Manuel Neuer verrät: So haben die aussortierten Spieler reagiert

Eppan/Südtirol - Nachdem sich die Aufregung um Leroy Sanés Nicht-Nominierung gelegt hatte, erklärte Manuel Neuer wie er versucht hat, die abreisenden Spieler aufzubauen.

Wieder auf dem Weg zu alter Form: Manuel Neuer (r.), die deutsche Nummer eins im Tor.
Wieder auf dem Weg zu alter Form: Manuel Neuer (r.), die deutsche Nummer eins im Tor.  © DPA

Neuer zeigte auf der DFB-Pressekonferenz Menschlichkeit: "Es ist für alle betroffenen Spieler sehr bitter. Es ist auch für uns Mitspieler, die jetzt weiterhin dabei sind, bitter, die Jungs abreisen zu sehen", gewährte der 32-Jährige Einblicke in sein Seelenleben.

"Ich habe jetzt gerade noch versucht, das ein oder andere Einzelgespräch mit den Spielern, die abreisen, zu führen und ich habe ihnen auch gesagt, dass es schlimm ist und das alle verstehen, dass sie jetzt enttäuscht sind", wie Neuer verdeutlichte.

Positiv sei das Verhalten der aussortierten Spieler gewesen: "Wir haben auch einen Gruppenchat und da hat jeder reingeschrieben und drückt uns die Daumen und möchte, dass wir so erfolgreich wie möglich das Turnier abschneiden und mit dem Pokal zurückkommen. Da sieht man einfach den Charakter der Spieler, die jetzt abreisen", lobte Neuer neben Sané auch Bernd Leno, Jonathan Tah und Nils Petersen.

Gerade Leno, der nicht mit zur WM fährt, weil Neuer doch noch rechtzeitig fit wurde, lobte der Torhüter des FC Bayern München: "Bernd Leno ist ein super Torwart - und das wissen wir alle."

Er könne auch die Enttäuschung desjenigen verstehen, der ebenfalls wegen Neuer nur Ersatzmann ist: Marc-André ter Stegen. "Er hat eine absolut tolle Saison gespielt beim FC Barcelona, in einem tollen Team. Er ist natürlich auch eine große Stütze für unsere Mannschaft."

Abklatschen: Torwart Manuel Neuer (r.) und Bundestrainer Joachim Löw (m.) mit DFB-Pressesprecher Jens Grittner (l.).
Abklatschen: Torwart Manuel Neuer (r.) und Bundestrainer Joachim Löw (m.) mit DFB-Pressesprecher Jens Grittner (l.).  © DPA

In den Entscheidungsprozess, welche Spieler aussortiert werden, war Neuer natürlich nicht eingebunden, gab aber an: "Man merkt auch gerade in der Vorbereitungszeit, wenn man am Trainerbüro vorbeiläuft, dass sie sehr viel über alle Dinge sprechen und das sie viele Meetings haben und dass sie sich auch wirklich Zeit dafür genommen haben, einfach die beste und richtige Entscheidung, wo alle Trainer dahinterstehen, zu treffen."

Joachim Löw erklärte seine Entscheidung, Neuer mitzunehmen und zur Nummer eins zu machen wie folgt: "Beim Manuel Neuer war es ja so, dass wir gestern Abend nochmals ein abschließendes Gespräch geführt haben. Das war ja jetzt auch ein Prozess, der über 14 Tage ging. Wir hatten ständig mit ihm das Gespräch gesucht. Er war am Samstagabend - das haben wir auch so abgesprochen - nach dem Spiel gegen Österreich nochmals in München, hat am Sonntagmorgen MRT gemacht, um einfach auch nochmal die letzte Sicherheit zu haben, ob alles in Ordnung ist. Am Sonntagnachmittag kam er zurück."

Alles sei soweit in Ordnung gewesen. "Gestern, am späten Abend, haben wir dann nochmal ein Gespräch geführt."

Das sei so vereinbart gewesen, sagte Löw: "Er hat uns auch nochmal bestätigt, dass er sich zu hundert Prozent fit fühlt. Dass er sich in allen Abläufen gut fühlt, dass der Fuß der ganzen Belastung, die er jetzt hatte, überhaupt keine Probleme gemacht hat." Er habe im Spiel gegen Österreich gezeigt, dass er schon eine "gute Form" erreicht habe.

Das bestätigte auch Neuer selbst. "Ich muss sagen, dass ich mich sehr gut fühle." Auch das Feedback sei positiv gewesen. Man sehe "keinen veränderten Manuel Neuer."


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