Deshalb hadert Conrad mit dem Chemnitzer FC

Christian Cappek (rechts) im Zweikampf mit Daniel Bohl.
Christian Cappek (rechts) im Zweikampf mit Daniel Bohl.

Von Olaf Morgenstern

Mainz - Abwehrspieler Kevin Conrad schritt nach dem 0:0 des Chemnitzer FC beim der Zweiten des FSV Mainz mit gemischten Gefühlen vom Platz.

„Nutzen wir unsere guten Möglichkeiten, gehen wir hier als Sieger vom Platz. Letztlich können wir aber auch mit dem Punkt gut leben“, resümierte der 25-Jährige, der erstmals wieder an der Seite von Marc Endres als Innenverteidiger von Beginn an auf dem Rasen stand.

„Das war eine sehr konzentrierte Leistung über die kompletten 90 Minuten hinweg, wir haben kaum Chancen für Mainz zugelassen“, freute sich Conrad, dass hinten endlich einmal wieder die Null stand. „Mit einem Sieg wären wir aber wieder oben dran gewesen."

Kevin Conrad (rechts) weiß, dass bei optimaler Chancenverwertung mehr für den CFC in Mainz möglich gewesen wäre.
Kevin Conrad (rechts) weiß, dass bei optimaler Chancenverwertung mehr für den CFC in Mainz möglich gewesen wäre.

Abwehr-Kollege Marco Kehl-Gomez war nicht nur froh, dass er erneut in der Startelf ran durfte („Wir haben eine große Konkurrenz im Kader.“), sondern auch über den zählbaren Erfolg: „Mainz ist eine spielstarke Truppe. Hier muss man erst einmal einen Punkt holen.“

Zumal am Sonnabend in den Reihen der Rheinhessen auch einige Bundesliga-Kicker mitwirkten. „Ich habe schon etwas gestaunt, als plötzlich Maximilian Beister auf meiner Seite auftauchte.

Aber ich kenne seine Stärken und habe mich schnell auf ihn eingestellt“, meinte Kehl-Gomez zur Begegnung mit dem Ex-HSV-Kicker.

Beister und die anderen Mainzer Offensiv-Spieler traten selten in Erscheinung, weil Chemnitz kompakt und aggressiv verteidigte.

Den Punkt im „Abnutzungskampf“, so bezeichnete Mainz-Trainer Sandro Schwarz die zweite Halbzeit, hatten sich die Himmelblauen am Ende redlich verdient

Bereit zu begeistern?

Ein Kommentar von Olaf Morgenstern

„Bereit zu begeistern“. Das Motto des CFC prangt in Großbuchstaben auf der Frontseite des Mannschaftsbusses.

Begeistert haben die Himmelblauen ihre Anhänger in dieser Saison nur selten. Gründe gibt es dafür einige: Im Gegensatz zum Frühjahr, als die Chemnitzer stark auftrumpften, müssen mehrere Ausfälle verkraftet werden. Es fehlt die Konstanz. Das Team kassiert zu viele Gegentore. Unter den Neuzugängen ist mehr Masse als Klasse. Begeisternder Fußball ist da kaum zu erwarten.

Wobei sich die Frage stellt: Was „begeistert“ die Fans eigentlich? Schön zu spielen und zu gewinnen? Das ist der Optimalfall. Spielt der CFC schlecht und gewinnt, gibt es Pfiffe - geschehen beim 2:1 gegen Stuttgart. Spielt er schön und gewinnt nicht, wird ebenfalls Kritik laut.

Die richtige Balance zu finden - das ist die Kunst. Am Sonnabend in Mainz hat die Heine-Elf über weite Strecken nicht unbedingt begeistert, aber mit Leidenschaft überzeugt.

Chemnitz präsentierte sich formverbessert, blieb zum vierten Mal in Folge ungeschlagen. Und klappt es am Sonnabend gegen Halle mit einem Sieg, kommt mit Sicherheit auch wieder Begeisterung auf.

Fotos: imago/Jan Hübner; Picture Point/Roger Petzsche


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