Trotz viel Sand im Getriebe: DFB-Team besiegt Saudi-Arabien

Leverkusen - Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge hat das Team von Bundestrainer Joachim Löw das letzte Testspiel vor der Weltmeisterschaft mit 2:1 (2:0) gegen Saudi-Arabien gewonnen.

Die Führung für Deutschland: Timo Wener (Nr. 9) erzielt nach Vorlage von Marco Reus (oben links) das 1:0. Mats Hummels (Nr. 5) schaut zu.
Die Führung für Deutschland: Timo Wener (Nr. 9) erzielt nach Vorlage von Marco Reus (oben links) das 1:0. Mats Hummels (Nr. 5) schaut zu.  © DPA

Für die DFB-Mannschaft trafen in der mit 30.210 Zuschauern ausverkauften Leverkusener BayArena Timo Werner (8. Minute), hinzu kam ein Eigentor von Omar Hawsawi (43.). Für die "grünen Falken" traf Taisir Al-Jassim (85.)

Deutschland übernahm erwartungsgemäß von Beginn an die Initiative. Die erste echte Chance brachte gleich die Führung. Joshua Kimmich spielte einen zielgenauen Pass in den Lauf von Marco Reus, der volley auf Werner weiterleitete. Der Stürmer von RB Leipzig schoss den Ball mit der Innenseite an die Unterkante der Latte, von wo aus die Kunstlederkugel ins Tor prallte - 1:0 (8.)!

Nur zwei Minuten später traf Reus mit einen technisch hervorragenden Vollspannschuss den linken Pfosten.

Doch auch die quirligen Saudis zeigten sich zwischendurch mit einem Abschluss von Fahad Al-Muwallad, der Manuel Neuer aber vor keine Probleme stellte (9.).

Danach verflachte das Niveau der Partie. Die Saudis agierten spielerisch ansehnlich und versuchten über die schnellen Stürmer zu kontern. Das gelang erst im späteren Verlauf der ersten Hälfte einige Male.

Ein Parade nach der anderen: Der saudische Torhüter Abdullah Al-Mayouf bewahrte seine Mannschaft mehrfach vor einer höheren Niederlage. Hier rettete er klasse gegen Ilkay Gündogan.
Ein Parade nach der anderen: Der saudische Torhüter Abdullah Al-Mayouf bewahrte seine Mannschaft mehrfach vor einer höheren Niederlage. Hier rettete er klasse gegen Ilkay Gündogan.

Ansonsten konzentrierte sich die Mannschaft von Juan Antonio Pizzi auf die Defensive, weil das Übergewicht der deutschen Mannschaft einfach zu groß war. Obwohl die mangelhafte taktische Disziplin einige Räume eröffnete, gelang es der DFB-Elf nicht, diese besser auszunutzen. Außerdem wurde zu selten das Tempo erhöht, was auch daran lag, dass einige Akteure nicht an ihr Leistungslimit gingen.

Wurde doch mal schnell gespielt, bekamen die Saudis Probleme. Der omnipräsente Werner köpfte nach einer guten Ablage von Thomas Müller knapp vorbei (32.) und nach einer Flanke von Müller nahm Sami Khedira den Ball in Bedrängnis volley, doch der starke saudische Torhüter Abdullah Al-Mayouf lenkte den Ball mit einem Reflex an den Pfosten.

Auf der anderen Seite hatte auch die sorglose deutsche Defensive immer wieder Probleme mit den mutiger werdenden Saudis, die sich in der 38. Minute bis in den Strafraum kombinierten, wo Al-Muwallad aus halbrechter Position aus 15 Metern abzog - aber einen Meter rechts vorbeischoss. Weitere kleinere Gelegenheiten folgten.

Genau in diese Phase hinein erzielte das DFB-Team das 2:0: Toni Kroos bediente auf links außen Werner, der den Ball scharf in die Mitte auf Müller spielte, der seinen Gegenspieler Omar Hawsawi so sehr irritierte, dass der saudische Innenverteidiger die Kugel ins eigene Tor lenkte (43).

Das 2:0 kurz vor der Pause: Thomas Müller (r.) irritiert seinen Gegenspieler Omar Hawsawi, der den Ball dadurch ins eigene Tor lenkte.
Das 2:0 kurz vor der Pause: Thomas Müller (r.) irritiert seinen Gegenspieler Omar Hawsawi, der den Ball dadurch ins eigene Tor lenkte.  © DPA

Nach der selten begeisternden ersten Hälfte begann die zweite Halbzeit dynamischer. Julian Draxler scheiterte mit einem Flachschuss am saudischen Keeper Al-Mayouf (50.), der auch Müllers Drehschuss gut entschärfte (55.) und gegen den eingewechselten und lautstark ausgepfiffenen Ilkay Gündogan (59.) klasse parierte.

Auch Draxlers Freistoß (71.) hielt er ebenso, wie Müllers Distanzschuss (73.).

Auf der anderen Seite dribbelte sich Salem Al-Dawsari gegen mehrere deutsche Gegenspieler durch, verzog seinen Schuss aber ebenso um einen Meter (61.), wie Yahya Al-Shehri, der sechs Minuten später zu hoch zielte.

In der 83. Minute gab Schiedsrichter Slavko Vincic einen zweifelhaften Elfmeter. Taisir Al-Jassim fädelte bei Mats Hummels ein und fiel.

Der eingewechselte Marc-André ter Stegen parierte gegen den saudischen Goalgetter Mohammed Al-Sahlawi, doch Al-Jassim hämmerte den Nachschuss unter die Latte - nur noch 2:1 (85.)!

In der Nachspielzeit hatte Saudi-Arabien noch die Chance auf den Ausgleich, doch Al-Sahlawi grätschte haarscharf an einer Flanke vorbei (90+2.).

Zwar gewann Deutschland das letzte Test-Länderspiel vor der WM in Russland gegen aufmüpfige Saudis verdient mit 2:1, dennoch war viel Sand im Getriebe, weil die deutsche Mannschaft spielerisch nicht überzeugen konnte.

Mats Hummels (r.) gewinnt dieses rustikale Zweikampfduell gegen Fahad Al-Muwallad (l.) problemlos.
Mats Hummels (r.) gewinnt dieses rustikale Zweikampfduell gegen Fahad Al-Muwallad (l.) problemlos.

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