Rache für Karlsruhe? Polizei lässt 200 Dynamo-Fans nicht ins Stadion

Bei Twitter war der Ärger über das Verhalten der Polizisten groß.
Bei Twitter war der Ärger über das Verhalten der Polizisten groß.

Freiburg/Dresden - Die Spieler werden sich gewundert haben, wieso es im Stadion 90 Minuten lang so leise war, die Fans waren zu diesem Zeitpunkt schon pappsatt.

Denn rund 200 Anhänger wurden von der Polizei in Freiburg vor dem Anpfiff zur zweiten Runde im DFB-Pokal heftig aus dem Verkehr gezogen. So verpassten zahlreiche Anhänger die 1:3-Niederlage ihrer Lieblinge im Breisgau und das nach mehr als sieben Stunden Anreise an einem Mittwoch!

In den sozialen Medien kursierten mehrere Meldungen darüber, dass die Polizei 200 Fans an einer Abfahrt von der Autobahn aus dem Verkehr zog, darunter zahlreiche Ultras, die erfahrungsgemäß für die Stimmung im Stadion sorgen. Es soll dabei auf der rund 690 Kilometer langen Reise zu keinerlei Vorkommnissen gekommen sein. So blieb es über weite Strecken des Spiels ungewöhnlich ruhig. Nicht nur im Stadion, auch die Anhänger am Fernseher wunderten sich, wieso die sonst so lautstarken Fans nicht zu hören waren.

Dass die Anhänger mit gültiger Eintrittskarte und nach dieser langen Anreise die Nase voll hatten, ist klar. Offenbar wurden die Fans ganz genau unter die Lupe genommen. Jeder, der auch nur annähern ein Kleidungsstück in Camouflage-Optik anhatte, wurde gestoppt, fotografiert und die Personalien festgestellt.

Ein Teil der Fans wurde offenbar eingekesselt auf dem Gelände einer ehemaligen Polizeidirektion festgehalten. Dort soll ein Polizeiführer die Aktion damit begründet haben, dass Dynamo-Fans in der Vergangenheit in Baden-Württemberg viele Straftaten begangen hätten und man deshalb einen Personenabgleich macht.

Heißt im Klartext: Den Beamten haben die Vorkommnisse im Mai am Rande des Zweitliga-Spiels beim Karlsruher SC vielleicht gar nicht geschmeckt. Dort waren die Anhänger in Camouflage-Optik und mit reichlich Pyro zum Stadion marschiert, in dem sie dann in Kriegsoptik dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) den Krieg erklärten.

Nachdem es am Tag selbst hieß, es seien etliche Polizisten verletzt worden, mussten sich die Beamten ein paar Tage spöter korrigieren, es blieb nach der Aufarbeitung der Ereignisse kein einziger schwer verletzter Polizist übrig.

Nur nach und nach wurden einige der Anhänger langsam ins Stadion gelassen, am Ende standen noch einige draußen, ihnen wurde sogar offenbar ein Platzverweis ausgesprochen.


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