Chemie-Pokalheld Druschky: Nach dem Siegtor geht's wieder ins Büro

Leipzig - Neben dem Ausscheiden des Pokalverteidigers Eintracht Frankfurt (1:2 in Ulm) war der Sieg der BSG Chemie Leipzig gegen Jahn Regensburg die größte Überraschung im DFB-Pokal. Für den Leutzscher Helden geht es am Montag aber wieder auf Arbeit - und die hat so gar nichts mit Fußball zu tun.

Siegtorschütze Kai Druschky (l.) freute sich mit Teamkollege Florian Schmidt über den Pokalcoup gegen Regensburg.
Siegtorschütze Kai Druschky (l.) freute sich mit Teamkollege Florian Schmidt über den Pokalcoup gegen Regensburg.  © Picture Point/K. Dölitzsch

Eigentlich hätte Siegtorschütze Kai Druschky nach der Pokal-Sensation seiner BSG keine große Partie feiern können. Am Montagfrüh war sein pünktlicher Dienstbeginn geplant. "Heute Abend gibt es das eine oder andere Bierchen, mehr nicht. Denn mein Chef erwartet mich am Montag im Büro. Ich muss arbeiten, ich bin ja kein Vollprofi", sagte der 25 Jahre alte Stürmer bei Sky Sport nach seinem späten Siegtreffer zum 2:1 (0:1) in der ersten DFB-Pokalrunde gegen den favorisierten Fußball-Zweitligisten SSV Jahn Regensburg.

Nur wenn ihm sein Chef freigebe, könnten es vielleicht auch ein paar Bierchen mehr werden. Und der frühere FC-Sachsen-Präsident Christian Rocca, Geschäftsführer eines Immobilien-Büros, ließ sich nicht lumpen. "Kai darf selbst entscheiden, wann er am Montag ins Büro kommt", sagte Rocca dem "Sportbuzzer". Der Auszubildende zum Immobilien-Kaufmann könnte also ausschlafen.

Vor 4999 Zuschauern im ausverkauften Alfred-Kunze-Sportpark drehten Philipp Wendt (69.) drei Minuten nach seiner Einwechslung (nach Vorlage von Druschky) und der 25-Jährige selbst mit einem 25-Meter-Schuss ins obere Toreck in der Nachspielzeit (90.+1) die Führung der Bayern durch Julian Derstroff (20.). Der Oberligist schaltete sensationell den Zweitligisten aus. Für Druschky war es der erste BSG-Treffer überhaupt.

"Bodenlose" Enttäuschung bei Jahn Regensburg und Achim Beierlorzer

Fiebern einem (noch) attraktiveren Gegner in der 2. Runde entgegen: Die Fans der BSG Chemie Leipzig.
Fiebern einem (noch) attraktiveren Gegner in der 2. Runde entgegen: Die Fans der BSG Chemie Leipzig.  © Picture Point/K. Dölitzsch

"Wie ich den gemacht habe, kann ich selber noch nicht fassen. Mein rechter ist nicht mein starker Fuß. Ich habe den Ball gut getroffen und dachte bitte senk dich, bitte senk dich", erzählte Druschky überwältigt: "Es ist pure Freude, ich kann das nicht in Worte fassen, einfach unfassbar."

Ganz bodenständig analysierte auch sein Trainer die Begegnung. "Der Sieg war nicht ganz unverdient. Wir haben die zweite Halbzeit offen gestaltet, kräftemäßig nicht nachgelassen und auch noch die Kraft gehabt, läuferisch an die Grenzen zu gehen", sagte Dietmar Demuth.

Sein Regensburger Kollege Achim Beierlorzer, ehemals Coach bei RB Leipzig, war wie sein Team "bodenlos enttäuscht. Wir hatten das Spiel gut angenommen und es bis auf wenige Chancen auch bestimmt." Beim Ausgleich sah er ein klares Foul "an unserem Rechtsverteidiger, der Schiedsrichter hat das leider nicht so gesehen. Das war keine Willensfrage bei meiner Mannschaft, ich kann ihr bei der Einstellung keinen Vorwurf machen", sagte er.

Am Sonntag wird ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau die 2. Pokalrunde ausgelost. Dort hofft die BSG nun auf ein ganz großes Los. Der FC Bayern, Schalke 04 oder vielleicht doch Stadtrivale RB - wer wird's? Am Sonntagabend wissen wir mehr. Bis dahin wird in Leipzig-Leutzsch noch ein wenig gefeiert.


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