Blamage in Runde Eins! Dynamo fliegt gegen Viertligist aus dem DFB-Pokal

Rödinghausen - Wie peinlich! Dynamo Dresden verliert nach Verlängerung mit 2:3 gegen den Regionalligisten SV Rödinghausen und scheidet somit bereits in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. 3862 Zuschauer sahen das Wunder von Lotte und damit die Blamage des Zweitligisten.

Dresdens Philip Heise (links) und Dennis Engel von Rödinghausen kämpfen artistisch um den Ball.
Dresdens Philip Heise (links) und Dennis Engel von Rödinghausen kämpfen artistisch um den Ball.  © DPA / Friso Gentsch

Anschließend versuchten einige wütende Dynamo-Ultras, den Platz zu stürmen.

Mit einem Pfeifkonzert per Trillerpfeife sorgten die etwa 2500 mitgereisten Dynamo-Fans für eine schrille Unterhaltung in den ersten zehn Minuten. Und auch auf dem Spielfeld gaben die Schwarz-Gelben den Ton an. Niklas Kreuzer (4.) sorgte für den ersten Abschluss.

Sekunden nachdem die die Ultras auf Gesang umstellten, was wesentlich angenehmer klang, zeigte Haris Duljevic (11.) eine starke Einzelleistung.

Mit einem Dribbling in den Strafraum ließ der Bosnier gleich drei Mann stehen und vollendete ins lange Eck zum 1:0 aus Sicht des Favoriten.

Viel brachten die Gastgeber nicht nach vorn, doch wenn die Kicker des Dorfvereins aus Rödinghausen mal vors Tor kamen, wurde es gefährlich. So in der 20. Minute: Ein vermeintliches Foul an Niklas Kreuzer ließ Schiedsrichter Florian Heft weiter laufen, was für Unordnung in der Dynamo-Abwehr sorgte.

Am Ende war es Linus Meyer, der den Ball aus spitzem Winkel zum 1:1-Ausgleich im Tor unterbrachte.

Doch das nächste Tor (25.) ließ nicht lange auf sich warten - 2:1, die erneute Führung für die Gäste. Auf rechts setzte sich Sascha Horvath durch und flankte in den Strafraum auf Aias Aosman - eine Co-Produktion von zwei Neuen in der Startelf von Uwe Neuhaus. Aosman hielt den Fuß dran, der Ball tippte einmal auf und senkte sich hinter Keeper Niclas Heimann ins Tor.

Markus Schubert (Mitte) kann den Gegentreffer von Linus Meyer nicht mehr verhindern.
Markus Schubert (Mitte) kann den Gegentreffer von Linus Meyer nicht mehr verhindern.  © DPA / Friso Gentsch

Während die Dresdner immer wieder zum Abschluss kamen, versuchte der SVR gern mal einen Elfmeter zugesprochen zu bekommen.

Des Öfteren gingen die Kicker im Strafraum zu Fall. So zum Beispiel Ex-Dynamo Franz Pfanne (32.), Referee Heft gab keinen Strafstoß.

Gerade, als der Stadionsprecher die Nachspielzeit der ersten Hälfte ansagte, schienen wohl auch die Schwarz-Gelben gedanklich schon in der Pause zu sein. Einen Einwurf konnte Kapitän Daniel Flottmann ungestört per Kopf verlängern, Simon Engelmann traf zum 2:2.

Nach der torreichen ersten Halbzeit gingen es beide Teams im zweiten Durchgang zwar weiter intensiv an, doch der Zug zum Tor wurde weniger. Je mehr Minuten auf der Uhr vergingen, umso mehr machte sich der Viertligist Hoffnungen, hier die Sensation zu schaffen.

Die Dynamo-Fans standen weiter hinter ihrer Mannschaft und schwenkten Oberkörperfrei ihre Trikots. Eine Schrecksekunde mussten sie aber in der 70. Minute hinnehmen. Nach einem Freistoß kullerte der Ball durch die Füße von Markus Schubert hinter die Linie. Allerdings entschied das Gespann vorher auf Abseits.

Dann ging es nur noch hin und her. Duljevic (75.) und Lucas Röser (76.) vergaben nahezu 100-prozentige Chancen, auf der anderen Seite rettete „Schubi“ (77.) mit den Fäusten. Als jeder im Stadion schon mit einer Verlängerung rechnete, traf der eingewechselte Moussa Koné (90.+2) zum vermeintlichen Sieg - nichts war es! Vorher soll Röser seinen Gegenspieler zu Fall gebracht haben, das Tor wurde nicht anerkannt. Also hieß es doch: Nachsitzen!

Nach zehn Minuten der Verlängerung schlichen sich bei Rödinghausen die ersten Krämpfe ein. Ein paar Heimfans auf der Haupttribüne fragten sich: „Wie lange halten die das noch durch?“ Dann wechselten die Akteure ein letztes Mal die Seiten.

Der Underdog mobilisierte nochmal seine letzten Kräfte und schaffte dann doch noch das Wunder. In der dritten Minute der Nachspielzeit traf Maximilian Hippe nach einer Ecke zum 3:2-Endstand. Anschließend war Schluss im Sportpark Lotte.

Einige Dresdner Ultras versuchten nach Abpfiff den Platz zu stürmen. Eine Hundertschaft von Ordnern und Polizisten drängte sie jedoch zurück. Eine Ehrenrunde konnten sich die sogenannten Profis vor den vielen mitgereisten Anhängern schenken.

Für seinen zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer erhält Aias Aosman (rechts) die Glückwünsche der Team-Kollegen.
Für seinen zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer erhält Aias Aosman (rechts) die Glückwünsche der Team-Kollegen.  © DPA / Friso Gentsch

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