"Das war das Allergrößte": Dynamo-Neuzugang Chris Löwe im Interview

Dresden - Er ist zurück in Sachsen! Chris Löwe schnürt in den kommenden drei Jahren seine Töppen für Dynamo Dresden.

In den kommenden drei Jahren wird der gebürtige Plauener Chris Löwe das Trikot von Dynamo tragen.
In den kommenden drei Jahren wird der gebürtige Plauener Chris Löwe das Trikot von Dynamo tragen.  © imago images/Steffen Kuttner

Über seine Zeit in England bei Huddersfield, den bevorstehenden Urlaub, Kumpel Michael Hefele und seine Vorfreude auf seinen neuen Verein hat der 30-Jährige mit TAG24 gesprochen.

TAG24: Chris, Sie hatten vor einem Jahr bei einem Treffen in Plauen gesagt, dass Sie irgendwann nach Sachsen zurückkehren und hier 2. Liga spielen wollen. Irgendwann ist jetzt. Warum Dresden und nicht Aue?

Löwe: "Uh, schwere Frage. Um ehrlich zu sein, in Dresden hat das Gesamtpaket einfach gepasst. Das Stadion ist alle zwei Wochen proppevoll, es entsteht ein neues Trainingszentrum. Dynamo geht in die richtige Richtung und den Weg möchte ich mitgehen."

TAG24: Wann stand für Sie fest, dass Sie die Insel verlassen?

Löwe: "Den ersten Gedanken hatte ich so Anfang, Mitte März. Das habe ich aber erst einmal nur mit meiner Frau gesprochen. Etwas konkreter wurde es vor vier, fünf Wochen. Da hat Dynamo bei meinem Berater angeklopft - und jetzt bin ich hier."

TAG24: Als Dynamo am Freitag Ihre Verpflichtung auf Instagram postete, schrieb Ihr ehemaliger Mannschaftskollege Michael Hefele darunter: "BLOCK K, Köpfe einziehen! Spezialist für Flanken hinters Tor."

Löwe: "Das ist halt Micha, das ist sein typischer Humor. Ich habe das registriert. Jetzt liegt es an mir, das Gegenteil zu beweisen. Der Mann ist schon Hammer!"

TAG24: Viele Dynamo-Fans haben unter den Post geschrieben, Sie sollen ihn doch bitte gleich mitbringen...

Löwe: "Ganz tief in seinem Herzen, glaube ich, hat er das auch vor. Wir hatten jetzt kurz vor Vertragsabschluss immer mal WhatsApp-Kontakt. Micha schwärmt noch immer von Dynamo, von den Fans. Für ihn war es eine geile Zeit. Aber er hatte jetzt sehr viel Verletzungspech, er muss erstmal wieder auf die Beine kommen."

Ein Sachse setzt sich durch: Chris Löwe (M.) im Trikot von Huddersfield gegen die ManUnited-Stars Romelu Lukaku (l.) und Jesse Lingard.
Ein Sachse setzt sich durch: Chris Löwe (M.) im Trikot von Huddersfield gegen die ManUnited-Stars Romelu Lukaku (l.) und Jesse Lingard.  © imago images/Jamie Tyerman

TAG24: Drei Jahre Huddersfield, zwei Jahre Premier League: Kann man sagen, Sie haben Ihren Traum gelebt?

Löwe: "Und ob. Die ersten beiden Jahre waren die schönsten meiner Karriere. Der Aufstieg im Finale vor zwei Jahren im ausverkauften Wembley-Stadion. Das war das Allergrößte. Dann das erste Jahr Premier League. Ich durfte in Stadien spielen, von denen ich nicht mal geträumt habe und dann stehe ich dort auf dem Rasen. Wahnsinn war das. Nur die letzten sechs, sieben Monate waren nicht gut."

TAG24: Weil Sie mit Huddersfield abgestiegen sind?

Löwe: "Klar. Aber wir sind nicht abgestiegen wie andere Mannschaften. Jedes Jahr müssen Teams runter, aber die haben trotzdem mal gewonnen. Wir nicht. Wir haben in der Rückrunde ein Spiel gewonnen, zwei mal remis gespielt, den Rest verloren. Mit so einer Serie musste ich klarkommen für mich selbst. Das war nicht einfach, weil ich das noch nie so erlebt habe."

TAG24: Trotzdem: Sie durften gegen Superstars wie Mo Salah oder Harry Kane spielen. Hat man vor solchen Spielern Angst?

Löwe: "Angst nicht, das wäre ein schlechter Ratgeber. Der Respekt war da. Aber letzten Endes war es nur ein Fußballspiel, das jeder für sich gewinnen wollte."

TAG24: Jetzt steht für Sie Urlaub an. Sie fahren immer mit den Eltern weg. Bleibt das so?

Löwe: "Natürlich. Wir fahren eine Woche mit meinen Eltern, bleiben aber in Deutschland. Eine Woche geht es mit meinen Schwiegereltern campen."

TAG24: Campen? Reichlich bodenständig für einen Profi?

Löwe: "Ja, ich habe Premier League gespielt. Ja, ich war Deutscher Meister, ja, ich kann vielleicht bissl besser kicken als einige anderen. Trotzdem bin ich ein normaler Mensch. Ich brauche den ganzen Luxus nicht. Mein Luxus ist die Zeit mit meiner Familie und die genieße ich beim Campen."

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