Aosman trifft heute mit Dynamo erstmals auf seinen Ex-Verein

Da liegt er quer in der Luft: Aias Aosman rasselt im Spiel gegenArminia Bielefeld mit Christoph Hemlein zusammen.
Da liegt er quer in der Luft: Aias Aosman rasselt im Spiel gegenArminia Bielefeld mit Christoph Hemlein zusammen.  © Lutz Hentschel

Dresden/Regensburg - Zwei Jahre spielte Aias Aosman bei Jahn Regensburg, ehe er im Sommer 2015 zum damaligen Drittliga-Konkurrenten Dynamo nach Dresden wechselte.

Sonntag (13.30 Uhr/Sky) trifft der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler erstmals auf seinen Ex-Club. Das Duell beim Tabellennachbarn gilt dabei als Schlüsselspiel. Im Interview sagt Aosman, was ihm seine Rückkehr bedeutet.

TAG24: Bisher gab es für Dresden fünf Punkte aus fünf Spielen, die Erwartungen waren sicherlich andere. Oder?

Aosman: „Natürlich haben wir uns nach fünf Spielen mehr Punkte erhofft. Es kommen noch so viele Spiele, in denen wir noch punkten können. Wir haben eine gute, stabile Truppe sowie ein tolles Trainer-Team um uns herum.“

TAG24: Jetzt geht es nach Regensburg. Was erwartet Dynamo beim „Jahn“?

Aosman: „Regensburg ist schon sehr heimstark. Sie haben schnelle Außen und spielen einen guten Fußball, es wird ein enges Spiel. Dennoch könnten sie uns liegen, weil sie früh attackieren. Das gibt uns die Möglichkeit, sie mit unserem Ballbesitz auszuspielen.“

Da war er noch in Regensburger Diensten: Aias Aosman lässt den damaligen Dynamo Quirin Moll über die„Klinge“ springen.
Da war er noch in Regensburger Diensten: Aias Aosman lässt den damaligen Dynamo Quirin Moll über die„Klinge“ springen.

TAG24: Vor etwas mehr als zwei Jahren sind Sie noch in Rot-Weiß aufgelaufen. Wie ist Ihre Gefühlslage vor der Partie?

Aosman: „Ich bin schon sehr gespannt, was mich da erwartet. Aber ich hatte schon ein gutes Verhältnis zu den Fans und habe ja einige Tore für Regensburg geschossen. Wichtig ist für mich vor allem, dass ich alles für Dynamo gebe.“

TAG24: Was für Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Aosman: „In meinem ersten Jahr haben wir eine richtig gute Drittliga-Saison gespielt. Es war ja gleichzeitig auch mein erstes Mal in Liga drei. Auf alle Fälle hat es mich vorangebracht, weil ich dort einen großen Schritt in meiner Entwicklung machen konnte. Das zweite Jahr sind wir leider abgestiegen, auch wenn es für mich persönlich eigentlich ganz gut lief.“

TAG24: Kann man sagen, dass mit dem Schritt nach Regensburg Ihre Profikarriere erst wirklich begann? Und warum ging es nicht weiter?

Aosman: „Ja, das kann man schon so sagen. Zuvor in Köln hatte ich zwar einen Profivertrag, habe aber nur in der Regionalliga bei der ,U 23‘ spielen dürfen. Der Schritt nach Regensburg in die dritte Liga hat mich vorangebracht und war absolut richtig. Nach dem Abstieg wollte ich aber einen weiteren Schritt nach oben machen. Dynamo wollte mich unbedingt verpflichten, das haben die Gespräche gezeigt. Es war die richtige Entscheidung, nach Dresden zu kommen.“

Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus (M.) weiß, was er an Aias Aosman hat, auch wenn er seinem Kreativspieler ab und an mal die Richtung vorgeben muss.
Dynamo-Trainer Uwe Neuhaus (M.) weiß, was er an Aias Aosman hat, auch wenn er seinem Kreativspieler ab und an mal die Richtung vorgeben muss.  © Lutz Hentschel

TAG24: Was sind Ihre persönlichen Ziele?

Aosman: „In erster Linie geht es darum, mit Dynamo eine erfolgreiche Saison zu spielen. Ich bin noch jung und habe noch das ein oder andere zu lernen. Darum geht es für mich auch in dieser Spielzeit, den nächsten Schritt zu machen.“

TAG24: Die Konkurrenzsituation im zentralen Mittelfeld ist diese Saison noch größer?

Aosman: „Das war sie letztes Jahr aber auch, dennoch habe ich 30 Spiele gemacht. Ich werde einfach immer Gas geben. Wir haben ein gutes Team, viele sind noch recht jung und alle haben ihre Stärken. So hat der Trainer einfach viele Möglichkeiten zu variieren, je nachdem, gegen wen wir spielen. Manchmal braucht man eben wendige oder technisch starke Spieler. Ein anderes Mal einen etwas robusteren.“

TAG24: Sie sind als Kleinkind mit Ihrer Familie aus Syrien nach Deutschland geflüchtet. Welchen Stellenwert hat der Fußball?

Aosman: „Ehrlich gesagt, war Fußball am Anfang gar nicht so bedeutend für mich. Begonnen hat alles im Jugendzentrum, dort habe ich hin und wieder gekickt. Das war aber nicht wirklich ernsthaft. Erst als ich von Arminia Bielefeld bei einem Hallenturnier entdeckt und zu einem Probetraining der ,U 15‘ eingeladen wurde, begann der Fußball für mich den Stellenwert einzunehmen, den er heute hat.“


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