Kritik am DFB-Team für Bierhoff "unter der Gürtellinie!"

Sotschi - Oliver Bierhoff fand klare Worte: Kritik sollte "nicht zu sehr in Häme" übergehen, sagte DFB-Manager auf der Pressekonferenz und spielte damit auf einige grenzwertige Aussagen sogenannter Fußballexperten an.

Thomas Müller (l.), der Oliver Bierhoff (r.) auf der Pressekonferenz ablöste, verbreitete - ganz seinem Naturell entsprechend - schon wieder gute Laune.
Thomas Müller (l.), der Oliver Bierhoff (r.) auf der Pressekonferenz ablöste, verbreitete - ganz seinem Naturell entsprechend - schon wieder gute Laune.  © DPA

Doch natürlich habe man damit rechnen müssen: "Der größte Teil der Kritik ist ja auch gerechtfertigt", stellte der 50-Jährige klar, betonte aber auch: "Ich finde es dann hin und wieder schade, wenn es ein bisschen unter die Gürtellinie geht für Spieler."

Das sei "unabhängig von Mesut Özil", sondern auch auf andere verdiente Spieler bezogen: "Ich glaube, die sollen hart, kritisch bewertet werden, aber es sollte doch halt auch nicht zu sehr in Häme gehen."

Dennoch müsse man auch damit umgehen können, wie der Manager seufzend festhielt.

Die Sitzung, durch die sich die Pressekonferenz am Dienstag um satte 50 Minuten verzögert hatte, war auch für Bierhoff entscheidend: "Für uns war es wichtig, nicht irgendwie zur Tagesordnung überzugehen und uns damit zu beruhigen, dass wir noch alles selber in der Hand haben, wenn wir das zweite und dritte Spiel gewinnen, sondern dass wir da natürlich ein bisschen tiefer gehen und dieses tiefer gehen nicht nur vom Trainerstab kommt, sondern natürlich auch die Spieler sich einbringen können", hielt der frühere Nationalspieler fest.

Man habe die Symptome, die auch in den Medien so ausführlich besprochen wurden, erkannt: "Es hat nicht so geknallt, wie es vielleicht früher geknallt hätte. Ist ja auch eine andere Generation, es sind andere Zeiten. Es war aber trotzdem sehr offen, sehr ehrlich."

DFB-Manager Oliver Bierhoff traf auf der Pressekonferenz aus Sotschi klare Aussagen.
DFB-Manager Oliver Bierhoff traf auf der Pressekonferenz aus Sotschi klare Aussagen.  © DPA

Nun müsse man in den kommenden Tagen "einen guten Mix finden zwischen Fokussierung und Angespanntheit" und lernen, mit dieser "selbstverschuldeten Situation" umzugehen, wie Bierhoff erklärte.

"Wir haben ja die Fähigkeiten. Es ist ja nicht so, dass wir daran zweifeln müssen, sondern wir müssen sie abrufen."

Bierhoff betonte auch, dass die schwache Leistung keine Einstellungsfrage gewesen sei, aber die "Aggressivität" gefehlt habe. Es seine eine Fehlerkette gewesen. Man habe "teilweise die Linie verloren."

Deshalb müsse man wieder dahin kommen, dem Gegner das eigene Spiel aufzuzwingen: "Das hat uns in der Vergangenheit immer stark gemacht", sagte Bierhoff.

Natürlich hätten die Schweden die bessere Ausgangslage und werden nun vermutlich versuchen, "alles dicht zu machen." Bierhoff erwartet "ein Kampfspiel" und rechnet auch mit einem "personellen Impuls" des DFB-Trainerteams.

Das Ziel für die nächsten Tage gab Bierhoff auch schon aus: "Unsere Situation ist klar: Wir müssen die beiden Spiele gewinnen!"


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