Situation so düster wie nie: SCP braucht ein Wunder

SCP-Präsident Wilfried Finke will alles geben, um den Verein zu retten - nur nicht sein eigenes Geld.
SCP-Präsident Wilfried Finke will alles geben, um den Verein zu retten - nur nicht sein eigenes Geld.

Paderborn - Dass es um den SC Paderborn in finanzieller Hinsicht aktuell nicht besonders gut steht, ist seit längerer Zeit bekannt (TAG24 berichtete).

Aber dass es so schlecht aussieht, damit hätte wohl kaum einer gerechnet. "Die Situation ist so düster, wie ich sie in dem Verein noch nicht erlebt habe. Es muss in den nächsten Tagen schon ein kleines Wunder passieren", wird Präsident Wilfried Finke im Westfalen-Blatt zitiert.

Laut Vereinsangaben fehlen dem Verein aktuell zwei Millionen Euro, um die Auflagen zum Lizenzerhalt für die Dritte Liga zu erfüllen. Und das, wo der SCP sich gerade erst aus der direkten Abstiegszone gekämpft hat und am letzten Spieltag um den Klassenerhalt spielt.

Bis zum 2. Juni hat der Club noch Zeit, um das nötige Geld aufzubringen. Aber: "Das Loch ist so groß, dass wir es allein nicht stopfen können." Die Rettung scheint also fast aussichtslos zu sein.

Neue Geldgeber sind bisher Fehlanzeige. Niemand will den Paderbornern die erforderliche Summe geben. Auch von der Stadt ist aktuell nicht viel zu erwarten.

Die Hilferufe des SCP haben mittlerweile schon die sozialen Netzwerke erreicht.
Die Hilferufe des SCP haben mittlerweile schon die sozialen Netzwerke erreicht.

Selbst Wilfried Finke, der in den letzten Jahren mehrfach in die Bresche gesprungen ist und in den Verein investierte, wird dieses Mal wohl nicht in die Taschen greifen (TAG24 berichtete). "Ich mache meinen Geldbeutel nicht weiter auf!", sagte er erst Anfang März.

Zuletzt halfen der Präsident und einige Sponsoren im Winter mit einer ordentlichen Finanzspritze von vier Millionen Euro aus. Das hat jetzt wohl ein Ende: "Irgendwann ist jedes Fass einmal leer."

Die finanzielle Not wird auch durch die sinkenden Zuschauerzahlen bedingt. Immer wieder rief der Verein deshalb seine Fans zum Stadionbesuch auf. Manch ein Aufruf klang dabei schon fast verzweifelt.

"Wir brauchen Euch!", hieß es beispielsweise in einem Tweet vom 11. Mai. Dazu postete der Verein ein GIF mit dem ernst dreinblickenden "Dr. House"-Darsteller Hugh Laurie und den Worten "Seriously, we need you" (zu deutsch: Ernsthaft, wir brauchen Euch).

Mehr als bitter: Wenn bis zum 2. Juni kein Wunder geschieht, droht den Paderbornern der Lizenzentzug und im Falle des Klassenerhalts der Zwangsabstieg. Dann müsste der SCP in der nächsten Saison in der Regionalliga auflaufen.

Titelfoto: DPA


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