.
Die Rückkehr des CFC-Routiniers tat den Himmelblauen gut.

MOPO24: Vor dem Erfurt-Spiel hat sich die Mannschaft mit einem Plakat an die Zuschauer gerichtet. Woher kam diese Idee?

Löning: „Das war eine Botschaft an unsere Fans, die zuletzt sehr viel einstecken mussten. Wir haben uns - was das Spielerische betrifft - in den vergangenen Wochen nicht mit Ruhm bekleckert. Wir wollten den Anhängern damit signalisieren, dass wir ihre Kritik empfangen haben. Die Botschaft war aber auch, dass wir alle Spieler und alle Fans brauchen, um einen erfolgreichen Weg zu gehen.“

MOPO24: Der CFC geht mit 16 Punkten aus zwölf Spielen in die Länderspiel-Pause…

Löning: „Insgesamt müssen wir damit zufrieden sein. Wir vergleichen immer noch mit der letzten Saison - das dürfen wir nicht machen. Wir laufen nicht mehr mit der gleichen Mannschaft auf. Wir versuchen, auf anderen Positionen zu spielen und immer mal das System zu verändern. Aber es klappt noch nicht alles. Wir müssen um jedes Tor und jeden Punkt kämpfen. Die Mannschaft braucht noch etwas Zeit.“

MOPO24: Die Spitzenränge der 3. Liga sind also kein Thema mehr?

Löning: „Wir reden nicht von Spitze oder Aufstieg - das sind Sachen, die von außen herein getragen werden oder die viele gern hätten, weil hier ein neues Stadion entsteht. Die Wahrheit liegt auf dem Platz. Wir können Fußball spielen, kriegen das aber nicht über 90 Minuten hin. Deshalb müssen wir uns nicht über den Aufstieg unterhalten, sondern erst einmal fleißig Punkte sammeln.“

Fotos: Picture Point/Kerstin Kummer


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