Der Kampf um die Nummer 1 im CFC-Tor

Zu Beginn des Jahres fuhr Marius Gersbeck noch mit Hertha BSC ins Trainingslager in der Türkei.
Zu Beginn des Jahres fuhr Marius Gersbeck noch mit Hertha BSC ins Trainingslager in der Türkei.

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Die berühmte Katze im Sack hat der Chemnitzer FC mit Marius Gersbeck ganz sicher nicht eingekauft. Trainer Karsten Heine kennt den 20 Jahre alten Schlussmann aus gemeinsamen Tagen bei Hertha BSC. Drei Jahre lang trainierte Gersbeck bei Heine mit.

Nach der vorzeitigen Trennung von Daniel Batz zu Jahresbeginn bestand in Chemnitz akuter Handlungsbedarf. Heine fragte bei den Berlinern an, "weil uns Marius mit seinen Qualitäten überzeugt hat".

Nach kurzem Überlegen entschied sich Gersbeck für den Wechsel aus der Hauptstadt nach Sachsen.

"Ich hatte die Möglichkeit, mir auszusuchen, was sinnvoller ist", erzählt Gersbeck: "Beim CFC kann ich mich eine Spielklasse höher beweisen."

Stammtorhüter Kevin Kunz wird seine Position nicht kampflos aufgeben.
Stammtorhüter Kevin Kunz wird seine Position nicht kampflos aufgeben.

Stamm-Torhüter Kevin Kunz wird sich allerdings nicht kampflos geschlagen geben.

"Nach dem Weggang von Batz wusste ich, dass ein sehr guter Torhüter kommen wird. Ich gebe tagtäglich Vollgas, will meinen Platz zwischen den Pfosten verteidigen", betont Kunz.

Heine hat sich noch nicht entschieden, wer am kommenden Sonnabend beim verspäteten Punktspiel-Auftakt in Kiel im Kasten der "Himmelblauen" steht. Der letzte Test, der am Samstagvormittag in Auerbach über die Bühne gehen sollte, fiel dem erneuten Wintereinbruch zum Opfer.

Und so werden in erster Linie die Trainingseindrücke der kommenden Tage entscheidend sein.

"Es gibt nie eine Garantie. Der Konkurrenzkampf gehört überall dazu. Ich bin mit sehr viel Ehrgeiz nach Chemnitz gekommen, will mich hier durchsetzen und meine Spiele machen", erklärt Gersbeck selbstbewusst. Er spricht von einem "offenen Duell".

Gersbeck will mit dem CFC noch einmal richtig angreifen.
Gersbeck will mit dem CFC noch einmal richtig angreifen.

Beim Überraschungsdritten der Bundesliga-Hinrunde war für Gersbeck kein Vorbeikommen an Stammtorhüter Rune Jarstein und dessen Stellvertreter Thomas Kraft in Sicht.

Sieben Mal kam er in dieser Saison im Regionalliga-Team der Berliner zum Einsatz und kassierte dabei 16 Gegentreffer!

Vielleicht verließ Gersbeck, der als Zehnjähriger zur Hertha kam und mit der "U 17" deutscher Meister wurde, auch deshalb zum ersten Mal seine Heimatstadt. "Ich kannte bis jetzt nichts anderes. In Berlin ist jeden Tag Action, die Geschäfte haben rund um die Uhr geöffnet. Vielleicht ist es ganz gut, jetzt etwas abseits zu leben."

Im Abseits stehen will er mit dem CFC nicht! Gersbeck hofft, dass der Club "noch einmal oben angreifen kann. Wir haben eine sehr gute Mannschaft. Mit dem neuen Stadion gehört dieser Verein in die zweite Liga. Ich würde gern dabei mithelfen, dieses Ziel zu erreichen."

Schnell zieht er den Vergleich mit der Hertha, die in der vergangenen Saison mit Ach und Krach dem Abstieg entgangen war und nach der Hinrunde überraschend auf Platz drei steht.

Gersbeck: "Es geht im Fußball ganz schnell nach oben oder unten. Damit musst du als Profi klarkommen. Da ist die Mentalität jedes einzelnen Spielers gefragt."

Fotos: Picture Point/K. Kummer (2), dpa/Thomas Eisenhuth (1)


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