Gewonnen & ausgepfiffen! Verkehrte Welt beim CFC

Pfiffe gegen seine Spieler - das wollte Trainer Karsten Heine nicht auf sich sitzen lassen. Er eilte in die Fankurve und diskutierte mit der Anhängerschaft.
Pfiffe gegen seine Spieler - das wollte Trainer Karsten Heine nicht auf sich sitzen lassen. Er eilte in die Fankurve und diskutierte mit der Anhängerschaft.

Von Olaf Morgenstern

Chmenitz - Verkehrte Welt beim CFC. Nach drei Niederlagen in Folge fuhr das Team am Dienstagabend drei ganz wichtige Punkte ein. Doch nach dem 2:1 gegen VfB Stuttgart II. gab es Pfiffe von den Rängen.

„Das verstehe ich nicht. Das ist nicht in Ordnung“, sagte Schlussmann Kevin Kunz (24): „Klar, es lief zuletzt nicht sonderlich gut für uns. Aber Fans und Verein sollten immer zusammenhalten.“

Auch Sieg-Torschütze Alexander Nandzik (23) war überrascht. „Ich bin Kölner und weiß, was dort abgeht“, meinte der Abwehrspieler.

„Wenn man gewinnt, egal wie, ist man glücklich darüber. Und da sollten die Fans eigentlich hinter ihrer Mannschaft stehen.“

Der vierte Saisonsieg der Himmelblauen bekam so einen bitteren Beigeschmack.

Trainer Karsten Heine bejubelt mit dem Torschützen Alexander Nandzik den Siegtreffer zum 2:1.
Trainer Karsten Heine bejubelt mit dem Torschützen Alexander Nandzik den Siegtreffer zum 2:1.

„Wahrscheinlich haben einige gedacht, wir schießen Stuttgart mal locker 4:0 aus dem Stadion. Aber so denken nur Nicht-Insider. Jede ,U23‘ kann hervorragend Fußball spielen“, betonte Trainer Karsten Heine (60).

„Ich finde es nicht in Ordnung, wenn Spieler von Teilen der Fans ausgepfiffen werden. Ich möchte aber auch klar sagen, dass unsere Anhänger einen Riesenanteil daran hatten, dass wir nach dem schnellen 0:1 ins Spiel zurückgefunden haben, weil sie meine Mannschaft in dieser sehr schweren Phase unterstützt und wieder aufgerichtet haben.“

CFC-Präsident Dr. Mathias Hänel (51) meldete sich ebenfalls zu Wort. Er stellte sich demonstrativ vor die Mannschaft. „Ich bin enttäuscht von den Fans, die gepfiffen haben. Fußball ist Ergebnissport. Wichtig waren für uns die drei Punkte. Nur das hat gezählt.“

Für Hänel steht fest, dass die Erwartungshaltung bei einigen Anhängern zu hoch ist. „Diejenigen, die gepfiffen haben, sollten sich hinterfragen. Das Beste wäre, sie würden sich als Vereinsmitglied aktiv mit ihrer Kritik einbringen.“

Fotos: picture point/Kummer


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