Doppelt Rot! SCP macht sich gegen Schlusslicht Erfurt selbst das Leben schwer

Rot-Weiß Erfurt feierte den Sieg gegen den Spitzenreiter der dritten Liga.
Rot-Weiß Erfurt feierte den Sieg gegen den Spitzenreiter der dritten Liga.  © Imago

Paderborn - Am Freitagabend kam es in der dritten Liga zum ungleichen Duell zwischen dem Spitzenreiter SC Paderborn und Schlusslicht Rot-Weiß Erfurt. SCP-Trainer Steffen Baumgart hatte vor den Erfurtern gewarnt, die ihre "letzte Chance" auf den Klassenerhalt nutzen wollten (TAG24 berichtete).

Abgeklärt und selbstbewusst startete seine Mannschaft in die Partie, ohne den Gegner, der vom ehemaligen SCP-Trainer Stefan Emmerling angeführt wurde, dabei zu unterschätzen. Doch nach einer kuriosen zweiten Halbzeit mit zwei Roten Karten innerhalb von 113 Sekunden(!) verlor der Sportclub nach einem Traumtor von Theodor Bergmann mit 0:1 vor 7225 Zuschauern.

Nach der 0:6-Schlappe im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München am Dienstag (TAG24 berichtete) erlaubte Baumgart drei Routiniers eine Pause und brachte anstelle von Kapitän Christian Strohdiek, Felix Herzenbruch und Sven Michel lieber Philip Tietz, Leon Fesser und Jamilu Collins. Keeper Leopold Zingerle durfte die Kapitänsbinde tragen.

Beide Mannschaften kamen bereits in den ersten paar Minuten zu vielversprechenden Offensivaktionen: Während Zingerle auf der einen Seite einen Konter etliche Meter vor dem eigenen Kasten unterband (3.), scheiterte Tietz vor dem Tor der Erfurter (4.).

In der Folge verflachte das Spiel zunehmend, richtig Stimmung kam nur von den Rängen, denn die SCP-Fans forderten die drei Punkte mehr als die Mannschaft. Folgerichtig war RWE in der ersten Halbzeit das aktivere Team auf einem sehr tiefen Platz, die Paderborner übten sich in Geduld.

Bibiana Steinhaus hatte gar keine andere Wahl und zog die Rote Karte gegen Zingerle.
Bibiana Steinhaus hatte gar keine andere Wahl und zog die Rote Karte gegen Zingerle.  © Imago

Die letzte richtig gute Chance gehörte dann trotzdem dem SCP. Nach einem klasse Freistoß von Robin Krauße kam Fesser an den Ball, drehte sich und zog ab (45.). RWE-Keeper Philipp Klewin konnte das Gegentor gerade noch mit dem Fuß verhindern. Danach pfiff Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zur Halbzeit.

Unverändert ging es für beide Mannschaften zurück auf den Rasen. Bereits Sekunden nach dem Anpfiff (46.) lief Erfurts Elias Paul Huth auf das Tor von Zingerle zu, doch er konnte den Ball nicht kontrollieren. Auf der Gegenseite stand Ben Zolinski nach einer tollen Kombination nicht nur alleine vor Klewin sondern auch im Abseits (51.)

In der 60. Minute gab es kurz Aufregung im Strafraum der Erfurter, nachdem Geburtstagskind Christopher Antwi-Adjej vom Ball getrennt wurde. Doch Bibiana Steinhaus ließ weiterspielen, Krauße unterband den folgenden Konter mit einem Foul und sah die Gelbe Karte, seine neunte.

Dann wurde es richtig kurios! Nach einem Katastrophen-Ball von Zingerle, der Sebastian Schonlau unnötig in Bedrängnis brachte, stoppte dieser einen auflaufenden Erfurter und bekam die Rote Karte (64.) 113 Sekunden dauerte es und der SCP war plötzlich nur noch zu neunt, denn auch der Keeper selbst sah nach einer Notbremse Rot. Beim Freistoß von Bergmann hatte Ersatzkeeper Michael Ratajczak keine Chance: 1:0 für die Erfurter!

Man merkte den Paderbornern das kräftezehrende Match gegen den Rekordmeister aus München an, sie fanden in die zweite Halbzeit einfach nicht rein. Auch in den vier Minuten Nachspielzeit kam der SCP nicht mehr zwingend vors Tor und so endete das Spiel mit einer 0:1-Niederlage gegen den Tabellenletzten Erfurt.

Titelfoto: Imago


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