Ex-FSV-Profi Paul packt zur Rettung mit an

Zwickau - Beim FSV Zwickau duckt sich angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten niemand weg! Obwohl der DFB eine Finanzlücke in Höhe von 670.000 Euro ausgemacht hat und entsprechende Liquiditätsnachweise bis Mittwoch einfordert, warfen am Sonntag 14 Kandidaten bei der Aufsichtsratswahl ihren Hut in den Ring.

Von 2011 bis 2017 schnürte Robert Paul (l., hier gegen den Duisburger Andreas Wiegel) für den FSV Zwickau die Töppen.
Von 2011 bis 2017 schnürte Robert Paul (l., hier gegen den Duisburger Andreas Wiegel) für den FSV Zwickau die Töppen.  © picture point/Sven Sonntag

Ex-FSV-Profi Robert Paul bekam mit 255 von 383 Stimmen den größten Zuspruch. Von 2011 bis 2017 schnürte "Paule" noch selbst die Fußballschuhe für die Schwäne. Nun überwacht er gemeinsam mit seinen Aufsichtsratskollegen Ingo Kursawe, Frank Fischer, Alexander Utz und Toralf Wagner das operative Handeln.

"Ich finde, das frische Blut tut dem Verein gut", steht der 34-Jährige für eine Frischzellenkur. Gleichzeitig ist der gebürtige Thüringer im Zwickauer Fußball ein alter Hase.

"Als ich 2011 zum Verein kam, waren wir noch Welten vom jetzigen Standpunkt entfernt. Die Spieler gingen tagsüber arbeiten oder einer Ausbildung nach", gibt Paul zu bedenken.

Er selbst machte eine Umschulung zum Immobilienkaufmann und damit alles richtig: "Ich habe einen gesicherten Job, mit dem ich meine Familie mit drei Kindern ernähren kann."

Deswegen tat der Abschied vom Profistatus 2017 nicht weh. "Nachdem mein Vertrag in Zwickau ausgelaufen war, bin ich zum VFC Plauen und 2018 zu Wismut Gera. Das ist zwar 'nur' Oberliga, aber völlig in Ordnung", verabschiedete sich Paul aus dem größten Trubel.

Als FSV-Boss Tobias Leege Ende November angesichts damals 550.000 Euro Fehlbetrag die Drittligazugehörigkeit in Frage stellte, reaktivierte er damit den dreifachen Familienvater:

"Ich empfand den angebotenen 'freiwilligen Rückzug' in die Regionalliga als Bankrotterklärung, weil ich weiß, wie hart für die 3. Liga gearbeitet wurde. Mit meiner sportlichen Erfahrung und den Kontakten in die Wirtschaft will ich jetzt mit anpacken. Meine Frau Kristin unterstützt mich dabei voll und ganz."