Wiegers träumt schon von der 1. Bundesliga

Seine Autogramme waren begehrt: Der Dresdner Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer genoss seinen Aufenthalt in der Heimat besonders.
Seine Autogramme waren begehrt: Der Dresdner Bayern-Sportdirektor Matthias Sammer genoss seinen Aufenthalt in der Heimat besonders.

Dresden - Einen Millionen-Gewinn erzielt, das Image kräftig aufpoliert und den Rekordmeister mächtig beeindruckt: Für Dynamo Dresden war das Benefizspiel gegen Bayern München ein voller Erfolg.

Dass sich die Schwarz-Gelben vor 30730 Zuschauern gegen die Bayern besser verkaufte als der HSV drei Tage zuvor bei der 0:5-Klatsche zum Bundesligastart, war jedoch nicht das Wichtigste an diesem für Dynamo so bedeutenden Tag.

'Mit dem schon jetzt garantierten Gewinn von mehr als einer Million Euro kann Dynamo seinen Schuldenberg weiter abtragen und auf eine Rückkehr auf die große Fußballbühne hoffen.

„Das war ein großer Tag für den Klub und ein wichtiger Schritt zu unserem Ziel, am Ende der Saison schuldenfrei zu sein“, so Dynamo-Geschäftsführer Robert Schäfer.

Pascal Testroet wird diese Partie nie vergessen, denn gegen Bayern schießen nicht viele Fußballer ein Tor. Der Ex-Bielefelder besorgte den 1:3-Endstand (86.).
Pascal Testroet wird diese Partie nie vergessen, denn gegen Bayern schießen nicht viele Fußballer ein Tor. Der Ex-Bielefelder besorgte den 1:3-Endstand (86.).

Mit der Millionen-Einnahme, die die Bayern durch ihren Verzicht auf eine Antrittsgage ermöglichten, soll ein Teil des Darlehens von Investor Michael Kölmel zurückgezahlt werden.

Der Kredit aus dem Jahr 2000 schränkt den Klub in seiner Handlungsfähigkeit nach wie vor ein.

Eine schuldenfreie SGD wird nicht lange in den Niederungen der 3. Liga verweilen, davon sind die Bayern überzeugt.

„Die Stimmung war unglaublich, und die Mannschaft hat guten Fußball gespielt. Ich glaube, dass der Verein, die Mannschaft und die Stadt Potenzial für mehr haben“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm.

Auch Trainer Pep Guardiola war angetan von der stimmungsvollen Atmosphäre in der Dresdner Arena.

„Unser Trainerstab ist völlig verwundert“, verriet Sportdirektor Matthias Sammer.

Dynamo-Keeper Patrick Wiegers (li.) will in zwei Jahren wieder gegen die Bayern spielen - dann in der 1. Bundesliga.
Dynamo-Keeper Patrick Wiegers (li.) will in zwei Jahren wieder gegen die Bayern spielen - dann in der 1. Bundesliga.

Als gebürtiger Dresdner und früherer Dynamo-Spieler hatte Sammer seinen Coach vorgewarnt: „Ich sagte: Pep, wenn du zu einem spanischen Drittligisten fährst, dann siehst du gar nichts. Und hier siehst du ein super Stadion, einen super Platz.“

Und eine gute Mannschaft, die nicht zufällig nach drei Spielen die 3. Liga anführt. „Für einen Drittligisten war das im Aufbauspiel gewaltig“, sagte Sammer.

Seinem Heimatklub riet der 47-Jährige dennoch zur Zurückhaltung: „Wichtig ist, dass der Verein zur Ruhe kommt und dass nicht gleich eine Depression ausbricht, wenn mal ein, zwei Spiele nicht so laufen.“

In der Euphorie um das knappe Ergebnis gegen die Superstars aus München dachten einige Dresdner aber schon an die Bundesliga. Ein neues Duell könne es „in zwei Jahren geben, wenn alles optimal läuft“, sagte der bärenstarke Torhüter Patrick Wiegers.

Offensivspieler Pascal Testroet, der zum 1:3-Endstand (86.) traf, genoss dagegen lieber den Moment: „Wahnsinn! Geil! Ich bin stolz, dass mir gegen den besten Verein der Welt ein Tor gelungen ist.“

Fotos: Lutz Hentschel


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