Deshalb ist der CFC so weit von seinen Zielen entfernt

Von Olaf Morgenstern

Chemnitz - Der CFC ist nach 19 Spieltagen mit 26 Punkten Achter. Er hat zwei Zähler weniger auf dem Konto als vor Jahresfrist, damals lagen die Himmelblauen auf Rang 11. Sportdirektor Stephan Beutel (49) zieht mit MOPO24 eine Zwischenbilanz.

Sportdirektor Stephan Beutel (l.) und der erkrankte Trainer Karsten Heine im Gespräch.
Sportdirektor Stephan Beutel (l.) und der erkrankte Trainer Karsten Heine im Gespräch.

MOPO24: In der Tabelle ist der CFC besser als vor einem Jahr, nach Punkten nicht. Wie bewerten Sie die Hinrunde?

Beutel: „Punkte, Platzierung und sportliche Leistung sind von dem entfernt, was wir uns vorgenommen haben. Das muss man unumwunden feststellen.“

MOPO24: Was hat Ihnen in der Hinrunde gefallen, was nicht?

Beutel: „Positiv ist, wie der gesamte Verein - Vorstand, Aufsichtsrat, sportliche Leitung und die Mannschaft - in der momentan sehr kritischen Situation zusammenstehen. In den vergangenen Wochen haben uns viele negative Dinge auf einmal getroffen: Wesentliche Verletzungsausfälle, die Erkrankungen von Geschäftsführer Sven-Uwe Kühn und Cheftrainer Karsten Heine. Das alles ist nur schwer zu verkraften. Wir alle kämpfen gemeinsam dagegen an - mit voller Konzentration und sehr viel Leidenschaft. Denn trotz der sehr schweren Hinrunde wollen wir ambitioniert in die Winterpause gehen. Natürlich müssen wir uns auch kritisch hinterfragen lassen. Nicht alle haben die Erwartungen erfüllt. Das betrifft nicht nur einige der Neuzugänge. Auch von den Spielern, die schon da waren, haben wir uns bei dem einen oder anderen eine bessere Entwicklung erhofft. Da sehen wir viel Luft nach oben.“

Weiß, dass er noch an einigen Stellschrauben drehen muss: Sportdirektor Stephan Beutel.
Weiß, dass er noch an einigen Stellschrauben drehen muss: Sportdirektor Stephan Beutel.

MOPO24: Im Sommer kamen elf Neue. Wird der personelle Schnitt im Winter erneut ein großer sein?

Beutel: „Nein, es wird keinen ähnlich großen Schnitt geben. Es gibt sicher Spieler, die unzufrieden sind mit ihren Einsatzzeiten, bei denen man darüber nachdenken muss, ob es nicht besser ist, dass sie sich anders orientieren. Das wird intern besprochen. Und dann suchen wir gemeinsam - offen und fair - nach einer Lösung.“

MOPO24: Zurück zur Hinrunde: Auswärts holte der CFC in neun Partien nur sechs Punkte. Warum?

Beutel: „Wir haben in vielen Spielen nicht das umsetzen können, was wir uns vorgenommen haben. Das fällt auswärts mehr ins Gewicht, weil der Druck noch größer ist. Wir arbeiten an unseren Defiziten und werden nicht aufgeben. Ich kann Ihnen versprechen: Wir kämpfen bis zur letzten Patrone!“

Auch Beutel hätte sich natürlich eine erfreulichere Hinrunde gewünscht.
Auch Beutel hätte sich natürlich eine erfreulichere Hinrunde gewünscht.

MOPO24: Trainer Karsten Heine ist seit zwei Wochen krank geschrieben. Erschwert das Ihre Planungen für den zweiten Teil der Saison?

Beutel: „Sicher liegt dadurch mehr Arbeit auf meinem Tisch. Aber ich bin in ständiger Kommunikation mit Karsten Heine. Viele Dinge haben wir vorher abgesprochen. Aktuell gehen wir fest davon aus, dass er spätestens zum Auftakt am 2. Januar gut gelaunt und voll belastbar seine Arbeit bei uns wieder aufnehmen wird. Eines sollte aber erwähnt werden: Kay-Uwe Jendrossek und Heiko Nowak arbeiten sehr engagiert und konzentriert mit der Mannschaft und vertreten unseren Cheftrainer insgesamt glänzend.“

MOPO24: Ein Teil der Fans ging nach der Niederlage gegen Aue auf Distanz zur Mannschaft. Wie froh sind Sie, dass das Eis langsam taut?

Beutel: „Ein ungetrübtes Verhältnis zwischen Fans und Mannschaft ist enorm wichtig. Fußball lebt von Emotionen. Nur gemeinsam können wir unsere ambitionierten Ziele erreichen. Es wäre schön, wenn wir alle am Samstag gegen Aalen das Fußballjahr in Chemnitz erfolgreich verabschieden würden.“

Fotos: Picture Point/Kerstin Kummer (2), Sven Sonntag (1)


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