Herr Neuer, ist die Nationalmannschaft gespalten?

Watutinki - "Es gibt keine Spaltung in der Mannschaft", stellte Kapitän Manuel Neuer auf der DFB-Pressekonferenz klar. Diese hatte wegen einer länger dauernden Sitzung erst satte 50 Minuten später begonnen, als angekündigt.

Manuel Neuer (r.) versuchte sich in den letzten Minuten im Spiel gegen Mexiko (0:1) sogar als Mittelstürmer - ohne Erfolg.
Manuel Neuer (r.) versuchte sich in den letzten Minuten im Spiel gegen Mexiko (0:1) sogar als Mittelstürmer - ohne Erfolg.  © DPA

Auf der einen Seite ist es nachvollziehbar, dass die klärende Sitzung wichtiger war. Auf der anderen Seite müssen sich die DFB-Verantwortlichen dann über Kritik der wartenden Journalisten nicht wundern.

Doch der Dienstag ist für Neuer und Kollegen ohnehin stressig. Erst die Sitzung, dann die bohrenden Fragen der Journalisten und am Nachmittag geht es mit dem Flugzeug nach Sotschi, wo Deutschland am Samstagabend (20 Uhr) zum ersten "Endspiel" auf Schweden trifft. Nach deren Auftaktsieg müssen drei Punkte her, um sich die Chance aufs Weiterkommen zu bewahren.

An Bord des sind alle Spieler und damit auch der zuletzt ausgefallene Jonas Hector.

Neuer zeigte sich selbstkritisch: "Wir sind sauer auf uns selbst und enttäuscht von dem, was wir auf dem Platz gezeigt haben", fand der 32-Jährige deutliche Worte zum missratenen Auftaktspiel gegen Mexiko und blieb auch fortan bei klaren Aussagen.

"Es gibt keine Spaltung in der Mannschaft", stellte er auf Nachfrage klar. Es werde kein Unterschied zwischen Weltmeistern, Confed-Cup-Siegern oder Neulingen gemacht, betonte er.

Der "Wachrüttler" habe sogar einen positiven Effekt gehabt: "Ich glaube, so stark war die Kommunikation noch nie, wie nach dem Mexiko-Spiel". Viele Spieler hätten sich "eingebracht" und Verbesserungsvorschläge gemacht, verdeutlichte der Weltklasse-Keeper.

Sichtlich genervt: Manuel Neuer musste die Auftaktniederlage gegen Mexiko verdauen und sich am Dienstagmittag den kritischen Fragen der Journalisten stellen.
Sichtlich genervt: Manuel Neuer musste die Auftaktniederlage gegen Mexiko verdauen und sich am Dienstagmittag den kritischen Fragen der Journalisten stellen.  © DPA

Ihm hätten die Gespräche "ein sehr befreiendes Gefühl" gegeben, weil man sich intern "ehrlich die Meinung" gesagt habe.

Neuer nahm die Schuld der Niederlage auch mit auf seine Kappe: "Die Hauptursache liegt natürlich auch bei uns Führungsspielern, dass wir nicht die Bereitschaft hatten, dass selbst zu organisieren." Genau das sei die größte Schwäche der DFB-Mannschaft gewesen: "Diese Bereitschaft beim ersten Gruppenspiel war jetzt noch nicht so zu 100 Prozent dagewesen, wie es in den anderen Turnieren der Fall war."

Warum das so war, konnte Neuer allerdings auch nicht beantworten, denn "wir haben auf allen Positionen erfahrene Spieler gehabt", sagte er.

Natürlich sei Gegner Mexiko sei "keine Laufkundschaft" gewesen. Man sei taktisch aber eigentlich auf "auf vieles vorbereitet", gewesen, erklärte Neuer. Dabei schien die DFB-Elf überrascht von der taktischen Ausrichtung Mexikos gewesen zu sein.

Neuer ist sich aber sicher: "Ich bin natürlich überzeugt davon, dass wir ein anderes Gesicht zeigen können und werden."

Sowohl ihm, als auch dem Rest der Mannschaft ist klar: "Wir haben ab jetzt nur noch Finals."


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