Mit 29! Russland wird das erste ganz große Turnier für Marco Reus

Eppan/Südtirol - Die Erleichterung nach der finalen WM-Kader-Bekanntgabe dürfte auch bei Marco Reus groß gewesen sein. Endlich ist der 29-Jährige bei einer Weltmeisterschaft dabei - wenn nichts mehr schiefgeht!

Im letzten Testspiel vor der WM 2014 (6:1 gegen Armenien) verletzte sich Marco Reus kurz vor der Pause. Diagnose: Syndesmosebandanriss, WM-Ausfall!
Im letzten Testspiel vor der WM 2014 (6:1 gegen Armenien) verletzte sich Marco Reus kurz vor der Pause. Diagnose: Syndesmosebandanriss, WM-Ausfall!  © DPA

Die Verletzungshistorie von Reus ist unsäglich lang. Neben vielen kleineren Beeinträchtigungen wie muskulären Problemen musste Reus auch einen Zehenbruch, Syndesmosebandanriss, zwei Außenbandanrisse im Sprunggelenk, zwei Muskelfaserrisse, eine Schambeinentzündung und einen Kreuzbandriss verkraften. Nur das verhinderte, dass der BVB-Spieler bei großen Turnieren teilnehmen konnte.

Lediglich bei der Europameisterschaft 2012 stand der pfeilschnelle Außenbahnspieler im Kader, absolvierte zwei Spiele und traf im Viertelfinale gegen Griechenland zum zwischenzeitlichen 4:1.

Seitdem kam kein Turnier mehr dazu. Deshalb kann man nur hoffen, dass Reus auch die letzten Trainingstage und das letzte Testspiel gegen Saudi-Arabien (08.06.2018, 19.30 Uhr) problemlos übersteht und die WM 2018 im Vollbesitz seiner Kräfte spielen kann.

Denn wie viel Joachim Löw von seinem torgefährlichen Flügelflitzer hält, wurde vor wenigen Tagen deutlich, als der Bundestrainer ihn als "Rakete" bezeichnete. Aus Löws Mund, der sich sonst mit Superlativen zurückhält, ist das ein selten gehörtes Lob.

Die Chancen auf regelmäßige Einsätze des spielintelligenten Dribblers sind gestiegen, seitdem am Dienstagmittag mit Leroy Sané ein hochveranlagter Flügelspieler aus dem vorläufigen Kader gestrichen wurde.

Kann er seine Stärken bei der WM einbringen? BVB-Spieler Marco Reus.
Kann er seine Stärken bei der WM einbringen? BVB-Spieler Marco Reus.  © DPA

Dennoch muss Reus hart um einen Stammplatz bei der WM kämpfen, weil auf seiner Position mit Julian Draxler ein Akteur spielt, dessen Ansehen durch sein starkes Auftreten beim Confederations Cup 2017 gestiegen ist.

Der 24-Jährige war einer der Schlüsselspieler für den späteren Turniersieg und führte die DFB-Elf in allen fünf Spielen als Kapitän auf das Feld.

Reus könnte allerdings auch auf anderen Offensiv-Positionen zum Einsatz kommen, hat aber überall große Konkurrenz.

Thomas Müller, Mesut Özil, Julian Brandt und Timo Werner sind seine ärgsten Nebenbuhler.

Die Klasse von Reus ist allerdings unbestritten. Die Aktionen des gebürtigen Dortmunders wirken durch seine überragende Technik und seine Spielübersicht extrem leicht, sein graziler Bewegungsablauf gepaart mit seiner engen Ballführung und seine daraus entstehenden Aktionen sind für die Gegner oft so überraschend, dass Reus mit seinen Fähigkeiten heraussticht.

Ein fitter Reus hat so viel Qualität, dass Löw über kurz oder lang nicht auf ihn verzichten kann und den BVB-Fan-Liebling einsetzen wird.


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